Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Meldung 07.04.2017 Fassadensanierung: Die Winterpause ist vorbei

Neues von der Baustelle Pergamonmuseum

Die eigentlichen Sanierungsarbeiten an der Fassade des Pergamonmuseums hatten bereits im September 2016 angefangen. Witterungsbedingt musste von Anfang Dezember 2016 bis Anfang März 2017 eine Winterpause eingelegt werden. Seit März 2017 werden die Arbeiten an der Fassade fortgesetzt. Die Sanierung der Natursteinfassade wird voraussichtlich im Mai 2019 abgeschlossen sein.

Die eigentlichen Sanierungsarbeiten an der Fassade des Pergamonmuseums hatten bereits im September 2016 angefangen. Witterungsbedingt musste von Anfang Dezember 2016 bis Anfang März 2017 eine Winterpause eingelegt werden. Seit März 2017 werden die Arbeiten an der Fassade fortgesetzt. Die Sanierung der Natursteinfassade wird voraussichtlich im Mai 2019 abgeschlossen sein.

Das Bild zeigt die eingerüstete Fassade des Pergamonmuesums. Fassadensanierung des Pergamonmuseums Die eingerüstete Süd-/Westfassade des Nordkopfes, im Hintergrund die Stadtbahn und das Bodemuseum.

Die umfassende Sanierung der Naturstein- und Putzfassaden des Pergamonmuseums ist Bestandteil der Großen Baumaßnahme „Grundinstandsetzung und Ergänzung“. Die weit auskragenden Gesimse und die Attika wurden bereits 2008/09 als vorgezogene Maßnahme saniert, da für die Gesimse akute Absturzgefahr bestand. Mit den vorbereitenden Arbeiten zur Instandsetzung und Ergänzung der Fassaden konnte dann im Frühjahr 2016 begonnen werden.

Ein wichtiger Projektschritt war dabei die Abstimmung des Maßnahmenkataloges für die Fassadensanierung mit dem Landesdenkmalamt Berlin. Grundlage für den Maßnahmenkatalog sind die Anforderungen des Landesdenkmalamtes Berlin (LDA) aus dessen denkmalpflegerischem Leitfaden vom 30. Februar 2008:

„Die Grundinstandsetzung der Fassaden und des Hauptgesimses ist durch den gefährdeten Zustand und notwendige Korrekturen vorangegangener Maßnahmen bedingt. Die Erhaltung und Wiederherstellung der Fassadenarchitektur von Alfred Messel und Ludwig Hoffmann ist ein zentrales denkmalpflegerisches Anliegen. [...] Bei der Grundinstandsetzung wird angestrebt, möglichst große Bereiche der originalen Natursteinfassade aus Kirchheimer Muschelkalk und die Steinputzflächen mit ihren Spuren der Alterung zu erhalten und Erneuerungen optimal an den Bestand anzupassen. [...] Nach Erfassung der Kriegsschäden wird ein Konzept für den Umgang erarbeitet und mit der Denkmalpflege abgestimmt.“

Nachdem im September 2016 die Fassaden eingerüstet waren und optimal begangen werden konnten, aktualisierten die ausführenden Firmen in einem ersten Schritt die vorliegende Schadenskartierung. Auf dieser Basis stimmten der Architekt und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung mit der Denkmalpflege den konkreten Umfang und die Art der Ausführungen ab. Thema bei diesen Abstimmungen war insbesondere der Umgang mit den noch vorhandenen Kriegsschäden.

Das Vorgehen bei der Ausbesserung der jeweiligen Schäden wurde im Einzelfall entschieden: Wo es technisch und statisch möglich ist, sollen Kriegsschäden als historisches Zeugnis in ihrem Erscheinungsbild erhalten bleiben. Dagegen werden Fassadenschäden wie Steinausbrüche oder Abplatzungen, die nicht im Zweiten Weltkrieg entstanden sind, durch Ersatzelemente aus Stein oder Restauriermörtel beseitigt. Zur Entscheidungsfindung wurden sowohl für die Naturstein- als auch für die Putzsanierungsarbeiten verschiedene Musterflächen an der Fassade und als Handmuster angelegt.

Für die Natursteinsanierung wurden exemplarisch größere Schadensbereiche konservatorisch behandelt: Dabei wurden Risse mit Epoxidharz geklebt, Schalenbildungen (wegen Feuchtigkeit abplatzende Flächen) mit Gewindestahl vernadelt und materialfremde Ergänzungen der 1980er-Jahre (Obersdorfer Kalkstein) durch materialidentischen fränkischen Muschelkalk (Sellenberger) ausgetauscht.

Für die Instandsetzung der Steinputzfassade mussten verschiedene Putzrezepturen ermittelt werden, weil die historischen Fassadenbereiche am Nordflügel und am Mittelbau-Nord in der Zusammensetzung des Putzes unterschiedliche Bindemittel und Kornstärken aufwiesen. Außerdem sind die verschiedenen Oberflächenbearbeitungen an glatten geschliffenen Quaderflächen und an den Profilelementen bei der Sanierung zu berücksichtigen.

Zurzeit findet noch die Aktualisierung für die Schadenskartierung an den Fassaden der Bauteile Mittelbau-Nord und Mittelbau-Mitte statt. Wenn diese Kartierungen abgeschlossen sind, können auch für diesen Bereich die notwendigen Abstimmungen mit der Landesdenkmalpflege stattfinden und die eigentlichen Sanierungsarbeiten Ende April 2017 beginnen.

Pergamonmuseum - die eingerüstete Ostfassade

Bild / Video 1 von 12

Das Bild zeigt die eingerüstete Ostfassade des Pergamonmuseums. Pergamonmuseum - die eingerüstete Ostfassade Die eingerüstete Ostfassade des Pergamonmuseums (Mittelbau Mitte und Mittelbau Nord, Richtung Hackescher Markt)

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