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Deutsche Welle - Funkhaus Bonn

Neubau der Funk- und Verwaltungszentrale

Das Bild zeigt den Haupteingang zum Auslandsrundfunk "Deutsche Welle" in Bonn mit dem Bürogebäude "Langer Eugen" im Hintergrund. Deutsche Welle - Funkhaus BonnHaupteingang zur Deutschen Welle in Bonn mit Langem Eugen im Hintergrund Quelle: BBR / Rainer Rehfeld / artur

NutzerDeutsche Welle
AdresseKurt-Schumacher-Straße 3, 53113 Bonn
ArchitektJoachim Schürmann & Partner Architekten, Köln
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III B 1
Gesamtkostenrund 300 Millionen Euro
Wettbewerb1983
Baubeginn1997
Fertigstellung2002
Bruttogrundflächerund 135.000 Quadratmeter
Nutzflächerund 32.000 Quadratmeter

Von 1997 bis 2002 wurde ein ursprünglich 1989 für Zwecke des Deutschen Bundestages begonnener Neubau unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) als Funk- und Verwaltungszentrale für die Deutsche Welle errichtet. Die Betreuung der Liegenschaft wurde Ende 2007 wieder dem BBR übertragen, nachdem diese seit der Fertigstellung im Jahr 2002 bei der Bundes- und Landesliegenschaftsbetreuung Nordrhein-Westfalen lag.

Die Entstehungsgeschichte des Sitzes der Deutschen Welle in Bonn ist eine der spektakulärsten und kompliziertesten seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland: Ursprünglich, 1983, war ein Erweiterungsbau für den "Langen Eugen" als Bürogebäude für Mitglieder des Deutschen Bundestages geplant. Mit dem Baubeginn fallen die Berliner Mauer und der Eiserne Vorhang, zwei Jahre später der Entschluss für Berlin als neue Hauptstadt und Sitz des Deutschen Bundestages.

Nachdem es quasi seine funktionale Existenzberechtigung verloren hatte, zerstörte ein dramatisches Weihnachtshochwasser 1993 auch die physische Existenzberechtigung des Gebäudes: der Rohbau war überflutet und wie ein havarierendes Schiff auseinander gebrochen. Heftige politische Debatten begleiteten die Ursachenforschung und die Diskussion um die weitere Nutzung der zwischenzeitlich berühmtesten Bauruine Europas. Schließlich beschloss der Deutsche Bundestag 1994, dass der Bau fertiggestellt und als neuer Sitz der Deutschen Welle genutzt werden sollte.

Sechs Jahre später konnte Richtfest gefeiert werden. Weitere zwei Jahre später, im Sommer 2002, übergab das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung das Gebäude an die Deutsche Welle, die es nach Einbau der gesamten Sendetechnik im Herbst 2003 in Betrieb genommen hat. Mit der Installation von fünf Kunstwerken von sechs Künstlern aus fünf Kontinenten ist die Maßnahme im Herbst 2004 zum Abschluss gekommen.

Zum Zeitpunkt seiner Einweihung im September 2003 war der neue Sitz der Deutschen Welle mit seinen rund 1.560 Arbeitsplätzen auf circa 32.000 Quadratmetern Nutzfläche das modernste Funkhaus Europas.

Baugeschichte im Überblick

Mai 1983Abgabe der Wettbewerbsarbeiten für die Neubauten des Deutschen Bundestages in Bonn
April 1984Ältestenratsbeschluss, Professor Joachim Schürmann mit der weiteren Planung zu beauftragen
November 1989Baubeginn / Fall der Berliner Mauer
Juni 1991Beschluss zum Umzug des Deutschen Bundestages nach Berlin
Dezember 1993Hochwasserkatastrophe, Überschwemmungen und Zerstörung der Baugrube
Oktober 1994Bundestagswahl, alle weitergehenden Abbruchüberlegungen werden verworfen. Kabinett und Bundestag beschließen den Weiterbau, der neue Nutzer heißt Deutsche Welle.
Juli 1997Abschluss Architektenvertrag mit Joachim Schürmann
April 1998Baubeginn Untergeschosse
Oktober 1998Genehmigung zum Weiterbau einschließlich Sanierung der oberen Geschosse
April 1999Baubeginn Obergeschosse
Mai 2000Richtfest
Juni 2002Fertigstellung und Übergabe an die Deutsche Welle
September 2003Einweihung und Aufnahme des Sendebetriebs
September 2004Einweihung der Kunst am Bau

Aktuelle Maßnahmen

Umsetzung eines Energiekonzepts

Unter der Leitung des BBR findet die Entwicklung, Aufstellung und Durchführung eines auf die spezifischen Erfordernisse eines hochtechnisierten Funkhauses (unter anderem Anforderungen des Dauerbetriebs) zugeschnittenen Energiekonzeptes statt. Die Planungen erfolgen auf Grundlage eines vom Büro Klett Ingenieure erstellten Gutachtens. Derzeit werden hier mit der Deutschen Welle die Vertragsinhalte für eine Vergabe der Leistungen abgestimmt.

Einzelmaßnahmen zur baulichen Mängelbeseitigung

Im Zuge der Errichtung des Gebäudes zwischen 1997 und 2002 wurden einzelne Bauleistungen mangelhaft durchgeführt. Mit den Planungen zur Behebung der bestehenden Mängel konnte erst nach Abschluss langwieriger Rechtsstreitigkeiten begonnen werden. Insgesamt sind vier einzelne Maßnahmen notwendig:

  • Sanierung des Notausgangs der Besuchertiefgarage
  • Sanierung von akustischen Mängeln in Konferenz- u. Schulungsbereichen sowie des Casinos
  • Sanierung der Wasserbecken
  • Grundsanierung des Stahl-Glas-Daches der Eingangshalle

Die Bauarbeiten sind für 2019 und 2020 geplant.

Turnusmäßige Prüfungen

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung führt turnusgemäß wiederkehrende Prüfungen nach PrüfVO NRW sowie turnusgemäße Begehungen nach RÜV auf der Liegenschaft der Deutschen Welle in Bonn durch.

Bauunterhaltsmaßnahmen

Zu den Aufgaben des laufenden Bauunterhalts zählen einzelne kleinere Maßnahmen, die nach Beauftragung durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) durchgeführt werden.

Bildergalerie

Das Bild zeigt den Verwaltungstrakt der des Auslandsrundfunksenders Deutsche Welle in Bonn von Südwesten. Deutsche Welle - Funkhaus BonnDer Verwaltungstrakt der Deutschen Welle von Südwesten Quelle: BBR / Rainer Rehfeld / artur

Das Bild zeigt Blick von den Rheinauen auf die das Gebäude des Auslandsrundfunksenders Deutsche Welle und das Bürogebäude "Langer Eugen" in Bonn. Deutsche Welle - Funkhaus BonnBlick von den Rheinauen auf die Deutsche Welle und den Langen Eugen Quelle: BBR / Rainer Rehfeld / artur

Das Bild zeugt den Haupteingang des Auslandsrundfunksenders Deutsche Welle in Bonn. Deutsche Welle - Funkhaus BonnHaupteingang der Deutschen Welle in Bonn Quelle: BBR / Rainer Rehfeld / artur

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