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Schlüssel für die Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden übergeben

Denkmalgerechte Grundsanierung des historischen Gebäudekomplexes ist abgeschlossen

Am 4. November 2019 wurde bei einem Festakt mit 300 geladenen Gästen der Schlüssel für die Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden übergeben. Damit ist die Grundinstandsetzung und Erweiterung des über 100 Jahre alten denkmalgeschützten Gebäudekomplexes, einer der größten Kulturbaustellen im Zuständigkeitsbereich des Bundes, abgeschlossen.

Hermann Parzinger, Monika Grütters, Barbara Schneider-Kempf, Petra Wesseler und Anne Katrin Bohle bei der feierlichen Schlüsselübergabe für die Staatsbibliothek Unter den Linden Schlüssel für die Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden übergebenVon links: Hermann Parzinger, Monika Grütters, Barbara Schneider-Kempf, Petra Wesseler und Anne Katrin Bohle bei der feierlichen Schlüsselübergabe für die Staatsbibliothek Unter den Linden Quelle: Hagen Immel / Staatsbibliothek zu Berlin-PK

Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien:

Die 11 Millionen Bücher in der Staatsbibliothek zu Berlin sind, wie auch alle anderen schriftlichen Überlieferungen in deutschen Archiven und Bibliotheken, das Gedächtnis unseres Landes. Diesen unermesslichen Schatz wollen wir bewahren, möglichst vielen Menschen zugänglich machen und die Einrichtungen, in denen dieser aufbewahrt wird, pflegen. Heute steht die Staatsbibliothek frisch saniert vor uns und lädt dazu ein, sie wieder als Ganzes zu entdecken und in Besitz zu nehmen. Anstelle des alten, kriegszerstörten Kuppelsaals hat der Architekt Hans-Günter Merz einen eindrucksvollen, hellen Glaskubus entworfen, der wie ein geistiges Zentrum in der Mitte des Hauses zum Studieren einlädt, aber auch lebendiger Ort des Austausches, der Kommunikation, der Debatte ist.

Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium:

Bauen im Bestand und bei laufendem Betrieb ist insbesondere in Zeiten guter Baukonjunktur eine Herausforderung. Mit der fachkundigen, engagierten Bauverwaltung und den Planern ist die Umsetzung hier dennoch vorbildlich gelungen.

Seit dem Jahr 2005 wurde die Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden bei laufendem Bibliotheksbetrieb unter Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) umfassend saniert und um einen Erweiterungsbau ergänzt.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz:

Mit der jetzt abgeschlossenen Sanierung dieses Tempels der Bildung und Wissenschaft aus der späten Kaiserzeit rückt ein Haus wieder in den Blickpunkt, das den Boulevard Unter den Linden zu einer Prachtstraße macht. Das Haus ist Teil der historischen Bildungslandschaft in Berlins Mitte. Die Sanierung und Ergänzung des kriegsgeschädigten Hauses erfolgte bei laufendem Betrieb, denkmalgerecht, verantwortungsbewusst, mit höchster Sorgfalt und von hoher Qualität. Das Ergebnis ist eine historische und zugleich hochmoderne Bibliothek mit zentralem Lesesaal und diversen Fachlesesälen, bestens klimatisiert und gegen Brand geschützt, mit Buchtransportanlagen, Gruppenarbeitsräumen, Digitalisierungszentrum ausgestattet: ein würdiges Schatzhaus für die historischen Bestände und eine höchst funktionale zeitgemäße Bibliothek.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bei seiner Rede zur Schlüsselübergabe für die Staatsbibliothek Unter den Linden Schlüssel für die Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden übergebenIn seiner Rede würdigte Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Leistungen aller, die an der Grundinstandsetzung und Erweiterung der Staatsbibliothek beteiligt waren. Quelle: Hagen Immel / Staatsbibliothek zu Berlin-PK

BBR-Präsidentin Petra Wesseler verdeutlichte:

Dimension und Komplexität dieser Baumaßnahme suchen Ihresgleichen: Eine denkmalgerechte Sanierung war mit den Anforderungen an einen zeitgemäßen Bibliotheksbetrieb in Einklang zu bringen, Bauen im historischen Bestand mit der gleichzeitigen Einpassung eines Neubaus für den Lesesaal. Kuppel und Tonnengewölbe waren orientiert an der historischen Raumkubatur konstruktiv neu zu konzipieren. Bei diesem Projekt wurden sowohl die denkmalpflegerischen als auch die komplexen statischen Herausforderungen hervorragend gemeistert.

