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URBACT

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URBACT ist ein Programm der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten, mit dem der Wissens- und Erfahrungsaustausch zur integrierten Stadtentwicklung gefördert werden soll.

Das Programm wurde Anfang 2003 im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative URBAN II genehmigt. Aus diesem Grund stand in der ersten Programmperiode bis Ende 2006 (URBACT I) der Erfahrungsaustausch zum URBAN-Programm im Vordergrund. Die Beteiligung der Städte beschränkte sich in der ersten Programmperiode auf Kommunen, die an URBAN I oder II oder den städtischen Pilotprojekten beteiligt waren, sowie auf Städte aus den neuen EU-Mitgliedstaaten mit mindestens 20.000 Einwohnern.

Die erste URBACT-Phase verdeutlichte die Bedeutung des Erfahrungs- und Wissensaustausches auf europäischer Ebene zur integrierten Stadtentwicklung. Grundsätzlich bewährte sich URBACT als Instrument bzw. Plattform zur Vernetzung von Städten in ganz Europa und wurde als solches in der EU-Förderperiode von 2007 bis 2013 fortgesetzt. An URBACT II konnten sich alle Städte in der EU, der Schweiz und Norwegen mit über 10.000 Einwohnern beteiligen. Für das Programm standen rund 53 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zwischen 2008 und 2013 zur Verfügung.

Durch die Überführung der Gemeinschaftsinitiative URBAN in die allgemeine europäische Strukturförderung, bzw. in die "Mainstream-Programme", wurde URBACT in das Ziel 3 "Europäische territoriale Zusammenarbeit" integriert. URBACT II stand hierbei ebenso wie INTERREG IV C in Zusammenhang mit der Initiative "Regionen für den wirtschaftlichen Wandel" und diente deren Umsetzung.

Ziele, inhaltliche Schwerpunkte und Schlüsselinstrumente von URBACT II

Die zweite Programmperiode zielte darauf ab, die Effektivität nachhaltiger, integrierter Stadtentwicklungspolitiken in Europa mit Blick auf die Umsetzung der Strategie "Europa 2020" zu verbessern.

Diese umfassende Zielsetzung wurde durch drei Teilziele konkretisiert:

  1. Förderung des Wissens- und Erfahrungsaustausches zwischen städtischen Entscheidungsträgern und Praktikern auf dem Gebiet nachhaltiger Stadtentwicklung sowie des vertikalen Austausches zwischen kommunalen und regionalen Behörden.
  2. Streuung der Erfahrungen bewährter Praktiken und gezogener Lehren sowie Sicherung des Erfahrungs- und Wissenstransfers im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung.
  3. Unterstützung der Akteure bei der Festlegung von Aktionsplänen einer nachhaltigen Entwicklung städtischer Gebiete und damit Verfestigen der Beziehung zu den Mainstream-Programmen.

Die Hauptthemen der zweiten Programmperiode waren zwei inhaltlichen Prioritäten zugeordnet.

1. Prioritätsachse: Städte als Motoren für Wachstum und Beschäftigung

  • Förderung von Unternehmertum
  • Ausnutzen und Verbessern der Informations- und Wissensökonomie
  • Beschäftigung und Humankapital

2. Prioritätsachse: Attraktive und kohäsive Städte

  • Integrierte Entwicklung benachteiligter bzw. gefährdeter Gebiete
  • Soziale Integration
  • Umweltfragen
  • Governance und Stadtplanung

Die beiden inhaltlichen Prioritätenachsen wurden um eine dritte Priorität ergänzt, die sich auf die fachliche Unterstützung der Kommunen konzentrierte. Damit sollten die Vorbereitungs-, Management-, Monitoring-, Evaluations- und Kontrollaktivitäten des Programms unterstützt werden.

Die Schlüsselinstrumente von URBACT II bildeten die Instrumente zum Austausch und zum gegenseitigen Lernen:

  • Thematische Netzwerke: Die thematischen Netzwerke bildeten den Kern des Programms. Hierbei arbeiteten die Kommunen eng zusammen und erarbeiteten neben allgemeingültigen Erkenntnissen auch politische Handlungsempfehlungen und Aktionspläne. URBACT II zielte zudem auf eine stärkere Beteiligung lokaler Schlüsselakteure. In den Städten sollten URBACT Local Support Groups (ULSG) entstehen, wofür die Städte grundsätzlich auch auf bestehende Gremien zurückgreifen konnten. Die Zahl der Partner je Netzwerk war auf zwölf begrenzt.
  • Arbeitsgruppen: Im Vergleich zu den Netzwerken waren Arbeitsgruppen in URBACT II weniger auf den Austausch als vielmehr auf das Hervorbringen qualitativ hochwertiger Ergebnisse fokussiert. Mit den Arbeitsgruppen sollten zahlreiche Akteure für die Bearbeitung eines spezifischen Themas zusammengebracht werden. Neben kommunalen, regionalen und lokalen Behörden konnten unter anderem Praktiker und Experten sowie Universitäten und Forschungszentren in das zu bearbeitende Themenfeld einbezogen werden. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken auf europäischer wie nationaler Ebene wurde ermöglicht.

Neuerungen im Bereich Ergebnisaufbereitung und Nutzbarmachung ergaben sich nicht nur aus der Evaluation der ersten Programmperiode, sondern vor allem auch durch die Verknüpfung mit der Initiative "Regionen für den wirtschaftlichen Wandel":

  • Instrumente der Kapitalisierung: Durch thematische Pole, Experten und relevante Studien sollte die Aufbereitung, die Verteilung und der Nutzen von Ergebnissen gefördert werden. Die thematischen Pole stellten ein neues Element der zweiten Programmperiode dar. Sie wurden eingerichtet, um Schlüsselfragen anzugehen und sicherzustellen, dass Nutzen aus den vorhandenen Erfahrungen und Informationen gezogen wurde. Thematische Experten unterstützten die Netzwerkarbeit.
  • Fast-Track-Networks: Diese Netzwerke waren Teil der Initiative "Regionen für den wirtschaftlichen Wandel" und gingen auf die Initiative der Europäischen Kommission zurück. Ziel war der unmittelbare Good-Practice-Transfer zwischen Kommunen und Städten, die Lösungsansätze zu einem spezifischen Themenfeld suchten. Eine Besonderheit war die aktive Begleitung und Teilnahme der Kommission an diesen Fast-Track-Networks.

URBACT III

Nun geht URBACT in die dritte Programmphase. Im Dezember 2014 genehmigte die Europäische Kommission das Operationelle Programm von URBACT III. Weiterführende Informationen sind auf der Website des Programm zu finden (siehe "Links").

Zusatzinformationen

Kontakt

Dr. André Müller
Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2341

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