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Neubau im Rahmen der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“
Das Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität wird heute als Informationszentrum des Bundes für zukunftsgerechtes Bauen genutzt.
Im Rahmen der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ des damals zuständigen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) wurde von August bis Dezember 2011 in zentraler Lage in Berlin-Charlottenburg das Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität als Forschungspilotprojekt errichtet. Die Projektmanagementaufgaben wurden seitens des Referats V 4 wahrgenommen. Ziel des 2010 ausgelobten Wettbewerbs war es, ein Gebäude zu entwickeln, das deutlich mehr Energie bereitstellt, als für den Gebäudebetrieb notwendig ist. Dieser Energieüberschuss sollte für die Elektromobilität verwendet werden.
Das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in der Fasanenstraße 87a entstandene zweigeschossige Einfamilienhaus wurde unter realen Bedingungen getestet, indem zweimal eine vierköpfige Familie über einen Zeitraum von ungefähr einem Jahr das Gebäude bewohnte. Es sollte aufgezeigt werden, dass ein Wohngebäude mit Plusenergiestandard in der Lage ist, sich und seine Bewohner und Bewohnerinnen sowie mehrere Fahrzeuge mit einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von insgesamt rund 29.000 Kilometern allein aus Umweltenergien zu versorgen. Ein weiterer Fokus im Planungs- und Bauprozess lag auf den Themen der Nachhaltigkeit und der Recyclingfähigkeit.
Im Rahmen des Monitoringprogrammes wurde das Gebäude vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) im bewohnten Zustand messtechnisch erfasst und energetisch bewertet. Das Haus wurde in den Jahren 2016 bis 2017 umgebaut und nun als Informationszentrum des Bundes genutzt.
Das Effizienzhauses Plus mit Elektromobilität wurde mit einem möglichst kompakten Volumen geplant, um aufgrund der reduzierten Oberfläche die Wärmeverluste gering und die Leitungswege kurz zu halten. Der Kubus besteht aus einem mit schwarzen Photovoltaik- und Glaselementen verkleideten umlaufenden Rahmen, der drei Nutzungszonen beherbergt. Die Zonen sind der sich als Schaufenster zur Fasanenstraße öffnende Eingangsbereich mit Stellplätzen und Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität sowie Informationsdisplays, eine Zwischenzone, in der der „Energiekern“, die Nassräume und die Verkehrsflächen untergebracht sind, und der sich zur Ostseite orientierende zweigeschossige Wohnbereich.
Die gesamte Haustechnik ist in dem von außen einsehbaren Raum, dem „Energiekern“, auf der straßenzugewandten Seite des Gebäudes untergebracht. Das Erdgeschoss ist, mit Ausnahme der Kücheneinrichtung, barrierefrei konzipiert. Das Obergeschoss ist barrierearm.
Durch den modularen Aufbau des Gebäudes ist es möglich, das Haus bei Bedarf für völlig andere Belange und Anforderungen umzunutzen. Der „Energiekern“ stellt die Schnittstelle zwischen Immobilie und Mobilität dar.