Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Masterplan

Kurzanalyse Bestand
Das vorhandene Stammgelände der Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) ist von seinem stetigen, fast organisch anmutenden Wachstum geprägt. Es profitiert noch immer von der Qualität und dem Ensemblecharakter seiner historischen Bauten und deren Einbettung in die parkartigen Außenanlagen.

Über die Jahrzehnte ist allerdings die Urbebauung zunehmend von neuen Technikbauten, von Verkehrs- und Infrastruktureinrichtungen überlagert worden. Die Erweiterungsflächen im Norden sind geprägt von ihrer additiven, in Teilen zufälligen Entwicklung und sind damit nicht das Ergebnis einer planmäßigen Strukturbildung.
Eine klare städtebauliche Figur ist dadurch nur noch schwer ablesbar. Besonders schmerzlich für die Bundesanstalt: Mit der Orientierung des Geländes zur abgelegenen Abbestraße ist die Hauptstadtrepräsentanz im Stadtraum nahezu unsichtbar.

Masterplan

Campus-Adressbildung
Bei der Gestaltung und Bebauung des Stammgeländes ist das Campus-Thema ausschlaggebend. Die künftige Bebauung soll sich am historischen Bestand orientieren. Die Institution der PTB erhält eine erkennbare und vermittelbare Adresse. Aus der Villa im verwunschenen Park wird ein klar kommunizierbarer "Forschungsorganismus" mit langen, historischen Wurzeln. Der Hauptzugang liegt künftig an der Marchstraße. Zwei geschwisterartige Neubauten an den Grundstücksecken ergänzen das historische Observatorium zum imagebildenden Ensemble und stellen auch funktional die öffentliche Oberfläche des Instituts dar: Als Empfangs- und Bibliotheksgebäude im Norden, als Cafeteria und Seminargebäude im Süden.

"Bebauungsschienen"
Die baulichen Entwicklungsachsen entlang der Guerickestraße und der Fraunhoferstraße sollen mit Einzelbaukörpern in unterschiedlicher Dimensionierung und in aufgelockerter Bebauung besetzt werden. Dabei wird der Park des Stammgeländes als Qualität und erkennbare Besonderheit der Institution PTB herausgearbeitet. Die bauliche Entwicklung ist hier zurückgenommen. Die Dualität von Stammgelände und Erweiterung wird in der baulichen Entleerung und Verdichtung damit weiter gesteigert: Im Osten der Park mit Solitären, im Westen die hoch komprimierte "Forschungsplatine".


Erschließung
Die Erschließung des Geländes der Physikalisch-Technische Bundesanstalt soll über maximal zwei Zufahrten erfolgen. Im Sinne der Adressbildung des gesamten Geländes der PTB zur Stadt soll die Zufahrt mit einer Pförtnerkontrolle für Gäste an der Marchstraße liegen. Mit dieser Ausbildung eines Hauptzuganges- und -zufahrtsbereichs ist in beiden Eckgebäuden eine öffentlichkeitswirksame Nutzung mindestens in den Erdgeschossen - wünschenswert.

Durch zwei durchgängige interne Erschließungsachsen soll über die Abbestraße hinweg eine Verklammerung von Stamm- und Erweiterungsgelände erfolgen. Die Erschließung für Mitarbeiter und Anlieferung soll vorrangig von der Guerickestraße aus über die Abbestraße möglich sein. Das Stellplatzangebot soll, abgesehen von Besucherstellplätzen und Behindertenstellplätzen, in der Abbestraße konzentriert werden. Eine dezentrale Anordnung von Stellplätzen zu Lasten der Freiflächenqualität soll unterbleiben.

Baufelder
Die Baufelder auf dem Stammgelände sollen maximal dreigeschossig bebaut werden und sich dem Observatorium und dem Werner von Siemens Bau unterordnen. Die Bebauung soll mit ihren Längsseiten die Baufluchten der Bestandsgebäude aufnehmen. Die Bauflucht kann auf dem Stammgelände an der Fraunhofer Straße bis zu einem Abstand von 5,0 Meter an die Grundstückseinfriedung heranrücken. Neubauten auf dem Erweiterungsgelände sollen die Baufluchten und Höhen der unmittelbaren Nachbargebäude aufnehmen.

Freiraum
Die Gestaltung der Freiflächen auf dem Stammgelände soll von Respekt vor der historischen Parkanlage geprägt sein. Das heißt, diese ist wieder aufzunehmen und weiter zu entwickeln. Die Gestaltung soll funktional und räumlich differenziert werden. Der nördliche Bereich an der Guerickestraße soll eine rationale und strenge, der Bereich an der Fraunhofer Straße eine gartenhafte und kontemplative Gestaltung erhalten. Der Kernbereich soll ein transparentes durch ruhige Rasenflächen und Baumbestand geprägtes Erscheinungsbild aufweisen.

Materialität
Zum Zusammenhalt des Areals sollten die nach Außen orientierten Gebäude mit Mauerwerksfassaden ausgeführt werden und sich an die Materialität und Farbigkeit der historischen Bauten des Stammgeländes anlehnen. In den Innenbereichen ist die Verwendung anderer Materialien zur Fassadengestaltung möglich.

Diese Seite