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Einstufiger Münzwettbewerb

200. Geburtstag des Komponisten Robert Schumann

Am 19. März 2009 entschied eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz des Hamburger Künstlers Frantisek Chochola den Wettbewerb zur Gestaltung einer 10-Euro-Gedenkmünze für das Jahr 2010. Zu diesem einstufigen Wettbewerb wurden 15 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Prämiiert und zur Ausführung empfohlen wurde der Entwurf des in Berlin ansässigen Künstlers Prof. Christian Höpfner.

1. Preis Prof. Christian Höpfner, Berlin

200. Geburtstag des Komponisten Robert Schumann

200. Geburtstag des Komponisten Robert SchumannKünstler: Prof. Christian Höpfner, Berlin

Der Künstler hat in seinem Entwurf ein Schumannbildnis aufgegriffen, das schon zu Schumanns Lebzeiten einen großen Bekanntheitsgrad hatte und später von Clara Schumann für die Herstellung des berühmten Grabdenkmals auf dem Alten Friedhof in Bonn dem Bildhauer Adolf Donndorf ausdrücklich als Vorlage für das in das Denkmal eingefügte Portraitmedaillon verwendet wurde. Das schon als Relief von dem Dresdner Künstler und Schumannfreund Rietschel entworfene Reliefbildnis entstand 1846 in Dresden in Form eines Doppelbildnisses, das den damals 36-jährigen Schumann im Profil vor dem angeschnittenen Profilbildnis Claras zeigt. Das in Marmor gearbeitete Doppelrelief der beiden Schumanns, bei dem Robert seiner berühmten Frau als nur reproduzierender Künstlerin bewusst nur dem Platz „im Hintergrund“ zugestand, machte sofort nach seiner Fertigstellung Furore, wie die zahlreichen Gipsabgüsse bzw. Nachstiche bzw. sogar die Herstellung einer entsprechenden Brosche aus Elfenbein zeigt. Rietschel selbst besorgte 1860 mit seinem Schüler Otto Fritzsche die Umarbeitung zu einem Einzelportrait in Form eines Bronzereliefs für das Zwickauer Geburtshaus Schumanns.
Die ausgesprochene Vorliebe beider Schumanns für das Portrait sorgte für weite Verbreitung und verhalf dem Bildnis bis heute zum Ikonenstatus. Insofern ist die Wahl und die gelungene Umsetzung dieses Portraits als Motiv für die Gedenkmünze des großen Romantikers unter den deutschen Komponisten als ideal zu bezeichnen.
Die zeitgemäße klare Schrift steht in einem interessanten Kontrast zum klassischen Portrait, dass sich durch eine hohe Wiedererkennung Robert Schumanns auszeichnet. Der gut proportionierte und grafisch kraftvoll gestaltete Adler steht im Zentrum der Münze und bildet zusammen mit der gleichmäßigen Anordnung von Schrift und Sternen ein überzeugendes Pendant zur Bildseite.

*TÖNE SIND HÖHERE WORTE*


2. Preis Erich Ott, München

200. Geburtstag des Komponisten Robert Schumann

200. Geburtstag des Komponisten Robert SchumannKünstler: Erich Ott, München

Die Bildseite zeigt Robert Schumann in Anlehnung an ein undatiertes Foto im Alter von 40 Jahren. Die leicht ins Halbprofil gehende Frontalansicht zeigt einen sehr ernst blickenden Menschen – man ahnt die  bevorstehenden bitteren letzten Jahre seines Lebens. Robert Schumann starb im Alter von 46 Jahren.
Das realistische, leicht stilisierte Portrait stellt eine harmonische Komposition von Bildnis und umrahmender und ovaler Umschrift da.
Die Wertseite bildet in sachlicher Strenge einen leicht verfremdeten Adler ab,  dessen Umrisse das Oval der Bildseite zitieren.


3. Peis Carsten Theumer, Höhnstedt

200. Geburtstag des Komponisten Robert Schumann

200. Geburtstag des Komponisten Robert SchumannKünstler: Carsten Theumer, Höhnstedt

Auf der Bildseite überzeugt der Entwurf durch ein in allen Details treffendes Portrait Schumanns, das den Komponisten im Profil darstellt. Das Portrait ist mittig im Münzgrund angeordnet. In Kombination mit der Umschrift ergibt sich ein sehr klarer und einheitlicher Entwurf, der allerdings etwas statuarisch wirkt. Die symmetrische übersichtliche Darstellung des Adlers mit der Anordnung des Nominals und den 12 Europasternen entspricht der Bildseite, wodurch der Entwurf insgesamt überzeugt.


4. Peis Pauline Hoff, Berlin

200. Geburtstag des Komponisten Robert Schumann

200. Geburtstag des Komponisten Robert SchumannKünstler: Pauline Hoff, Berlin

Der Entwurf der Bildseite zeugt von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen Thema: Ein Schattenriss Robert Schumanns nach links, der nach dem Kniestück Eduard Kaisers aus dem Jahr 1847 gestaltet ist, ragt bis an den unteren Münzrand. Als Bildhintergrund ist innerhalb einer Kreislinie eine der berühmtesten Liedkompositionen Schumanns aus dem Lieder- und Hochzeitsjahr 1840 gewählt: „Im wunderschönen Monat Mai“ (Text: Heinrich Heine). Die Singstimmennoten sind untextiert, eine Wiedererkennbarkeit ist für den Musiker aber durchaus gegeben. Die Wahl eines Schattenrisses ist eine originelle Idee, da der wohl berühmteste Schumann-Roman Peter Härtlings Buch mit dem Titel „Schumanns Schatten“ ist. Als problematisch wird die Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben in der umlaufenden Inschrift auf der Bildseite gesehen.
Demgegenüber erscheint auf der Rückseite die übliche Versalienschrift. Die Komposition auf der Wertseite ist ausgewogen, allerdings ist kritisch anzumerken, dass die Währungsbezeichnung in einer anderen Schriftgröße als die Landesbezeichnung wiedergegeben wird.

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