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Herrichtung und Sanierung für das Sekretariat der Klimarahmenkonvention
Die Sanierung des alten Abgeordnetenhochhauses auf dem UN Campus in Bonn wurde 2013 abgeschlossen.
Der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesstadt Bonn beschlossen 2002 die Vereinbarung zur Ansiedlungen von Organisationen der Vereinten Nationen in Bonn und zum Internationalen Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (IKBB). Ziel ist es, die rund 700 Beschäftigten der 24 UN-Organisationen gebündelt im ehemaligen Plenarbereich, im Bundeshaus und im neuen Abgeordnetenhochhaus, dem „Langen Eugen“, in räumlichem Zusammenhang mit dem Kongresszentrum, heute World Conference Center Bonn (WCCB), unterzubringen. Für das IKBB übernahm die Bundesstadt Bonn die Trägerschaft.
Auf der Grundlage des Kabinettbeschlusses vom 28. Mai 2003 hat der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin den Vereinten Nationen in Bonn das den Langen Eugen und das alte Abgeordnetenhochhaus im ehemaligen Parlamentsbereich zur dauerhaften Nutzung angeboten. Dieses nahmen die Vereinten Nationen an. Das Sekretariat der Klimarahmenkonvention, kurz UNFCCC, zog nach Abschluss des Projektes in das alte Abgeordnetenhochhaus ein, die anderen UN-Organisationen in den Langen Eugen.
Der nördliche Teil des Campus ist am Rhein gelegen.
Im ersten Schritt wurde der Lange Eugen durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW saniert und von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 11. Juli 2006 an die Vereinten Nationen übergeben. Es folgte als zweiter Abschnitt das alte Abgeordnetenhochhaus, das hergerichtet und dem Nutzer im Juli 2013 übergeben wurde.
Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat III B 1 – führte im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Baumaßnahme „Herrichtung des alten Abgeordnetenhochhauses“ durch. Die BImA ist Eigentümerin der Liegenschaft und formal die Bauherrin für die Bundesrepublik Deutschland. Innerhalb der Bundesregierung hat stellvertretend für das UNFCCC das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) die Vertretung des Nutzers übernommen.
Nach einem durchgeführten öffentlichen Vergabeverfahren 2004 gewann das Architekturbüro RKW Architektur + Rhode Kellermann Wawrowsky das Auswahlverfahren und wurde mit den Generalplanerleistungen beauftragt.
Der Campus
Das geplante UN-Campusgelände besteht aus einem einheitlichen gesicherten Bereich, der den Langen Eugen und das alte Abgeordnetenhochhaus einschließt. Die äußere Sicherheit wurde durch die Einfriedung des UN Campus, das zentrale Personeneingangsgebäude an der Ecke Görrestraße / Hermann-Ehlers-Straße, dem heutigen Platz der Vereinten Nationen, und das Logistikgebäude an der Hermann-Ehlers-Straße hergestellt.
Die Planung
Das Gebäudeensemble des alten Abgeordnetenhochhauses umfasst die Bauteile Südflügel, Verbindungsbau, altes Hochhaus mit dem darunterliegenden ehemaligen Luftschutzbunker, Fraktionssäle und Fraktionsflügel. Entsprechend den Bedürfnissen des Nutzers wurden verschiedene Bürokommunikationsformen und eine behagliche Arbeitsatmosphäre geschaffen. Seit der Fertigstellung des Projektes arbeiten hier rund 270 Beschäftigte des UNFCCC.
Der wesentliche Schwerpunkt bei der Konzeption für das alte Abgeordnetenhochhaus war die Planung als bauökologisches Modellvorhaben. Dazu wurde der Bestand mit ökologischen Baustoffen und Bauelementen nachhaltig umgebaut. Des Weiteren hat sich der Energieverbrauch deutlich verringert und – soweit möglich – wurden fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt. Dadurch reduzieren sich auch die emittierten Luftschadstoffe deutlich. Mit diesem beispielhaften Umbau unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit konnte demonstriert werden, dass auch bei einer Gebäudesanierung ein deutlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Dies trägt auch der besonderen klimaschutzpolitischen Bedeutung des zukünftigen Nutzers UNFCCC Rechnung.
Unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Belange wurden der vorbeugende Brandschutz, der Hochwasserschutz und das Sicherheitskonzept an die damaligen Standards angepasst. Schließlich optimierte das Planungsteam die innere Erschließung, auch in Hinblick auf die barrierefreie Nutzung des Gebäudes.
Die Geschichte
Mit der Wahl des Parlamentarischen Rates im Jahr 1949 wurde Bonn zur provisorischen Bundeshauptstadt bestimmt und damit das Gebäude der Pädagogischen Akademie als Tagungsort zum Sitz des Parlamentes. Bereits im selben Jahr wurde als erste Erweiterung der Südflügel nach Plänen des Architekten Hans Schwippert errichtet. Zwei Jahre später entstand nach den Plänen der Bundesbaudirektion als nächste Erweiterung der Zwischenflügel. 1953 wurden dann schließlich der Fraktionsbau und das alte Abgeordnetenhochhaus ebenfalls nach Plänen der Bundesbaudirektion realisiert.
Das entstandene Gebäudeensemble wurde jedoch eher als Provisorium empfunden und entsprach damit nicht den Vorstellungen einer angemessenen Architektur für eine eine repräsentative Demokratie. Um die Situation künftig zu verbessern, berieten sich die Bundesbauverwaltung und der von ihr berufene Planungsrat mit Prof. Egon Eiermann, Prof. Sep Ruf und Prof. Paul Baumgarten, im Jahr 1966. Danach wurde ein Wettbewerb für ein neues Abgeordnetenhochhaus ausgelobt, aus dem Prof. Eiermann mit seinem Entwurf als Sieger hervorging und den Auftrag erhielt, diesen weiter auszuarbeiten. Bereits 1969 zogen die ersten Abgeordneten in das neue Gebäude, den sogenannten Langen Eugen ein.