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Neubau eines Laborgebäudes und Technikums auf dem Zweiggelände in Berlin-Adlershof
Der Campus des neuen Laborgebäudes und Technikums der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung ist künstlerisch gestaltet.
Mit dem Neubau des Laborgebäudes und Technikums wird die Entwicklung des Zweiggeländes der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin-Adlershof weitergeführt, um die dort bestehenden direkten Kooperationsmöglichkeiten zu den anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in der Umgebung intensiv zu nutzen. Das Zweiggelände liegt in einem der größten Wissenschafts- und Technologiezentren Deutschlands.
Als Ergebnis des Architekturwettbewerbes gliedert der zur Ausführung bestimmte Entwurf das Grundstück in unterschiedliche Räume mit hoher Nutzungs- und Aufenthaltsqualität.
Die bereits vorhandenen Gebäude bilden mit dem 2015 fertiggestellten Neubau die Abgrenzung eines gut proportionierten und einladenden zentralen Hofbereiches (Campus), der über ein Robinienwäldchen von der Richard-Willstätter-Straße aus betreten wird. Von hier werden auch die benachbarten Gebäude erschlossen. Alle Bereiche des neuen Gebäudes, das unter der Projektleitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung – Referat BB VI 3 – entsteht, lassen sich über eine Eingangshalle mit großzügigem Blick in einen halbseitig offenen Gartenhof auf kürzestem Wege erreichen. Abgeschirmt vom Fußgängerverkehr erfolgt die verkehrstechnische Erschließung für Stellplätze, Betriebshof und Technikum über die Volmerstraße.
Die Nutzung des neuen Gebäudes umfasst Labor- und Büroräume sowie drei Sonderbereiche. Diese Sonderbereiche (Technikum, Besprechungsraum und NMR-Spektrometer) sind von außen als Einzelkörper erkennbar und gliedern die Gesamtstruktur des Hauses.
Räumliche Darstellung des Chemielabor- und Technikumgebäudes der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Gebäudebeschreibung
Die grüne Treppe ist ein Blickfang im neuen Laborgebäude.
Der Haupteingang mit dem sich anschließenden geschossübergreifenden Foyer liegt im Schwerpunkt des geplanten Neubaus und wird durch den darüber auskragenden Besprechungsraum herausgestellt und gleichzeitig geschützt. Vom Foyer ausgehend, verteilen sich Labor- und Büroflure in zwei Richtungen und führen in die Seitenflügel.
Über eine Brückenkonstruktion wird ein "Shortcut" vom Foyerbereich zum südöstlichen Gebäudeflügel geschaffen. Dadurch verkürzen sich die internen Wege. Der Innenhof erhält zudem eine klare Fassung. Gleichzeitig fungiert die Brücke als gestalterischer Puffer zum nahegelegenen Ernst-Ruska-Ufer.
Die Umfassungswände der Sonderbaukörper NMR-Spektrometer, Besprechungsraum und Technikum sind aus Sichtbetonstützen im Fachwerkstil gefertigt.
Die Brücke wurde als Stahlfachwerk ausgeführt.
Die Fassaden gliedern sich gemäß den unterschiedlichen Arbeitsbereichen. Ein fein gestuftes Spiel zwischen Transparenz und Semitransparenz ist prägendes Entwurfsziel für die Fassade. Die Bündigkeit der Oberfläche steht im Kontrast zur wahrnehmbaren Tiefe der Fassadenkonstruktion. Diese soll durch ein einfaches, vielfältig einsetzbares und im Sinne der abgestuften Transparenz wirksames Material aus Gussglasscheiben erreicht werden.
Labortechnik
Die Medienversorgung des Laborgebäudes umfasst acht verschiedene technische Gase, Laborkalt- und Warmwasser, vollentsalztes Wasser und einen Laborwasserkühlkreislauf. Die Kalt- und Warmwasserversorgung erfolgt über ein zentrales Netz. Für das Laborwasser wird ein separates Abwassernetz installiert. Zusätzliche Netze gibt es für die Druckluft und vollentsalzte Wasserversorgung.
Die Entnahmestellen sind auf die Nutzer abgestimmt in den Labortischen vorgesehen. Die Versorgung mit Vakuum erfolgt zentral in den Chemielaboren mittels Membranpumpen.
