Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Kunst-am-Bau-Wettbewerb UN Campus in Bonn – Erweiterungsneubau – Außenraum

Offener, zweiphasiger Wettbewerb

  • Status Abgeschlossen
  • Veröffentlichung 17.03.2016
  • Entscheidung 11.10.2016

Entscheidung des Preisgerichts

Das Preisgericht für die zweite Phase unter Vorsitz von Susanne Titz tagte am 11. Oktober 2016 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Bonn. Es wurden ein erster, ein zweiter und ein dritter Preis vergeben.

Preisträger

1. Preis – 1129 Rainer Splitt, Berlin

„Imagine“

1. Preis "Imagine"

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Modell 1. Preis "Imagine" Modell

Beurteilung durch das Preisgericht

Bei dem Kunstwerk „Imagine“, das zwischen Erweiterungs-neubau und Altem Abgeordnetenhochhaus platziert werden soll, handelt es sich um eine doppelwandige Fläche aus hochglänzenden Edelstahlblechen, die auf Doppel T-Trägern angebracht sind.

Die sich ergebenden verspiegelten Flächen enthalten unregelmäßig geformte Öffnungen, die als „individuelle Löcher“ gesehen werden. Sie entsprechen einer imperfekten Handzeichnung, da die Löcher ungleichseitig auf beiden Seiten ausgeschnitten sind und dadurch einen Einblick in den Innenraum der Skulptur ermöglichen.

Mittels der Durchblicke und Spiegelungen wird die Wirklichkeit gerahmt und gewandelt in unterschiedliche Bilder, bestimmt vom jeweiligen Auge, von Position und Perspektive des Betrachters.
Diese „individuellen Löcher“ – als Leerstellen oder als „das Nichts“ werden zu einem Bestandteil der Skulptur. In der farbig hochglanzverspiegelten Metalloberfläche erkennt der Betrachter sich auch als „eingefärbtes Selbst“.

Der Standort fast parallel zum Weg wird kritisch diskutiert und sollte nochmals überprüft werden.

Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ein stringentes Konzept und die Vielschichtigkeit ihrer Wahrnehmung.


2. Preis – 1134 Stefan Sous, Heinke Haberland, Düsseldorf

„Fünf Kontinente“

2. Preis "Fünf Kontinente"

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Perspektive 2. Preis "Fünf Kontinente" Perspektive

Beurteilung durch das Preisgericht

Ein Lager von Materialien aus aller Welt, das beinahe zufällig wirkt, daher nicht wirklich monumental.

Es handelt sich um eine ruhige Zentralität, die das Vermögen besitzt, auf beiläufige Weise einen Ort zu schaffen. Er besitzt Allansichtigkeit wobei der favorisierte Standort hinsichtlich der Wurzelbereiche der Bäume und der Sichtachsen zu prüfen ist. Eine Verschiebung des vom Verfasser eingekreisten / favorisierten Standorts leicht südöstlich, Richtung Spiegelteich, könnte eine bessere Situation erzeugen.

Der Titel ist nicht aktuell, da die historische Zahl der fünf Kontinente nicht mehr gilt und heute eine variable Zahl von bis zu sieben gehandhabt wird. Die Steinmaterialien stehen nicht für Kontinente, da diese fast alle auf mehreren Kontinenten zu finden sind. Eine bessere Lesart dieser ‚gefundenen‘ Steine wäre daher das Phänomen tektonischer Platten bzw. die Tatsache ähnlicher geologischer Strukturen quer über die Erde. Die Verwitterung/Alterung wurde kontrovers diskutiert: Die Qualität der einzelnen Steine könnte verloren gehen oder aber eine eigene Ästhetik herstellen. Die Fundamente unter den Bohlen müssen unsichtbar sein, andererseits darf das Holz nicht feucht liegen.

