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Münzwettbewerb

150. Geburtstag "Gerhart Hauptmann"

Am 10. November 2011 entschied eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz des Medailleurs Hubertus von Pilgrim den Wettbewerb zur Gestaltung einer 10-Euro-Gedenkmünze für das Jahr 2012. Zu diesem einstufigen Wettbewerb wurden 10 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Prämiert und zur Ausführung empfohlen wurde der Entwurf des in Berlin ansässigen Medailleurs Jordi Truxa.

1. Preis Tarnzahl 1882 Verfasser: Jordi Truxa, Berlin

1882

Bildseite
Der Entwurf zeigt in der rechten Bildhälfte Gerhart Hauptmann im Profil in grafisch reduzierter Form in Anlehnung an die Lithographie von Karl Bauer (1903). Er überzeugt durch die Zutat eines großen Papierbogens und einer Schreibfeder, die die produktive Tätigkeit des Dichters symbolisieren. Die Zutat mindert nicht die Kraft der Portraitdarstellung; der Kontrast von leerer und durchgestalteter Fläche verleiht dem Entwurf einen eigenen Spannungsreiz. Die Schrift als Randschrift ist deutlich lesbar, beschränkt sich dabei mit einer gewissen Zierlichkeit auf die rechte Münzhälfte. Die drei Bereiche (Portrait, Attribute, Schrift) stehen in einem spannungsreichen, aber schlüssigen Verhältnis.
Wertseite
In Analogie zur Bildseite ist auf der Wertseite die Adlerdarstellung ebenfalls nach rechts aus der Mitte gerückt. Der Adler entspricht den Vorgaben; innerhalb dieser Grenzen sind im Detail der Flügelgestaltung bemerkenswerte, der Einheit des Ganzen förderliche Gestaltungsmerkmale zu registrieren.

Randschrift: *A jeder Mensch hat halt 'ne Sehnsucht * (letzter Satz des III. Akts von Hauptmanns "Webern")

2. Preis Tarnzahl 1878 A, Verfasser: Elena Gerber, Berlin

1878 A

Die Bildseite zeigt Gerhart Hauptmann in einer modernen grafischen Gestaltung im Profil, das als Ausdruck seiner Persönlichkeit auf den ersten Blick erkennbar ist.
Die gut profilierten Strahlen im Hintergrund verleihen der Münze Tiefe und Spannung.
Sie symbolisieren das künstlerische Wirken des Dichters und seine Bedeutung bis in die heutige Zeit.
Ein gut lesbarer Schriftzug rahmt das Motiv ein, richtet sich aber nicht wie üblich auf das Zentrum der Münze aus.
Die Wertseite zeigt im grafischen Aufbau eine gute Entsprechung der Bildseite.
Das dichte Federkleid des Adlers korrespondiert gut mit den Strahlen im Hintergrund des Profils.
Der Wechsel der Bildebenen mit einer Vertiefung der Sterne verleiht auch der Wertseite eine besondere Dynamik.

3. Preis Tarnzahl 1877, Verfasser: Carsten Theumer, Salzatal

1877

Der Entwurf wurde prämiert, weil er ein ausdrucksstarkes, fein modelliertes Portrait Gerhart Hauptmanns mit einer ausgewogenen Darstellung des Adlers kombiniert.
Das Bildnis zeichnet sich durch eine individuelle Charakterisierung Hauptmanns aus und konzentriert sich auf den jüngeren Künstler während der Blüte seiner frühen Schaffenszeit. Die zeitlose, denkmalhafte Darstellung verzichtet auf erläuternde Elemente.
Die Wertseite korrespondiert mit der Bildseite, indem sie das mittig orientierte Kompositionsschema aufnimmt. Der Adler wirkt anmutig und ist als Hoheitssymbol angemessen.
Die einfühlsame Schriftgestaltung führt zu einem harmonischen Gesamtbild.

4. Preis Tarnzahl 1875, Verfasser: Hannes Dauer, Schönbrunn-Steinsdorf

1875

Der Münzenentwurf gestaltet auf der Bildseite ein Porträt von Gerhart Hauptmann mit hohem Erkennungswert. Es zeichnet sich durch eine sehr gute plastische Ausarbeitung aus und überzeugt in der Idee, den schaffenden Künstler in den Mittelpunkt zu stellen. Die mit einem Stift erhobene Hand wirkt als Kraftvolle und geradezu raumgreifende Geste. Die in zwei Zeilen am unteren rechten Rand aufgeführte klare Schrift setzt einen gelungenen Rahmen, der als gestalterisches Element auch auf der Wertseite an dieser Stelle erscheint.
So wie auf der Bildseite das Porträt nicht zentriert erscheint, findet sich auch auf der Wertseite der Adler in dezentraler Position. Zusammen mit den konzentriert gefassten Sternen ergibt sich für die Wertseite dennoch eine harmonische Flächenwirkung.

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