Navigation und Service

Erweiterungsbau auf dem UN Campus in Bonn

Neubau für die Vereinten Nationen

Der zukünftige Erweiterungsbau und das Alte Wasserwerk auf dem UN Campus SimulationDer zukünftige Erweiterungsbau und das Alte Wasserwerk auf dem UN Campus Quelle: © Stefan Lippert Architekt

NutzerVereinte Nationen
AdressePlatz der Vereinten Nationen 1, 53113 Bonn
ArchitektARGE UNE aus Stefan Lippert Architekten GmbH, Berlin und big Architekten und Ingenieure GmbH, Berlin/Bonn
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III B1
Gesamtkosten*rund 72 Millionen Euro
Wettbewerb2013, offener, internationaler, interdisziplinärer, zweiphasiger Realisierungswettbewerb
Baubeginn        2016
Fertigstellunggeplant 2020
Bruttogrundflächerund 13.000 Quadratmeter
Nutzflächerund 8.400 Quadratmeter

*Stand der haushaltsrechtlich anerkannten Kosten einschließlich der Honorare. Aufschläge für allgemeine Risiken und zwischenzeitliche Preisindexsteigerungen sind nicht enthalten.

Um Raum für zusätzliche 330 Arbeitsplätze der Vereinten Nationen auf dem bestehenden UN Campus zu schaffen, wird unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ein Neubau auf einer Grundfläche von zirka 20 x 30 Metern als Hochhaus mit 17 Ober- und 3 Untergeschossen errichtet. Der Grundstein für den Erweiterungsbau auf dem UN Campus in Bonn wurde am 6. Oktober 2016 gelegt.

Der vom Berliner Architekten Stefan Lippert stammende Entwurf für den Erweiterungsbau ist aus einem vom BBR 2013 durchgeführten Realisierungswettbewerb als Sieger hervorgegangen. Als Teil der Wettbewerbsaufgabe wurde neben dem Hochhausentwurf auch die Konzeption der Außenanlagen von ANNABAU prämiert. Das am 11. September 2013 unter dem Vorsitz der Kölner Architekturprofessorin Dörte Gatermann tagende Preisgericht hatte sich vor allem wegen der Kompaktheit am gewählten Standort einstimmig für den nun in Realisierung befindlichen Gesamtentwurf entschieden.

Auszug aus dem Juryprotokoll zum 1. Preis von Stefan Lippert Architekten und ANNABAU Architektur und Landschaft:

"Durch die Positionierung eines relativ schlanken 17-geschossigen Gebäudes auf knappem rechteckigen Footprint in die Reihung von Pumpenhaus, Wasserwerk und Vizepräsidentenbau gelingt es, der UN zum Stresemannufer hin Präsenz zu verleihen. Gleichzeitig wird der grüne Raum zwischen Wasserwerk, Altem Abgeordnetenhochhaus und Langem Eugen von Bebauung freigehalten und in der Nutzung angemessen zurückhaltend weiterentwickelt.Standort und Proportion sind so gewählt, dass die Silhouette der Rheinseite in einer angemessenen Maßstäblichkeit weiterentwickelt wird, ohne den kraftvollen Ausdruck des Langen Eugen zu beeinträchtigen."

Projektverlauf

Projektziele und Nutzungskonzept

Der am Rhein gelegene künftige Erweiterungsbau auf dem UN Campus Simulation Der am Rhein gelegene künftige Erweiterungsbau auf dem UN CampusDer am Rhein gelegene künftige Erweiterungsbau auf dem UN Campus Quelle: © Stefan Lippert Architekt

Neben der Einbindung des vorgegebenen Raumprogramms in die denkmalgeschützte bauliche Umgebung mit dem alten hochwertigen Baumbestand sind auch die weiteren Projektziele herausfordernd. So soll der Erweiterungsbau als Pilotprojekt den Goldstandard im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) erreichen und muss daher hohe ökonomische, ökologische und soziokulturelle Kriterien erfüllen. Zudem ist das Gebäude als energiesparendes Passivhaus konzipiert. Entsprechend hoch sind die bauphysikalischen Anforderungen an die gläserne Außenhaut des Büroturms. Wesentlicher Bestandteil des umfassenden Energiekonzeptes ist die Nutzung eines geothermischen Brunnens als regenerative Energiequelle. Nur das Brunnenwasser wird über Wärmetauscher zur Kühlung und Beheizung des Gebäudes genutzt. Auch die entstehende Abwärme der EDV-Systeme des zirka 100 Quadratmeter großen Serverraumes wird in den energetischen Kreislauf eingebunden. Neben dieser energetisch nachhaltigen Nutzung wird das Brunnenwasser zusätzlich noch für die Spülung der Toiletten verwendet, um die wertvolle Ressource "Trinkwasser" zu schonen.

