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Neubau
Von den Rheinauen aus sind die Gebäude der Deutschen Welle und der Lange Eugen zu erkennen.
Von 1997 bis 2002 wurde ein ursprünglich 1989 für Zwecke des Deutschen Bundestages begonnener Neubau unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) als Funk- und Verwaltungszentrale für die Deutsche Welle errichtet. Die Betreuung der Liegenschaft wurde Ende 2007 wieder dem BBR übertragen, nachdem diese seit der Fertigstellung im Jahr 2002 bei der Bundes- und Landesliegenschaftsbetreuung Nordrhein-Westfalen lag.
Die Entstehungsgeschichte des Sitzes der Deutschen Welle in Bonn ist eine der spektakulärsten und kompliziertesten seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland: Ursprünglich, 1983, war ein Erweiterungsbau für den „Langen Eugen“ als Bürogebäude für Mitglieder des Deutschen Bundestages geplant. Mit dem Baubeginn fallen die Berliner Mauer und der Eiserne Vorhang, zwei Jahre später der Entschluss für Berlin als neue Hauptstadt und Sitz des Deutschen Bundestages.
Nachdem es quasi seine funktionale Existenzberechtigung verloren hatte, zerstörte ein dramatisches Weihnachtshochwasser 1993 auch die physische Existenzberechtigung des Gebäudes: Der Rohbau war überflutet und wie ein havarierendes Schiff auseinander gebrochen. Heftige politische Debatten begleiteten die Ursachenforschung und die Diskussion um die weitere Nutzung der zwischenzeitlich berühmtesten Bauruine Europas. Schließlich beschloss der Deutsche Bundestag 1994, dass der Bau fertiggestellt und als neuer Sitz der Deutschen Welle genutzt werden sollte.
Sechs Jahre später konnte Richtfest gefeiert werden. Weitere zwei Jahre später, im Sommer 2002, übergab das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung das Gebäude an die Deutsche Welle, die es nach Einbau der gesamten Sendetechnik im Herbst 2003 in Betrieb genommen hat. Mit der Installation von fünf Kunstwerken von sechs Künstlern aus fünf Kontinenten ist die Maßnahme im Herbst 2004 zum Abschluss gekommen.
Zum Zeitpunkt seiner Einweihung im September 2003 war der neue Sitz der Deutschen Welle mit seinen rund 1.560 Arbeitsplätzen auf circa 32.000 Quadratmetern Nutzungsfläche das modernste Funkhaus Europas.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Mai 1983 | Abgabe der Wettbewerbsarbeiten für die Neubauten des Deutschen Bundestages in Bonn |
| April 1984 | Ältestenratsbeschluss, Professor Joachim Schürmann mit der weiteren Planung zu beauftragen |
| November 1989 | Baubeginn / Fall der Berliner Mauer |
| Juni 1991 | Beschluss zum Umzug des Deutschen Bundestages nach Berlin |
| Dezember 1993 | Hochwasserkatastrophe, Überschwemmungen und Zerstörung der Baugrube |
| Oktober 1994 | Bundestagswahl, alle weitergehenden Abbruchüberlegungen werden verworfen. Kabinett und Bundestag beschließen den Weiterbau, der neue Nutzer heißt Deutsche Welle. |
| Juli 1997 | Abschluss Architektenvertrag mit Joachim Schürmann |
| April 1998 | Baubeginn Untergeschosse |
| Oktober 1998 | Genehmigung zum Weiterbau einschließlich Sanierung der oberen Geschosse |
| April 1999 | Baubeginn Obergeschosse |
| Mai 2000 | Richtfest |
| Juni 2002 | Fertigstellung und Übergabe an die Deutsche Welle |
| September 2003 | Einweihung und Aufnahme des Sendebetriebs |
| September 2004 | Einweihung der Kunst am Bau |
Umsetzung eines Energiekonzepts
Unter der Leitung des BBR fand die Entwicklung, Aufstellung und Durchführung eines auf die spezifischen Erfordernisse eines hochtechnisierten Funkhauses (unter anderem Anforderungen des Dauerbetriebs) zugeschnittenen Energiekonzeptes statt. Die Planungen erfolgten auf Grundlage eines vom Büro Klett Ingenieure erstellten Gutachtens.
Einzelmaßnahmen zur baulichen Mängelbeseitigung
Im Zuge der Errichtung des Gebäudes zwischen 1997 und 2002 wurden einzelne Bauleistungen mangelhaft durchgeführt. Mit den Planungen zur Behebung der bestehenden Mängel konnte erst nach Abschluss langwieriger Rechtsstreitigkeiten begonnen werden. Insgesamt waren vier einzelne Maßnahmen notwendig:
Turnusmäßige Prüfungen
Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung führt turnusgemäß wiederkehrende Prüfungen nach PrüfVO NRW sowie turnusgemäße Begehungen nach RÜV auf der Liegenschaft der Deutschen Welle in Bonn durch.
Bauunterhaltsmaßnahmen
Zu den Aufgaben des laufenden Bauunterhalts zählen einzelne kleinere Maßnahmen, die nach Beauftragung durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) durchgeführt werden.