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Nicht offener, einphasiger Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren
Das Preisgericht unter Vorsitz Prof. Dr. Stephan Berg, Intendant des Kunstmuseums Bonn, tagte am 1. März 2016. Es wurden ein erster, ein zweiter und ein dritter Preis vergeben.
„Szene mit vier Fragmenten und einer Wolke“
Berater: Dipl.-Ing. Elektrotechnik, Reiner Mattern
Beurteilung durch das Preisgericht
„Szene mit vier Fragmenten und einer Wolke“
Ein Wintergarten wird zum räumlichen Bild.
Die Arbeit setzt sich aus zwei Elementen zusammen: einer Lichtinstallation und vier Bodenelementen. Die Innenwände und die Decke des Raums werden verspiegelt. In ihrem Zusammenspiel entwickeln diese „Zutaten“ eine starke Dynamik und Dreidimensionalität.
Das Licht - ein abstrakt leuchtendes Wolkenfragment „schwebt“ an der Decke des Wintergartens und wird erst durch seine Spiegelung vervollständigt. Diese Wolke symbolisiert nicht nur Unbeständigkeit, Wandelbarkeit und Leichtigkeit. Zu Ihrer Ikonographie gehören ebenfalls die Naturkräfte und die Grenzenlosigkeit. Auch hier im Wintergarten der UN übertritt sie Grenzen und steht damit für die Grenzenlosigkeit.
Die vier am Boden platzierten modernen Elemente, könnten Sitzgelegenheiten sein. Sie sind in ihrer Form nicht festgelegt, wirken allerdings vage technoid.
Die Gegenüberstellung und das Zusammenspiel von Fragment und Ganzheit verleihen der Arbeit einen besonderen Reiz und erzeugen eine hohe Dynamik des Raumes.
Die Arbeit setzt sich intensiv mit dem Innen- und Außenraum auseinander. Die Raumöffnung und der Dialog zwischen Betrachter und dem Werk zählen zu den besonderen Qualitäten des Entwurfs. Ebenfalls wird der verborgene Sinnzusammenhang der vier Bodenfragmente von der Jury positiv bewertet. Diese Formsprache der technischen Fragmente und deren Platzierung im Raum regen zu einer allgemeinen Reflektion an.
Der Entwurf besitzt trotz einer gewissen Kühle und Abstraktheit eine hohe Aufenthaltsqualität. Dies wird vom Nutzer und von der Jury ebenfalls positiv bewertet.
Den Verfassern des Entwurfs gelingt es in dem Wintergarten eine völlig eigenständige Atmosphäre zu erzeugen. Der Raum wird zum Objekt, zu einer künstlichen Landschaft. Der Betrachter wird zum Akteur.
„Notes on Climate Change“
Beratung: Room Division GMBH (Lichtplanung)
Hon-Tan Trieu (Rendering)
Mitarbeiter: Matthias Spath und Akihiro Yamamoto (Modell)
Beurteilung durch das Preisgericht
„Notes on Climate Change“
…..ist eine raumfüllende Material und Lichtmedieninstallation, die die inhaltlichen und architektonischen Ansprüche, die für den Auftraggeber wichtig sind, in großem Maße erfüllt.
Die farbliche Gestaltung der künstlerischen Rauminstallation und die Einbeziehung der Wandbegrünung schließt an die von den Architekten ausgeführten anderen Wintergarten sinnvoll an, wobei der/die KünstlerIn vielseitig und unterschiedlich mit satten Grüntönen spielt, die den Raum neben der Materialvielfältigkeit mit großer Lebendigkeit füllt.
Die mit grünen Lumini (ziepender) Folien bezogenen Licht-kästen mit ihrer Lichtkomposition übertragen die Lebendigkeit in einen Zeitrhythmus, der diese abwechslungsreiche Installation zu einem überzeugenden Gesamtkunstwerk macht.
Besonders eindringlich und für den Bauherrn relevant, ist die Lichtkomposition selbst, die die jeweiligen Treibhausimmissionen der UN Mitgliedsstaaten mittels Lichtimpulsen unterschiedlicher Helligkeit und Dauer visualisiert. Diese Lichtkomposition wird auch der in der Ausschreibung gewünschten Fernwirkung aus langer/großer Distanz gerecht.