Nach den Bedürfnissen des Nutzers werden, bis in die haustechnische Infrastruktur hinein, flexible Bürostrukturen geschaffen, die sowohl die Ausbildung klassischer Einzel- als auch offener Gruppenbürolandschaften ermöglichen. Die Büroflächen werden neben den im Gebäudeinneren liegenden Kombizonen auch durch auf die vier Gebäudeecken verteilte zweigeschossige Wintergärten um qualitative Flächen zum informellen Austausch und der Begegnung ergänzt.

Wie schon in der ersten Campuserweiterung mit dem hergerichteten Alten Abgeordnetenhochhaus sind auch beim anstehenden Ausbau die Belange des Hochwasserschutzes, der Sicherheit und einer barrierefreien inneren Erschließung berücksichtigt. Dies gilt nicht allein für den Neubau selbst, sondern auch für die übrigen Gebäude und Freiflächen, die zeitgleich dem exterritorialen Gebiet des UN Campus hinzugefügt werden sollen.

Als Teil der Gesamtbaumaßnahme werden die beiden in der Zeit von 1986 bis 1992 provosorisch als Plenarsaal und Besucherzentrum des Deutschen Bundestags genutzten historischen und denkmalgeschützten Gebäude – das "Alte Wasserwerk" und das "Pumpenhaus" - in das Nutzungskonzept einbezogen. In enger Abstimmung mit der oberen Denkmalschutzbehörde bei der Bezirksregierung Köln werden diese zur Nutzung durch die Vereinten Nationen renoviert und im Bereich der Konferenztechnik ertüchtigt.

Alle drei Gebäude werden zukünftig über den von ANNABAU konzipierten Campusboulevard an die ehemalige Herrmann-Ehlers-Straße und den bestehenden Campus angebunden. Aufgrund des personellen Zuwachses auf dem UN Campus auf nunmehr zirka 1.000 Mitarbeiter und den gleichzeitigen Ausbau der Konferenzkapazitäten wird auch das bestehende eingeschossige Logistikgebäude zwischen Rhein und Langem Eugen baulich erweitert.

Ergänzend zum Boulevard werden die Außenanlagen insgesamt gestalterisch zu einem Campus zusammengeführt. Die bestehende äußere Sicherheitslinie der Liegenschaft wird entsprechend erweitert.

Vorbereitungen für die Gründung

Im Herbst 2017 sind die vorbereitenden Arbeiten zur Erstellung der zwei Meter starken Bodenplatte des Erweiterungsbaus in vollem Gange. Zur Gründung des Hochhauses wurde zunächst eine zirka 13 Meter tiefe Baugrube aus überschnittenen, etwa 22 Meter langen Bohrpfählen erstellt.

Baugrube und Vorbereitung der Bodenplatte Baugrube und Vorbereitung der BodenplatteVorbereitungen zur Erstellung der Bodenplatte des Erweiterungsbaus im Herbst 2017 Quelle: BBR / Benedikt Siebert

Im Hintergrund zu erkennen sind, von links nach rechts, die Rheinuferpromenade, das ehemalige Wasserwerk und der Lange Eugen.

Rohbau

Im Frühjahr 2018 ist der Erweiterungsneubau aus der Baugrube herausgewachsen. Das aus dem Langen Eugen aufgenommene Bild aus dem Mai 2018 zeigt Arbeiten an der Geschossdecke über dem ersten Obergeschoss. Um den Neubau herum sind im Uhrzeigersinn Rhein, ehemaliges Wasserwerk, Altes Abgeordnetenhochaus und das World Conference Center Bonn (ehemaliger Plenarsaal) zu erkennen. Im Hintergrund liegen die Bonner Innenstadt und die Kölner Bucht.

Erweiterungsbau auf dem UN Campus im Rohbau Erweiterungsbau auf dem UN Campus im RohbauIm Frühjahr 2018 ist der Erweiterungsneubau aus der Baugrube herausgewachsen. Quelle: BBR / Benedikt Siebert

Anfang November 2018 stehen bereits acht der insgesamt 17 Obergeschosse. Im Rohbau bereits zu erkennen ist sowohl der rheinseitige Wintergarten (viertes und fünftes Obergeschoss) und der Wintergarten auf der gegenüberliegenden Gebäudeecke (siebtes und achtes Obergeschoss).

Acht Stockwerke des Erweiterungsbaus sind im Rohbau fertiggestellt Acht Stockwerke des Erweiterungsbaus sind im Rohbau fertiggestelltAnfang November 2018 wurde die Decke über dem 8. Obergeschoss betoniert. Quelle: BBR / Benedikt Siebert

Nächste Schritte: Fassadenarbeiten und Innenausbau

Bei fortschreitendem Rohbau folgt in Kürze die Montage der ersten Fassadenelemente. Daran anschließend beginnt der Innenausbau.

Diese Seite

© Copyright by BBR. Alle Rechte vorbehalten.