Neben der zentralen Versorgung mit Brenngas, Argon 5.0, Druckluft, Helium 5.0, Sauerstoff 5.0, Stickstoff 5.0, synthetischer Luft und Wasserstoff 5.0 werden für speziellen Messtechniken und besondere Anwendungen zusätzliche "Sondergase" ( z. B. Argon 6.0, Helium 6.0) benötigt. Diese Versorgung erfolgt dezentral aus jedem Labor zugeordneten Druckluftflaschen, die in Sicherheitsgasflaschenschränken gemäß DIN EN 14475 untergebracht sind. Weitere Sicherheitsschränke (nach DIN EN 14470) sind jedem Labor für die Lagerung von Gefahrstoffen zugeordnet.
Die Ausstattung in den Reinraumbereichen erfolgt metallfrei und nicht metallfrei. Die Ausführung der Arbeitsoberflächen und der Einrichtungsgegenstände wurden in Polypropylen- oder Polyvinylidenfluorid-Beschichtung geplant.
Versorgungstechnik
Die neuen physikalischen, chemischen und biologischen Labore sowie Büroräume, Werkstätten und werkstattähnlichen Versuchsräume werden gemäß einem Raumanforderungskatalog differenziert versorgt.
Die Ableitung des Abwassers erfolgt in zwei getrennten Netzen -für häusliches Schmutzwasser und Laborabwasser. Das Laborwasser wird vor dem Einpumpen in das öffentliche Schmutzwassernetz auf seinen pH-Wert geprüft.
Die Trinkwasserversorgung des Gebäudes erfolgt ebenfalls über zwei Netze, dem Trinkwassernetz für die Versorgung der Teeküchen, der WC- und Duschräume sowie dem Laborwassernetz, welches vom Trinkwassernetz durch Systemtrenner abgezweigt wird. Die Feuerlöschleitungen werden als trockene Steigleitungen ausgeführt.
Eine zentrale Erdgasversorgung ist ausschließlich für den als "Technikum" bezeichneten Gebäudeteil vorgesehen. Die Versorgung einzelner Laborbereiche mit Brenngas erfolgt dezentral.
Grundlage für die Beheizung des Gebäudes ist eine Fernwärmeversorgung. Es werden sechs Heizkreise installiert, die der Wärmeversorgung der statischen Beheizung des Gebäudes durch Heizkörper, der Fußbodenheizung für das Foyer, den Deckenstrahlplatten für das Technikum und der unterschiedlichen raumlufttechnischen Anlagen dienen.
Die raumlufttechnischen Anlagen müssen den Zustand der Raumluft hinsichtlich Reinheit, Temperatur und Feuchte innerhalb bestimmter Grenzen halten. Es ist ein hocheffizientes Wärmerückgewinnungssystem mit einem Systemwirkungsgrad von circa 75 Prozent als Kreislaufverbundsystem mit integrierter adiabater Abluftbefeuchtung und damit einer Vorkühlung der Außenluft vorgesehen.
Die Kanalnetze sind als Ringkanalnetze konzipiert und getrennt nach den Nutzungsbereichen Labor oder Reinräume aufgeteilt. Zur Reduzierung der Luftmengen ist eine schiebergesteuerte Abluftmengenregelung der Laborabzüge vorgesehen. Des Weiteren sind Sonderabluftanlagen, 24-Stunden-Abluftanlagen, Abluftanlagen für thermisch belastete Abluft und Entrauchungsanlagen notwendig.
Die im Sommer erforderliche Kälteleistung der raumlufttechnischen Anlagen wird durch adiabate Abluftkühler (Verdunstungskühlung) reduziert. Im Winter wird grundsätzlich ab einer Außentemperatur von plus 11Grad Celsius die zur Prozesskühlung erforderliche Kühlleistung durch freie Kühlung aus der Außenluft zu gewonnen.
Die Aufzugsanlagen beschränken sich auf einen Personenaufzug mit 1000 Kilogramm Nutzlast und einen Lastenaufzug mit 2500 Kilogramm Nutzlast.
Das Gesamtkonzept für die Gebäudeautomation sieht die gemeinsame Betriebsführung aller haustechnischen Anlagen verschiedener Hersteller über eine gemeinsame Gebäudeleittechnik vor. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in dem Bauvorhaben ein offenes Gebäudeautomationssystem eingesetzt.