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Wettbewerbsergebnisse

UN--United Nations Campus in Bonn für die Standorte Treppenhaus, Atrium und Foyerwand

Die Wettbewerbe wurden als begrenzt-offene Kunst-am-Bau-Wettbewerbe nach dem Leitfaden Kunst am Bau sowie in Anlehnung an die RPW2008 ausgelobt. Die Aufgaben wurden in einem Verfahren zusammengefasst und anonym durchgeführt. Die Auswahl von 8 Künstler/innen zum Standort Treppenhaus erfolgte über ein vorgeschaltetes offenes internationales Bewerbungsverfahren aus 221 zugelassenen Bewerbungen durch ein Auswahlgremium im Mai 2010.Ebenfalls 8 Künstler/innen erhielten eine Einladung zur Teilnahme an den Wettbewerben für die Standorte Atrium und Foyerwand.

Kunst-am-Bau-Wettbewerb zum Standort Treppenhaus

1. Preis Michael Sailstorfer, Deutschland (Berlin)

Das Bild zeigt den Siegerentwurf mit dem Titel "Außenthermometer" des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Treppenhaus des UN Campus in Bonn. Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den UN Campus in Bonn"Außenthermometer" von Miichael Sailstorfer Quelle: BBR

"AUSSENTHERMOMETER" 2011
Vorgeschlagen wird eine Skulptur für die Stirnseite des Treppenhauses. Ein "Außenthermometer", der "wie ein Stempel" auf der linken Wandfläche zwischen fünftem und sechstem Stockwerk sitzt. Ein roter Zeiger gibt die aktuelle Außentemperatur an.

Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit "Außenthermometer" besticht durch ihre Einfachheit und unmittelbare Lesbarkeit. Sie bündelt ein zentrales Thema des Klimawandels, nämlich die Erderwärmung und die Bemühungen zu ihrer Begrenzung, in einem alltäglichen, jedermann begreifbaren Bild. Bewusst nutzt sie die scheinbare Banalität eines Haushaltsthermometers, um das Gebäude und die Aufgabe des UN--United Nations Klimasekretariats im Sinne eines Logos oder Pop-Zitats zu markieren. Die Arbeit ist unprätentiös und baut nicht in erster Linie auf ihre Wahrnehmung als "Kunst", sondern setzt im spezischen Kontext ein kommunizierbares Zeichen. Die Wahl eines analogen, vom Design her etwas älteren Thermometers als Vorbild für das Relief bringt zugleich einen leisen Zug
von Ironie ins Spiel, ohne sich jedoch von der zentralen Bedeutung des Themas selbst zu distanzieren. Das beiläufige Motiv, das die Arbeit gefunden hat, scheint gleichsam zu sagen: "So einfach ist das: Jeder Grad mehr ist noch ein Grad zu viel. Wir sind schon im roten Bereich."

2. Preis Wolfgang Rüppel, Deutschland (Köln)

Das Bild zeigt den zweitplatzierten Entwurf des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Treppenhaus des UN Campus in Bonn. Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den UN Campus in BonnDie Arbeit von Wolfgang Rüppel zeigt das verfremdete Abbild einer Windhose. Quelle: BBR

In einer groben Rasterung wird das verfremdete Abbild einer Windhose, die erst auf den zweiten Blick erkennbar ist, auf dem Treppenhausfenster aufgebracht. Im Inneren des Treppenhauses sollen an den Wänden Gedichtanfänge, die von den Jahreszeiten handeln, gedruckt werden. Sie könnten von den Beschäftigten vorgeschlagen werden.

Beurteilung durch das Preisgericht
Gewürdigt wurde, dass die Arbeit zurückhaltend, subtil und zugleich sich inhaltlich stark in die Vertikalität der Architektur integriert. Die Möglichkeit der Partizipation der Nutzer wird ebenso positiv bewertet. Kontrovers diskutiert wurde, ob das Wirbelsturmbild von den Nutzern als zu negativ empfunden wird, und in welcher Art und Weise das Auswahlverfahren der Lyrikzitate umgesetzt wird.

Atrium

1. Preis Tadashi Kawamata, Frankreich / Japan

Das Bild zeigt den Siegerentwurf des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Atrium des UN Campus in Bonn. Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den UN Campus in BonnEin Nest für das Atrium entworfen von Tadashi Kawamata Quelle: BBR

Vorgeschlagen wird eine großformatige Konstruktion aus sägerohen Lärchenholzbrettern, die in der Ecke unter dem Dach des nordwestlichen Bereichs als "Auflösung der architektonischen Raumdefinition" eingebaut wird. "Eine Fluchtmöglichkeit, ein Notausgang, eine Hintertüre, ein Nest, von wo aus man an einen erwünschten Ort fliehen kann."

