Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Walther-Meißner-Bau

Neubau eines Tieftemperaturlabors für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Zu sehen ist die grau-beige Fassade eines Gebäudes mit Fensterfront. Fassadendetail des Walther-Meißner-Baus Der Walther-Meißner-Bau bietet künftig Labor-, Mess- und Reinräume für höchst genaue Messungen der Temperatur und für Forschungsarbeiten rund um supraleitende Sensorik.

Projektdaten

  • Nutzer Physikalisch-Technische Bundesanstalt
  • Adresse Abbestraße 2–12, 10587 Berlin, Deutschland
  • Architektur Rohdecan Architekten GmbH, Dresden
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat VII 5
  • Gesamtkosten rund 37 Millionen Euro
  • Wettbewerb 2014, nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem offenen Bewerberverfahren
  • Baubeginn 2017
  • Fertigstellung geplant 2021
  • Bruttogrundfläche rund 6.560 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 2.880 Quadratmeter

Projektbeschreibung

BDas Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat VII 5 – baut für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) am Standort Fraunhoferstraße/Abbestraße in Berlin-Charlottenburg ein neues Tieftemperaturlabor, den Walther-Meißner-Bau. Baubeginn war im September 2017, Fertigstellung und Übergabe an die Nutzerin sind für das Jahr 2021 geplant.

Details zum Bauprojekt

Nutzung

Im zukünftigen Walther-Meißner-Bau werden Beschäftigte zweier Fachbereiche der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Forschungs-, Entwicklungs- und Kalibrierarbeiten auf dem Gebiet der Thermometrie und Messtechnik in einem Temperaturbereich von 0 Grad Celsius bis in die Nähe des absoluten Nullpunktes bei -273 Grad Celsius durchführen. Dabei kommen komplexe Kryoanlagen und Diagnoseeinrichtungen zum Einsatz. Für deren Betrieb sind kryogene Flüssigkeiten, Hochvakuum-Systeme, hochreine Gase, hochfrequenzgeschirmte Messkabinen und im Besonderen eine schwingungsoptimierte Bauweise des Gebäudes erforderlich.

Neben den erforderlichen, teilweise mehrgeschossigen Büro-, Labor- und Messräumen sind ein Grau- und Reinraumbereich mit einer Halbleiterlithographie im 2. Obergeschoss sowie ein auch für externe Besucherinnen und Besucher zugänglicher Seminar- und Vortragsraum im 1. Obergeschoss als besondere Merkmale hervorzuheben. Das Gebäude ist mit einem Untergeschoss, dem Erdgeschoss und drei Obergeschossen geplant. Die Außenabmessungen betragen 48,70 x 27,20 Meter, die Höhe 18,35 Meter über Gelände. Das Gebäude wurde mittels Bodenplatte flach gegründet. Zur Trockenhaltung der Baugrube während der Herstellung des Untergeschosses wurde eine Trogbaugrube mit einer Tiefe von etwa 5,30 Meter und einzelnen Vertiefungen bis 6,20 Meter erforderlich.

Städtebau und Baukörper

Der Neubau gliedert sich in das PTB-Gelände gemäß des Masterplanentwurfes von 2009 als ergänzender Baustein des Campus ein und nimmt mit seiner Ausrichtung die Fluchten der Abbestraße sowie der Nachbarbebauung auf. Die viergeschossige Ausbildung des Walther-Meißner-Baus vermittelt zwischen den geringen Gebäudehöhen des gegenüberliegenden Gästehauses und des Hermann-von-Helmholtz-Baus sowie dem höheren Wilhelm-Förster-Bau. Die Fassadengestaltung mittels einer differenzierten Ziegelfassade unterstützt das Vorhaben, das Gebäude optisch in das Umfeld auf dem Campus einzubetten. Die bestehende Zaunanlage auf der Ost- und Südseite des Grundstückes wird zurück- und in neuer, zeitgemäßer Art wieder aufgebaut.

Konstruktion

Bei der statischen Auslegung der Bauteile wurde höchste Priorität auf die Umsetzung der Schwingungsanforderungen gesetzt, um den Beschäftigten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ein baulich optimales Arbeitsumfeld zur Verfügung zu stellen. Das Gebäude wird aus diesem Grunde als schwingungsarmer Massivbau ausgeführt.

