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Münzwettbewerb

150 JAHRE ENTDECKUNG DES URVOGELS ARCHAEOPTERYX

Am 21. Januar 2010 entschied eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz des Berliner Künstlers Heinz Hoyer den Wettbewerb zur Gestaltung einer 10-Euro-Gedenkmünze für das Jahr 2011. Zu diesem einstufigen Wettbewerb wurden 15 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Prämiiert und zur Ausführung empfohlen wurde der Entwurf der in München ansässigen Künstlerin Barbara Ruppel.

1. Preis 1028 B Barbara Ruppel, Krailling

1028 B

Als Beispiel für den Archaeopteryx hat der Künstler das Exemplar des Berliner Naturkundemuseums gewählt. Es ist ihm hervorragend gelungen, das Besondere des Fossils darzustellen, nämlich die typische Mischung der Merkmale, die den Charakter des Urvogels als Bindeglied zwischen Dinosauriern und Vögeln dokumentieren. Archaeopteryx gilt deshalb auch als eine Ikone der Evolutionsforschung. Die Hauptfundgebiete der bisher entdeckten zehn Skelettexemplare und einer Einzelfeder liegen in der Gegend von Solnhofen und Eichstädt in Bayern. Die Fundschichten, die Solnhofener Plattenkalke haben ein geologisches Alter von 150 Mio. Jahren.
Die Wertseite entspricht in ihrer kompositorischen und künstlerischen Eleganz der Bildseite. Die Klarheit der Schrift steht in einem spannungsvollen Kontrast zur Lebendigkeit des Federkleides des Adlers.

Randschrift: *ARCHAEOPTERYX - ZEUGE DER EVOLUTION *

2. Preis 1027 B Waldemar Wronski, Vienenburg

1027 B

Die Bildseite zeigt das erste jemals gefundene Fossil des Urvogels Archaeopteryx lithographica: die 1861 gefundene fossile Feder, eingebettet in ihre Steinplatte. Überaschenderweise handelt es sich dabei bereits um eine moderne Feder, wie man sie auch bei den heutigen Vögeln findet, obwohl diese fossile Feder 150 Mio. Jahre alt ist.
Der Künstler überrascht mit seinem Entwurf, da er bewusst nicht den Erwartungen entspricht, eines der Urvogelskelette darzustellen. Er greift vielmehr auf das tatsächlich erste gefundene Urvogelfossil zurück. Durch diese unerwartete Darstellung weckt er das Interesse auf gelungene Weise und versinnbildlicht die Kontinuität der Evolution nicht nur bei Vögeln und damit die hohe Aktualität, die eine Versteinerung, wie der Urvogel Archaeopteryx besitzt.
Die Wertseite zeigt einen würdevollen Adler und harmoniert in überzeugender Weise mit der Bildseite.
Allerdings spiegelt das Motiv auf der Bildseite, bei aller wissenschaftlicher Korrektheit der Darstellung, nicht das Wesentliche, welches dem Urvogel seine außerordentliche Bedeutung gibt: die Mischung von typischen Merkmalen von Dinosauriern und Vögeln. Diese sind nur an den Urvogelskeletten zu erkennen.

3. Preis 1028 A Barbara Ruppel, Krailling

1028 A

Die Jury würdigt den Entwurf, weil er mit der Interpretation des Fundstücks einen interessanten inhaltlichen Ansatz in den Mittelpunkt der Darstellung rückt, der die Bedeutung des Archaeopteryx für die Forschungsgeschichte erzählerisch verdeutlicht. Dargestellt ist eine auch im Detail gelungene wissenschaftliche Interpretation, jedoch keine Darstellung eines originalen Fundstücks. Das Thema ist durch die Orts- und Zeitangaben regional und zeitlich fokussiert. Die Wertseite entspricht in Ihrer kompositorischen und künstlerischen Eleganz der Bildseite. Die Klarheit der Schrift steht in einem spannungsvollen Kontrast zur Lebendigkeit des Federkleides des Adlers.

4. Preis 1019 Susanne Kraißer, Belzig

1019

Der Künstler wählte die Darstellung des „Berliner Exemplars“ des Urvogels Archaeopteryx mit einer selbständigen Ergänzung des Schwanzes. Das Skelett und die Federabdrücke sind korrekt wiedergegeben. Die Ausarbeitung hat eine starke plastische Wirkung und konzentriert sich auf das Wesentliche. Nicht überzeugen konnte die Darstellung des Schädels, sowie die zu klein gewählte Umschrift. Die Wertseite korrespondiert zwar mit der Bildseite. Die Position des Adlers hätte aber durchaus mittiger gewählt werden können.

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