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Wohnungsmieten auch im 1. Halbjahr 2012 gestiegen

Die Angebotsmieten von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind im 1. Halbjahr 2012 erneut gestiegen. Im Bundesdurchschnitt erhöhten sich die angebotenen Nettokaltmieten für Neu- und Wiedervermietungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 % auf 6,55 €/m², in Westdeutschland auf 6,88 €/m² (+3,4 %), in Ostdeutschland auf 5,69 €/m² (+4,6%). Das geht aus einer aktuellen Analyse des BBSR hervor.

Fachbeitrag: November 2012

Je nach Region gibt es deutliche Unterschiede. Vor allem in den Großstädten ziehen die Mieten weiter an. Dabei ragen besonders wachsende, wirtschaftsstarke Metropolen und Regionen wie München, Rhein-Main, Rhein-Neckar und Hamburg heraus. So betragen die für das erste Halbjahr ermittelten durchschnittlichen Nettokaltmieten in München 12,39 € je m², in Frankfurt a.M. 10,69 € je m², in Hamburg 10,00 € je m² und in Stuttgart 9,36 € je m². In Ostdeutschland heben sich auf einem niedrigeren Niveau zunehmend die Städte Jena (8,28 € je m²), Potsdam (8,21 € je m²), Berlin (6,92 € je m²) und Weimar (6,43 € je m²) hervor.

Die durchschnittlichen Miethöhen verringern sich in allen Regionen von den Städten in Richtung Umland. Dennoch zeigen sich auch hier zum Teil deutliche Steigerungen, etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Deutschlandkarte: Neu- und Wiedervermietungsmieten Wohnungen im 1. Halbjahr 2012


Diagramm: Entwicklung Neu- und Wiedervermietungsmieten Wohnungen 2006 bis 1. Hj. 2012


Tabelle: Neu- und Wiedervermietungsmieten 2007-2012 (Angebotsmieten nettokalt)


Hauptursache für die aktuellen Mietsteigerungen ist die erhöhte Wohnungsnachfrage in Großstädten. Das Wohnen in der Stadt hat wieder an Attraktivität gewonnen. Neben den Vorteilen des städtischen Wohnens wird die Nähe zu den Arbeits- und Ausbildungsplätzen gesucht. Und auch in vielen Universitätsstädten ist zumindest kurzfristig durch gestiegene Zahlen von Studienanfängern (2010 bis 2011: +16%) Wohnraum knapp. So haben sich die Mieten etwa in Jena, Freiburg i. B., Würzburg und Trier mit 7 bis 9% besonders stark erhöht.

Die positiven wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre und die damit verbundenen Arbeitsplatzzuwächse sorgten in einigen Teilräumen auch für Nachholeffekte bei den Mietenentwicklungen, die zuvor in vielen Regionen eher stagnierend oder auch rückläufig waren.


Deutschlandkarte: Entwicklung Neu- und Wiedervermietungsmieten Wohnungen 1. Hj. 2007 bis 2012


Die Neubautätigkeit hat in den letzten beiden Jahren im Zusammenhang mit der gestiegen Nachfrage nach Wohnungen und nach Immobilien als Anlageobjekten wieder an Schwung gewonnen. Die Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen haben deutlich zugelegt, so dass künftig mit dämpfenden Effekten bei Mieten- und Preisentwicklungen zu rechnen ist. Wichtig ist allerdings der auf die Nachfrage abgestimmte Neubau.

Das BBSR berechnet seit vielen Jahren durchschnittliche Neu- und Wiedervermietungsmieten (nettokalt), basierend auf einer Datenbank von Inseraten aus Zeitungen und Internetportalen der IDN ImmoDaten GmbH. Aufgrund dieser Datenbasis handelt es sich also um aktuell am Markt angebotene Wohnungen mit den entsprechenden Mietvorstellungen. Diese Angebotsmieten sind in der Regel höher als Mieten in bestehenden Mietverträgen, deren Niveau im Laufe der Jahre häufig moderater angepasst wird.

Zusatzinformationen

Kontakt

Alexander Schürt
Referat II 11 - Wohnungs- und Immobilienmärkte
Tel.: +49 228 99401-2239
Matthias Waltersbacher
Referat II 11 - Wohnungs- und Immobilienmärkte
Tel.: +49 228 99401-2610

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