Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung – Labor- und Bürogebäude sowie Kantine

Sanierung und Umbau von Haus 30 und Neubau einer Kantine

Foto: zweistöckiges, kubisches Gebäude mit grauer, gemusterter Fassade und Fensterfront im Erdgeschoss. Über ein Verbindungsbau an ein mehrstöckiges Gebäude angebunden. Im Vordergrund ein Grünstreifen mit jungen Bäumen. Kantine, Außenansicht Unter der Leitung des BBR wurde das Labor- und Bürogebäude Haus 30 (rechts) saniert und um einen Kantinenbereich (links) ergänzt.

Projektdaten

  • Nutzer Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
  • Adresse Unter den Eichen 87, 12205 Berlin, Deutschland
  • Architektur Kebe + Schoberth Dipl.-Ing. Architekten TU-SIA
  • Technische Gebäudeausrüstung Arbeitsgemeinschaft Technik BAM Haus 30
  • Tragwerksplanung IBH, Ingenieurbüro für Hochbau, Statik & Konstruktion
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat BB VI 3
  • Gesamtkosten rund 63 Millionen Euro
  • Baubeginn 2009 (Labor- und Bürogebäude) / 2019 (Kantine)
  • Fertigstellung 2017 (Labor- und Bürogebäude) / 2022 (Kantine)
  • Brutto-Grundfläche rund 18.000 Quadratmeter
  • Nutzungsfläche rund 8.200 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Auf dem Stammgelände der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin-Lichterfelde wurde unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat BB VI 3 – das Labor- und Bürogebäude Haus 30 saniert und um eine Kantine ergänzt.

Die Baumaßnahme erfolgte in mehreren Bauabschnitten. Das Labor- und Bürogebäude wurde von 2009 bis 2017 saniert, die neue Kantine entstand zwischen 2019 und 2022. Im Zuge der Sanierung von Haus 30 wurden unter anderem die Versorgungstechnik modernisiert sowie Raumgrößen und Funktionsbereiche optimiert. Im August 2022 übergab das BBR das sanierte Herzberg-Haus und den neuen Kantinenbereich an die BAM zur Nutzung.

Labor und Büros in Haus 30

Das Labor- und Bürogebäude Haus 30 wurde 1969 zur Ergänzung des historischen Baubestandes im damaligen Zeitgeist errichtet.

Aufgrund seiner Größe kommt ihm für diesen Forschungsstandort eine zentrale Funktion zu, die sich durch die direkte Anbindung an das Kantinengebäude und den Veranstaltungssaal widerspiegelt. Zwei an der West- und Ostseite befindliche eingeschossige unterkellerte Anbauten unterstreichen diese Funktion.

Im Rahmen einer Fassadensanierung zwischen 1989 und 1991 wurden bereits bautechnische Mängel beseitigt und der Wärmeschutz an die damals gültigen Vorgaben angepasst. Im Zuge der Sanierung wurde die Fassade der Technikzentrale auf dem 8. Obergeschoss auf die Außenkanten der darunterliegenden Geschosse gestellt. Die neue Fassade sowie die Dachkonstruktion wurden im sogenannten Stützen-Riegel-Verband einschließlich Windaussteifung erstellt. Die Verkleidung erfolgte mit einer Profilverglasung.

Die zweite, 2017 abgeschlossene Sanierung umfasste ausschließlich den Innenraum und hatte folgende Ziele:

  • Beseitigung brandschutztechnischer Mängel aufgrund veränderter Vorschriften
  • Erneuerung und Modernisierung der alten störanfälligen Versorgungstechnik aus dem Jahre 1969 sowie deren Steuerung im Rahmen der Gebäudeleittechnik
  • Reduzierung von Energie -, Betriebs- und Wartungsaufwand sowie -kosten
  • Optimierung funktionaler und flächenmäßiger Zusammenhänge zur Schaffung gegliederter Funktionsbereiche
  • Bereitstellung bedarfsorientierter Raumgrößen mit einer funktionsgerechten Raum- und technischen Ausstattung
  • Integration einer Kantine im westlichen, ebenerdigen Anbau

BAM Haus 30 – Labor Innenaufnahme

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Das Foto zeigt einen Innenraum mit mehreren Tischen, auf denen technische Gerätschaften stehen. Rechts befindet sich eine Fensterfront. BAM Haus 30 – Labor Innenaufnahme Einer der modernen Laborräume im sanierten Haus 30 der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

Kantine

Zur Versorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BAM sowie für Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Veranstaltungen des benachbarten Tagungszentrums wurde eine neue Kantine in Massivbauweise errichtet.

Der Speisesaal erhielt eine Holzverkleidung. Er lässt sich durch flexible Wandelemente unterteilen, um so dem Nutzerwunsch abgeschlossener Bereiche für Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer nachzukommen. Die neue Kantine der BAM umfasst 240 Plätze und ist für 400 Essen ausgelegt. Nördlich und südlich des Gebäudes wurden zwei Freiflächen geschaffen, die sich als Außensitzbereich nutzen lassen.

Haus 30, Speisesaal

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Foto: großer, leerer Innenraum mit Fensterfronten rechts und links, einer gelben Wand gegenüber, schwarzem Fußboden und von Holzbalken getragener Decke, von der ringförmige Leuchten hängen Haus 30, Speisesaal Eine freispannende Holzleimbinderkonstruktion ermöglicht einen stützenfreien Speisesaal.

Projektdetails

Äußere Gestaltung

Während das Hauptgebäude in seiner Gestaltung unverändert blieb, wurde die Fassade der neuen Kantine im westlichen Anbau dreiseitig als geschosshohe Pfosten-Riegel-Konstruktion aus pulverbeschichteten Stahlprofilen mit farbneutraler Sonnenschutzverglasung konzipiert. Die Freibereiche sind durch je zwei Außentüren in der Nord- und Südfassade des Anbaus zugänglich. Die Küchenbereiche werden über großformatige Einzelfenster in der Küche sowie im Erschließungsbereich des Speisesaales belichtet. Alle Fensterprofile sind als Holz-Aluminium-Konstruktion ausgeführt.

Die massiven Außenwände des Küchenbereiches erhalten eine zweischalige, hinterlüftete und wärmegedämmte Fassade mit Mauerwerksvorsatzschale. Die verwendeten Klinker sind farblich auf das Bestandsgebäude abgestimmt. Als Außenhaut kommt eine Profilverglasung zum Einsatz. Die gesamte Gestaltung orientiert sich in Form und Proportion an der Fassade des Ostflügels des Hauses 30.

Energieversorgung

Die gesamte Liegenschaft wird gegenwärtig mit Fernwärme versorgt. Im Haus 30 wurde in das konstante Sekundärheiznetz zusätzlich eine Solaranlage integriert, die ganzjährig die Brauchwarmwasserbereitung unterstützt. In der Heizperiode wird die gewonnene Solarenergie außerdem für die raumlufttechnischen Anlagen verwendet sowie in den Sommermonaten zur Entfeuchtung. Die Vakuumkollektoren der Solaranlage wurden auf dem Flachdach über dem 9. Obergeschosses aufgestellt.

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