Die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, erklärte, dass es

über die vielen Jahre des tiefgreifenden Bauens gut gelungen ist, den Bibliotheksbetrieb so zu gestalten, dass wissenschaftliches Arbeiten durchgängig möglich war. Den Zugang zu den oft unikalen Beständen all die Jahre offen zu halten, war für die Forschenden dieser Generation die richtige Entscheidung.

Anne Katrin Bohle, Monika Grütters, Petra Wesseler, Hermann Parzinger und Barbara Schneider-Kempf nehmen symbolisch die Fontäne im Brunnenhof der Staatsbibliothek in Gang. Schlüssel für die Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden übergebenIm Anschluss an die Festreden nahmen Anne Katrin Bohle, Monika Grütters, Petra Wesseler, Hermann Parzinger und Barbara Schneider-Kempf symbolisch die Fontäne im Brunnenhof der Staatsbibliothek in Betrieb. Quelle: Hagen Immel / Staatsbibliothek zu Berlin-PK

In mehreren Etappen wurde bis 2012 der nördliche Gebäudeteil instand gesetzt und mit moderner Gebäudetechnik ausgestattet, dabei wurden erstmalig die Magazine klimatisiert sowie eine Kastenförderanlage installiert. Im zeitgenössischen, als Glaskubus ausgeführten Erweiterungsbau befinden sich der mehrgeschossige Allgemeine Lesesaal und Tresormagazine für die besonders wertvollen Sondersammlungen der Bibliothek. Bereits seit 2014 sind Gebäudeteile der Akademie der Wissenschaften in Betrieb. Im Frühjahr 2017 folgten der Veranstaltungsbereich, die Räume der Generaldirektion, Sonderlesesäle sowie weitere Büroflächen.

Zentrale Aufgabe beim jüngst fertiggestellten Bauabschnitt war die Wiederbelebung der für das Gebäude charakteristischen Erschließungsachse von der offenen Eingangshalle Unter den Linden über den denkmalgeschützten Brunnenhof und die zentrale Treppenhalle in das Vestibül. Von hier aus werden die Besucher künftig den Neubauteil mit dem Allgemeinen Lesesaal betreten, der dann, wie einst sein Vorgänger, architektonischer Höhepunkt am Ende der zentralen Erschließungsachse sein wird. Zugleich wurden weitere Lesesäle für Sondermaterialien saniert und nach einem einheitlichen Gestaltungskonzept mit modernem Mobiliar eingerichtet; wo immer möglich wurde die Einrichtung aus dem Jahr 1914 restauriert und mit modernem Mobiliar ergänzt.

Die Treppenhalle der Staatsbibliothek zu Berlin unter den Linden im Jahr 2019  nach umfangreicher Sanierung und Restaurierung Staatsbibliothek zu Berlin Unter den LindenDie ursprüngliche Kubatur der Treppenhalle wurde durch die Rekonstruktion des Tonnengewölbes mit neu gestalteter Oberflächenstruktur wieder hergestellt. Quelle: BBR / Jens Andreae

In den kommenden Wochen schließen sich der Rückbau der Provisorien und die umfangreichen Umzüge an, die Wiedereröffnung ist durch die Staatsbibliothek für 2020 vorgesehen. Nach Öffnung des Haupteingangs Unter den Linden wird im Bereich des heutigen provisorischen Eingangsfoyers das Bibliotheksmuseum im Erdgeschoss als nachlaufende Baumaßnahme entstehen. Darin wird die Staatsbibliothek erstmals dauerhaft einen kleinen Teil ihrer Bestände ausstellen können. Die Ausbauarbeiten beginnen unmittelbar nach Rückbau der Provisorien, nach Abschluss der Grundinstandsetzung.

Die voraussichtlichen Gesamtkosten werden bei rund 470 Millionen Euro liegen. Nach der Wiedereröffnung 2020 wird die Staatsbibliothek im Haus Unter den Linden knapp 650 Benutzerarbeitsplätze und über 50.000 Quadratmeter Nutzfläche fassen, in etwa fünfmal so viel wie das Bode-Museum. Der Gesamtkomplex umfasst 107.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Damit gehört die Staatsbibliothek zu den weltweit größten Einrichtungen dieser Art.

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Projektinformationen zur Grundinstandsetzung und Erweiterung der Staatsbibliothek zu Berlin Unter den Linden

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