Die Deckenstärken sowie die Stärke der Bodenplatte sind entsprechend den Anforderungen dick dimensioniert. Sowohl die Außenwände als auch die inneren Längs- und Querwände sind grundsätzlich tragend ausgeführt und stellen damit die erforderliche hohe Steifigkeit in horizontaler Richtung sicher. Erhöhte schwingungstechnische Anforderungen an Räume, zum Beispiel im Reinraumbereich, können durch die gewählte Ausbildung ohne zusätzliche konstruktive Maßnahmen erfüllt werden.

Fassade

Die Fassade des Walther-Meißner-Baus ist als Vormauerschale aus Ziegelsteinen konzipiert und nimmt mit ihren ausgeprägten Deckenbändern Bezug auf die Horizontalität der Gesimse der historischen Nachbargebäude auf dem Campus. Die im Läuferverband flächig gemauerten Deckenbänder stehen geringfügig vor und bilden die unterschiedlichen Geschosshöhen ab.

Dazwischen sind auf einem Grundraster aus schmalen und breiten Elementen die Öffnungen und Wandscheiben jeweils in zwei verschiedenen Ausprägungen angeordnet. Die Wandscheiben sind streifenförmig abgesetzt und unterscheiden sich neben ihrer Breite auch in Farbton, Tiefe und Oberflächenstruktur. Die Fensteröffnungen folgen dieser Analogie und sind entweder als einteiliges Element mit vorgesetzten feststehenden Streckmetall-Elementen oder als zweiteiliges Element mit zusätzlicher seitlicher Festverglasung ausgebildet. Anhand dieser Anordnung können an der Fassade die Büro- und Kommunikationsbereiche am mittleren Öffnungsanteil abgelesen werden, die Laborbereiche am geringen Öffnungsanteil und die Lüftungszentrale ohne Öffnungsanteil.

Bereiche mit besonderen Funktionen wie Eingangsbereich, Seminarraum und Kommunikationsbereich vor dem Seminarraum werden mit großformatigen Öffnungen abgebildet.

Haustechnik

Die Nutzungsanforderungen im Gebäude machen die Ausbildung von zwei technischen Hauptzentralen erforderlich. Die Lüftungszentrale im 3. Obergeschoss ist mit direkter Anbindung an den Grau- und Reinraumbereich angeordnet, um die hohen Anforderungen sowie den großen Luftmengenbedarf sicherstellen zu können. Die allgemeine Lüftungszentrale für alle anderen Bereiche des Gebäudes befindet sich im Untergeschoss. In diesem ist der Neubau an den unterirdischen Medientunnel angebunden, welcher vom nördlich gelegenen Technikum angedient wird.

Die mittlere Funktionsspange des Obergeschosses wird durch einen zentralen, vertikalen Installationsschacht versorgt, der in Größe dem Bedarf der anliegenden Räume entspricht. Weitere Installationsschächte befinden sich jeweils in der Reinraum- und Bürospange des Dreibundes, sodass jede Spange über einen räumlich direkt erreichbaren Installationsschacht angedient wird. Die Installationsführung in den Laboren und Lagern erfolgt offen. Für den Grau- und Reinraumbereich ist fassadenseitig eine vorgelagerte Funktionszone zur Installationsführung vorgesehen.

Das Gebäude, das Tragwerk und die technische Gebäudeausrüstung wurden als BIM-Pilotprojekt geplant. Für das gemeinsame 3D-Modell der Planerinnen und Planer wurde ein verbindliches Austauschformat (ifc) festgelegt. Die 3D-Planung und die Kollisionsprüfung dienen der Qualitätssicherung in den hochinstallierten Bereichen.

Walther-Meißner-Bau der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB)

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Die Visualisierung zeigt ein viergeschossiges Gebäude von der Straße aus gesehen. Walther-Meißner-Bau der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) Im künftigen Walther-Meißner-Bau der PTB entstehen neben Labor- und Messräumen auch zusätzliche Büroflächen für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Weitere Informationen

Neubau eines Tieftemperaturzentrums für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) - Walther-Meißner-Bau Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Planungswettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

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