Beurteilung durch das Preisgericht
Das "Nest" ist eine kraftvolle, den Raum bestimmende Arbeit, die an viele augenscheinliche Metaphern erinnert und zugleich offen ist für zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten. Die Größe und die unkonventionelle Platzierung der Arbeit beeindruckt die Menschen, die den Ort betreten und etwas anderes erwarten. Die Schönheit der Arbeit ergibt sich durch das Spannungsfeld: Die Idee eines Heimes ("Nestes") auf der einen Seite und das Empfinden von erdrückenden Umweltphänomenen auf der anderen Seite. Das Material Holz, das hier unbehandelt eingesetzt wird, entspricht dem Thema des Klimawandels, dazu steht es für eine biologische Artenvielfalt. Die unkonventionelle Platzierung dieser Skulptur in dieser Größe erscheint dem Betrachter irreal. Sie ist zu groß für die Wirklichkeit und kann so eigentlich nur in Filmen oder in unseren Träumen existieren.

2. Preis Leandro Erlich, Argentinien

Das Bild zeigt den zweitplatzierten Entwurf des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Atrium des UN Campus in Bonn.Die Skulptur "White Cloud" von Leandro Erlich Quelle: BBR

"White Cloud"
Eine über dem Boden schwebende, weiße Wolkenformation besetzt den rückwärtigen Teil des Atriums. Gebildet wird sie aus 15 hintereinander gereihten klaren Glasscheiben, auf denen ein Keramik-Druck aufgebracht wird.

Beurteilung durch das Preisgericht
Die Skulptur "White Cloud" ist geprägt vom Gegensatz ihrer transparenten Erscheinung, einer Wolkenformation, gedruckt auf 15 hintereinander aufgereihten Verbundgläsern und ihrer physischen Schwere. Die Arbeit zeichnet sich durch eine faszinierende poetische Kraft aus. Beim Umschreiten der transparenten Skulptur im Raum ergeben sich immer neue Spiegelungen und Reflexionen, die den Betrachtern viel Spielraum eröffnen. Problematisch erschien der Jury hingegen die Verwendung eines großes Sockels zur Verankerung der Gläser, da dieser den positiven Eindruck einer "schwebenden" weißen Wolkenfomation beeinträchtigt.

Kunst-am-Bau-Wettbewerb zum Standort Foyerwand

1. Preis Wafae Ahalouch el Keriasti, Niederlande (Amsterdam)

Das Bild zeigt den Siegerentwurf des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Foyer des UN Campus in Bonn. Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den UN Campus in BonnDie Malerei-Reliefgestaltung "The Illuminator" von Wafae Ahalouch el Keriasti Quelle: BBR

"The illuminator - (mural installation)"
Vorgeschlagen wird eine künstliche Sonne in Form einer Lichtbox als zentrales Element einer 3 Wandflächen umfassenden Installation. Die unterschiedlich ausgerichteten Flächen sind mit abwechselnd schwarzen und weißen Linien auf leicht erhabenen Holzobjekten und der Wand versehen. Eine ausgesparte kreisförmige Fläche steht als Sinnbild für unseren Planeten.

Beurteilung durch das Preisgericht
Die Malerei-Reliefgestaltung "The Illuminator" bricht die räumlichen Koordinaten des Foyers mit ihren kräftigen Streifensegmenten auf. Durch die perspektivischen Effekte verändert sich der räumliche Eindruck mit der Betrachterposition. Das Thema des Klimawandels wird auf humorvolle Art paraphrasiert, in dem der als runder, gelber Leuchtkasten dargestellten Sonne eine zentrale Position gegeben wird, die die dynamisch gegeneinander gesetzten Streifenmuster zusammenhält.

2. Preis Jan Albers, Deutschland (Düsseldorf)

Das Bild zeigt den zweitplatzierten Entwurf des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Foyer des UN Campus in Bonn. Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den UN Campus in BonnDie Wandmalerei "AguafulgenteSchmelztaler" von Jan Albers Quelle: BBR

"AguafulgenteSchmelztaler", 2010
Den Hintergrund der Wandmalerei bildet das fortlaufende Moment einer großen Welle, die in unregelmäßigen Abständen durch kreisrunde Taler durchbrochen werden. Sie stellen Wasser in unterschiedlichen Zuständen dar.

Beurteilung durch das Preisgericht
Die Jury zeigte sich sowohl überzeugt von der kontextbezogenen räumlichen Situation als auch von den narrativen Aspekten der Wandmalerei "AguafulgenteSchmelztaler". Ebenso wurde der direkte Bezug zum zukünftigen Nutzer des UNFCCC--Vereinte Nationen über Klimaänderungen Gebäudes positiv bewertet. Kritisch beurteilte die Jury die nicht eindeutige Angabe der technischen Materialien.

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