„wind~ing“
Beurteilung durch das Preisgericht
„wind~ing“
Von Entwurf und Leitgedanken her ein sehr inspirierender und lebendiger Vorschlag.
Zwei Elemente gehen ein vielschichtiges, überzeugendes Spiel mit der bestehenden Architektur ein. Zum einen wird die bestehende Wendeltreppe in ihr verzerrtes und verfremdetes Gegenüber gespiegelt, was einen großen Überraschungseffekt hat, sobald man den Raum betritt. Diese Form ist zugleich autark und dialogisch angelegt.
An der östlichen Stirnwand wird dieses zentrale skulpturale Element durch eine Lichtscheibe mit umlaufendem Textband erweitert, die zugleich Morselichtzeichen versendet. Die filigrane Wendeltreppenform wirkt in sich bewegt, dynamisch, eine vertikale Bewegung zur Decke simulierend. Ein irrationales, an einen Wirbelsturm erinnerndes Gebilde, das sich von der soliden architektonisch vorgegebenen Wendeltreppe interessant absetzt.
Das Lindgrün greift das Grünthema der anderen Wintergärten auf. Es ist ein gelungener Entwurf auch in Hinblick auf den Vermittlungsgedanken einer von der UN mitgelenkten Welt. Er spiegelt Bewusstsein, Wahrnehmungstiefe und Weitblick dieser Institution in der Verdeutlichung von Zerbrechlichkeit und Instabilität der Kräfte, d.h. der Welt, zwischen Kontrollierbarkeit und unkontrollierbaren Einflüssen. Das Morsezeichen verweist auf die Kommunikation auf See, was den Ortsbezug zum Rhein herstellt und transportiert die Idee einer weltumspannenden Kommunikation, die über Sprachen, die immer nur einen Teil der Menschheit repräsentieren kann, hinausgeht.
Die Arbeit hat eine ansprechende Außenwirkung. Abends und nachts werden jeweils zur vollen Stunde Morsezeichenfrequenzen in den städtischen Raum gesendet. Die Bedeutung wird sich natürlich nicht jedem Passanten sogleich erschließen, aber allmählich wird es sich herumsprechen und die Botschaft, die zugleich einen etwas geheimnisvollen Auftritt hat, weitergereicht.
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen zu Klimaänderungen (UNFCCC)
bei dieser Aufgabe vertreten durch das
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat A 2
Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsmaßnahmen
Straße des 17. Juni
10623 Berlin
Beate Hückelheim-Kaune, Referatsleiterin
Angela L. Kauls, Projektleiterin
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat III B 1- Projektmanagement
Deichmanns Aue 31-37
53179 Berlin
Der „Lange Eugen“ wird heute von 17 UN Organisationen genutzt. Im Alten Abgeordnetenhochhaus ist im Wesentlichen das Sekretariat der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) untergebracht. Der UN Campus mit derzeit etwa 900 bildet das Zentrum der Organisationen der Vereinten Nationen in Bonn.
Um den zusätzlichen Raumbedarf für weitere etwa 330 UN Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu decken, wurde 2012 ein Wettbewerb für einen Erweiterungsneubau ausgelobt, aus dem das Berliner Architekturbüro Stefan Lippert/ Architekt mit den Landschaftsarchitekten ANNABAU architektur und landschaft als erster Preisträger hervorgegangen sind. Der geplante 17-geschossige Neubau schließt nördlich an die beiden denkmalgeschützten Gebäude – das „Alte Wasserwerk“ und das „Pumpenhaus“– an, die im Rahmen vorgenannter Baumaßnahme instand gesetzt und an die Vereinten Nationen übergeben werden.
Anlass und Ziel dieses Wettbewerbs war es, für den Wintergarten im 14./15. Obergeschoss des geplanten Neubaus ein künstlerisches Konzept zu realisieren.
Der anonyme, nichtoffene Kunst-am-Bau-Wettbewerb wurde am 3. August 2015 ausgelobt. In einem vorgeschalteten offenen Bewerberverfahren wurden für den Standort Wintergarten 10 Künstlergruppen, Künstlerinnen und Künstler ausgewählt.
Referat A2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin
Tel.: +49 30 18401-9202
Fax: +49 30 18401-9209
E-Mail:
architektur@bbr.bund.de