3. Preis – 1133 Fiona Banner, London, UK

„Full Stops“

3. Preis "Full Stops"

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Modellansicht Modellansicht

Beurteilung durch das Preisgericht

Vier schwarz lackierte in Form und Größe unterschiedliche Bronzeskulpturen sind in loser Folge entlang der Hauptachse des Grünbereichs platziert. Ihre Formen sind abgeleitet aus den Satzzeichen der „Full Stops“ (dt. Satzpunkte) verschiedener Schrifttypen.
Als wenn sie aus einer großen Debatte herausgefallen wären, rhythmisieren diese Skulpturen den Außenraum und laden die Menschen ein, sich zu engagieren. Die Skulpturen bilden einen Zusammenhang und stehen doch individuell für sich.
Kritisch wurde angemerkt, dass die Lapidarität der Form den Zugang zur Botschaft erschwert. Kontrovers diskutiert wurde die Tatsache, dass es sich hierbei um eine Arbeit als Teil einer großen Werkgruppe handelt.
Die Skulpturen bilden einen Zusammenhang und trotzdem steht jede für sich. Sie wirken auf einer konkreten und einer metaphorischen Ebene, als Verbindung zwischen alten und neuen Gebäuden und als assoziative Artikulation der Debatten von Nachhaltigkeit und Diversität. Sie schaffen Ruhe im Kontext der vielen verschiedenen Sprachen und Gesichtspunkte. “

Engere Wahl – 1126 Bettina Darmawan & Mauritius Pauli, Berlin

„Atoll II“

Sonderfachleute: Henri Kern, Kern Ingenieure, Tragwerksplanung und Bauphysik, Potsdam
Berater: Wolfgang Schäfer (Bautechnik, Beton Marketing Ost GmbH, Standort Berlin); Manuel Vöge, Isil Tuganli (Ausführende Firma BNB Potsdam

Engere Wahl "Atoll II"

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Lageplan Engere Wahl "Atoll II" Lageplan

Engere Wahl – 1127 Thomas Henninger, Axel Anklam, Berlin

„Tweet“

Sonderfachleute: Olivia Zwach / Kunsthistorikerin

Engere Wahl "Tweet"

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Modellansicht Engere Wahl "Tweet" Modellansicht


Weitere Teilnehmer des Wettbewerbs in der 2. Phase:

"Hoodoo K6"

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Die Computervisualisierung zeigt das Kunstwerk von Oliver Störmer am UN-Campus in Bonn. "Hoodoo K6" Eine Visualisierung des Kunstwerkes von Oliver Störmer am UN-Campus in Bonn.

Informationen zum Wettbewerb

Wettbewerbsaufgabe

Der UN Campus in Bonn wurde 2006 eingeweiht. Die Ansiedlung von Organisationen der Vereinten Nationen in Bonn geht auf einen Beschluss des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bundesstadt Bonn aus dem Jahr 2002 zurück, in dem vereinbart wurde UN Organisationen im ehemaligen Plenarbereich und in räumlicher Nähe zum Internationalen Kongress- und Veranstaltungszentrum Bundeshaus Bonn zu bündeln.

Anlass und Ziel

Ziel des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs ist es, einen überzeugenden künstlerischen Entwurf für die Aufenthalts- und Wartebereiche in dem Neubau zu erhalten, der dem Anspruch des Ortes angemessen ist (Näheres siehe Teil 3).

Ziel des Wettbewerbs ist es, eine künstlerische Gestaltung zu finden, die die Struktur und die Funktionen der innenliegenden Aufenthalts- und Wartebereiche berücksichtigt und einen Mehrwert für die Kommunikation- und Raumqualität darstellt. Die genannten technischen Vorgaben sind zu beachten. Es wird erwartet, dass die Arbeit eigens für diesen Ort und diese Aufgabe entwickelt wird. Beispielhafter Querschnitt mit zweigeschossigen Aufenthaltsbereichen (Wettbewerbsentwurf, maßgeblich ist die aktuelle Entwurfsplanung, siehe 4.1)

Das zu entwickelnde Konzept sollte möglichst integral alle sechs Bereiche umfassen, die Kunst am Bau soll mindestens die Bereiche in den so genannten Wartebereichen bespielen; das sind Nr. 2, 4, 6 (siehe 3.2.1 Kunststandorte).

Wettbewerbsverfahren

Der offene zweiphasige Kunst-am-Bau-Wettbewerb wurde am 17. März 2016 ausgelobt. In der ersten Phase wurden 101 Entwürfe eingereicht. Das Preisgericht der 1. Phase tagte am 8. Juni 2016 unter Vorsitz von Susanne Titz, Direktorin des städtischen Museums Abteiberg, Mönchengladbach und wählte 11 Künstler_Innen bzw. Künstlergruppen zur Teilnahme an der zweiten Phase aus.

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Zum Thema

Kontakt

  • Referat A2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
    Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau 
    Straße des 17. Juni 112
    10623 Berlin

    Tel.: +49 30 18401-9202
    Fax: +49 30 18401-9209
    E-Mail: architektur@bbr.bund.de

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