Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt UN-Campus Bonn

Herrichtung und Sanierung des Alten Abgeordnetenhochhauses für das Sekretariat der Klimarahmenkonvention

Das Bild zeigt die Südwestansicht am Platz der Vereinten Nationen mit Personeneingangsgebäude und Altem Abgeordnetenhochhaus nach der Sanierung 2013. UN-Campus Südwestansicht am Platz der Vereinten Nationen mit Personeneingangsgebäude und Altem Abgeordnetenhochhaus 2013 Quelle: Fotograph HG Esch

Projektdaten

  • Nutzer Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen vertreten durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Adresse Platz der Vereinten Nationen 1, 53113 Bonn, Deutschland
  • Architektur Rhode, Kellermann, Wawrowsky, Architektur und Städtebau Düsseldorf
  • Projektleitung Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III B 1
  • Gesamtkosten rund 91 Millionen Euro
  • Baubeginn 2009
  • Fertigstellung 2013
  • Nutzfläche rund 10.500 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Der Bund, das Land NRW und die Bundesstadt Bonn beschlossen 2002 die Vereinbarung zur Ansiedlungen von Organisationen der Vereinten Nationen in Bonn und zum Internationalen Kongress- und Veranstaltungszentrum Bundeshaus Bonn. Das Ziel der Vereinbarung ist die gebündelte Unterbringung der UN Organisationen im ehemaligen Plenarbereich, Bundeshaus und Langen Eugen, im räumlichen Zusammenhang mit dem IKBB(heute World Conference Center Bonn WCCB). Die Bundesstadt Bonn übernahm die Trägerschaft für das IKBB.

Auf der Grundlage des Kabinettbeschlusses vom 28.05.2003 hat der damalige Bundesminister Trittin den Vereinten Nationen in Bonn das Neue Abgeordnetenhochhaus (Langer Eugen) und das Alte Abgeordnetenhochhaus im ehemaligen Parlamentsbereich zur dauerhaften Nutzung angeboten. Das Angebot wurde von den Vereinten Nationen angenommen. Die Unterbringung des Sekretariats der Klimarahmenkonvention, UNFCCC, ist für den Bereich Altes Abgeordnetenhochhaus vorgesehen, die 18 anderen UN Organisationen für den Langen Eugen. Insgesamt arbeiten circa 700 Beschäftigte auf dem UN Campus.
Der Lange Eugen, durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW saniert, wurde den Vereinten Nationen als erster Realisierungsschritt des UN Campus Bonn durch die Bundeskanzlerin Frau Merkel am 11.07.2006 übergeben. Als zweiter Schritt wurde das Alte Abgeordnetenhochhaus hergerichtet und den UN im Juli 2013 zur Nutzung übergeben.

Im Einzelnen:

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) führte im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Baumaßnahme "Herrichtung des Alten Abgeordnetenhochhauses" durch. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist die Eigentümerin der Liegenschaft und formal die Bauherrin für die Bundesrepublik Deutschland. Innerhalb der Bundesregierung hat stellvertretend für das UNFCCC das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) die Vertretung des Nutzers übernommen.
Das Architekturbüro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky gewann nach einem durchgeführten öffentlichen Vergabeverfahren 2004 das Auswahlverfahren und wurde mit den Generalplanerleistungen beauftragt.

Das geplante UN Campusgelände besteht aus einem einheitlichen gesicherten Bereich, der den Langen Eugen und das Alte Abgeordnetenhochhaus einschließt. Die Äußere Sicherheit wurde durch die Einfriedung des UN Campus, das zentrale Personeneingangsgebäudes an der Ecke Görrestraße/Hermann-Ehlers-Straße (jetzt Platz der Vereinten Nationen) und das Logistikgebäude an der Hermann-Ehlers-Straße hergestellt.



Das Gebäudeensemble des Alten Abgeordnetenhochhauses umfasst die Bauteile Südflügel, Verbindungsbau, Altes Hochhaus mit darunter liegendem ehemaligem Luftschutzbunker, Fraktionssäle und Fraktionsflügel. Hier sind nach der Herrichtung circa 265 Beschäftigte des UNFCCC eingezogen.

Nach den Bedürfnissen des Nutzers wurden entsprechende Bürokommunikationsformen und eine behagliche Arbeitsatmosphäre geschaffen.
Wesentlicher Schwerpunkt bei der Konzeption für das Alte Abgeordnetenhochhaus ist die Planung als bauökologisches Modellvorhaben: der nachhaltige Umbau des Bestandes, die Minimierung des Energieverbrauchs und umfassende Nutzung erneuerbarer Energien. Am Beispiel der Herrichtung des AAH soll demonstriert werden, dass bei einer Gebäudesanierung ein deutlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Das bedeutet insbesondere die Verminderung des Einsatzes fossiler Brennstoffe und der damit verbundenen Emissionen von Luftschadstoffen und den Einsatz ökologischer Baustoffe und Bauelemente.
Weitere umzusetzende bautechnische Anforderungen unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Belange waren der vorbeugende Brandschutz, der Hochwasserschutz, die Umsetzung der Sicherheitsbelange und die Optimierung der inneren Erschließung auch in Hinblick auf Barrierefreiheit.

Das planerische Anliegen insgesamt trägt der besonderen klimaschutzpolitischen Bedeutung des zukünftigen Nutzers UNFCCC - beispielgebend für einen Bestandsumbau unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit - Rechnung.

Zur Historie:

Mit der Wahl des Parlamentarischen Rates im Jahr 1949 bei seiner Tagung in der Pädagogischen Akademie wurde Bonn zur provisorischen Bundeshauptstadt bestimmt und damit das Akademiegebäude zum Sitz des Parlamentes.
Als erste Erweiterung wurde bereits im selben Jahr der Südflügel nach Plänen des Architekten Hans Schwippert errichtet. Im Jahr 1951 kam als nächste Erweiterung der Zwischenflügel nach Plänen der Bundesbaudirektion zur Ausführung. 1953 wurden dann der Fraktionsbau und das Alte Abgeordnetenhochhaus nach Plänen der Bundesbaudirektion realisiert.
Um eine den Vorstellungen für eine repräsentative Demokratie entsprechende Unterbringung zu gewährleisten stellte die Bundesbauverwaltung zusammen mit dem von Ihr berufenen Planungsrat - Prof. Eiermann, Prof. Ruf, Prof. Baumgarten - 1966 Untersuchungen für eine Verbesserung der provisorischen Unterbringung in Bonn an. Hiernach erhielt, hervorgegangen aus einem Wettbewerb, Prof. Eiermann den Auftrag den Entwurf für ein neues Abgeordnetenhaus auszuarbeiten. Im Jahr 1969 wurde sodann das neue Abgeordnetenhochhaus "Langer Eugen" seiner Bestimmung übergeben.

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