Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Kunst am Bau

Kunst am Bau ist integrales Element der Baukultur in Deutschland und Teil der Bauherrenaufgabe des Bundes. Sie kann entscheidend zu Qualität und Aussage von Bauwerken beitragen, denn sie ist wie die Architektur eine öffentliche Kunst. Sie ist allgemein zugänglich und dauerhaft präsent, sie ist Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses und Spiegel der Schöpfungsgabe eines Landes und damit nationale Visitenkarte. Die Stärkung von Kunst am Bau ist dem Bund daher ein wichtiges Anliegen.

Die Beteiligung bildender Künstlerinnen und Künstler bei Baumaßnahmen des Bundes unterliegt entsprechenden Verfahrensregeln, die in den Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau) beschrieben sind. Als Ergänzung und Konkretisierung hierzu wurde 2005 vom Bundesbauministerium der Leitfaden Kunst am Bau entwickelt, der im Herbst 2012 aktualisiert und fortgeschrieben wurde.

Kunst am Bau muss bestimmten Kriterien genügen: Erwartet wird ein eigenständiger künstlerischer Beitrag zur Bauaufgabe, der einen Bezug zur Architektur oder zur Funktion des Bauwerks herstellt und durch künstlerische Qualität und Aussagekraft beeindruckt. Hierfür lobt der Bund regelmäßig Wettbewerbe aus, die zumeist als offene oder beschränkt offene Verfahren durchgeführt werden. Die Kosten für Kunst am Bau werden aus dem Bautitel bestritten und betragen bei großen Baumaßnahmen 0,5 %, bei kleineren bis zu 1,5 % der Bauwerkskosten.

Kunst am Bau hat beim Bund eine lange Tradition, die bis in die Weimarer Republik zurückreicht. Seit der Empfehlung des Deutschen Bundestags 1950, bei allen Bundesbauten einen festen prozentualen Anteil der Bausumme für Kunst einzusetzen, sind im Auftrag des Bundes mehrere tausend Kunstwerke entstanden. Zusammengenommen bilden sie eine international einzigartige Sammlung an Nachkriegskunst, die allerdings auf hunderte Standorte in Deutschland und in der gesamten Welt verteilt ist. Einen Einblick in diesen Bestand bietet das Museum der 1000 Orte, das seit 2017 als Onlinemuseum für die Kunst am Bau des Bundes besteht und sukzessive weiter ausgebaut wird.

Neben der praktischen Umsetzung von Kunst am Bau trägt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) mit Werkstattgesprächen und Publikationen dazu bei, den Diskurs über Kunst am Bau zu fördern und diese Kunst als baukulturelle Aufgabe in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken. Flankiert werden die Maßnahmen durch Forschungsaufträge zur Kunst-am-Bau-Praxis des Bundes sowie zur Inventarisation und Vermittlung der Kunst.

Ein Sachverständigenkreis berät das Bundesbauministerium bei projektübergreifenden Grundsatzfragen. Dazu gehören die Evaluation der Kunst-am-Bau-Praxis des Bundes, die Verbesserung des Informationsflusses zwischen Künstlerinnen und Künstlern und den Bauverwaltungen, die Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung von Kunst am Bau sowie die Stärkung des Engagements anderer öffentlicher und privater Bauherren für diese Art von Kunst.

Weitere Informationen zum Thema "Kunst am Bau" erhalten Sie auf den Internetseiten des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI).

Weitere Informationen

Symposium „Kunst am Bau in der DDR“ Dokumenttyp Artikel

Im Rahmen des Jubiläumsjahres zu 70 Jahren Kunst am Bau in Deutschland fand am 24. Januar 2020 als Auftaktveranstaltung das ganztägige Symposium „Kunst am Bau in der DDR – gesellschaftlicher Auftrag, politische Funktion, stadtgestalterische Aufgabe“ statt. Die Veranstaltung war bereits weit im Voraus ausgebucht und fand viel positive Resonanz.

Museum der 1000 Orte Dokumenttyp Artikel

Wo die Bundesrepublik Deutschland als Bauherrin auftritt, wird auch Kunst am Bau realisiert. Viele der Kunstwerke sind jedoch nicht für jedermann zugänglich, weil sie sich an geografisch weit entfernten Orten oder in Bauten mit besonderen Sicherheitsanforderungen befinden. Um diese Kunst trotzdem allgemein zugänglich zu machen, ist ein virtuelles „Museum der 1000 Orte“ entstanden, das die Kunst am Bau in ihrem architektonischen Umfeld vorstellt.

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