Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Europäisches Patentamt sowie Deutsches Patent- und Markenamt

Sanierung des Dienstgebäudes Gitschiner Straße

Blick von der Ecke Alte Jakobstraße und Gitschiner Straße auf das Europäische Patentamt in Berlin Europäisches Patentamt und Deutsches Patent- und Markenamt Repräsentative Fassade an der Ecke Alte Jakobstraße und Gitschiner Straße Quelle: BBR / Björn Schumann

Projektdaten

  • Nutzer Europäisches Patentamt sowie Deutsches Patent- und Markenamt
  • Adresse Gitschiner Straße 103, 10969 Berlin
  • Architekt Hermann Solf und Franz Wichards
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat IV 4
  • Gesamtkosten rund 103 Millionen Euro
  • Baubeginn 2017
  • Fertigstellung 2024
  • Bruttogrundfläche rund 29.600 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 16.400 Quadratmeter
  • Wettbewerb 2014, VOF-Verfahren

Projektbeschreibung

Das Gebäude des Europäischen Patentamtes sowie des Deutschen Patent- und Markenamtes wird unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) seit 2017 saniert.

Das Gebäude wird in seinem jetzigen Zustand den Anforderungen einer europäischen Behörde mit internationalem Standard nicht mehr gerecht. Daher sind zur Gewährleistung einer dauerhaften Nutzung des Europäischen Patentamts sowie des Deutschen Patent- und Markenamtes auf der Liegenschaft folgende Umbaumaßnahmen geplant, die alle in einem baufachlichen und terminlichen Zusammenhang stehen: 

  • Herrichtung eines zur Zeit ungenutzten Bauteils Z im Innenhof
  • Verlagerung der Lesehalle und Anpassung an heutige Erfordernisse sowie Schaffung eines Schulungszentrums für das Deutsche Patent- und Markenamt
  • Modernisierung und Neuordnung der Unterbringung des Europäischen Patentamts
  • Fenstersanierung im Bereich der Innenhöfe
  • Verlagerung beziehungsweise Neubau der Kantine in den heutigen Bereich der Lesehalle
  • Sanierung der Innenhoffassaden

Im Unter- und Sockelgeschoss des Gebäudes wird zudem vollflächig die Bauwerksabdichtung wieder hergestellt. Darüber hinaus wurde für die gesamte Liegenschaft ein Brandschutz- und Energiekonzept aufgestellt und im Rahmen der Teilmaßnahmen umgesetzt.

Projektverlauf

Vorgeschichte

Das Gebäude des Patentamtes in der Gitschiner Straße 97-103 wurde von 1903 bis 1905 nach Plänen der Architekten Hermann Solf und Franz Wichards geplant und realisiert. Um 1930 wurde es um die Z-förmige Hofbebauung erweitert. Das repräsentative Büro- und Verwaltungsgebäude diente als „Kaiserliches Patentamt“ und wurde als dreiflügeliges Gebäude mit ausgeprägter Innenhofbebauung errichtet und unterliegt aufgrund seiner historischen Bedeutung seit dem Jahr 1995 dem Denkmalschutz. Hauptnutzer der bundeseigenen Liegenschaft sind heute das Europäische Patentamt sowie das Deutsche Patent- und Markenamt.

Aufgrund erheblicher Kriegsschäden mussten in den 50er bis 70er Jahren umfangreiche Wiederaufbau-, Instandsetzungs- und Umbauarbeiten erfolgen, die das Erscheinungsbild des Hauses in Teilen verändert haben. Im Zuge der KP II-Maßnahmen (2008) wurden die straßenseitigen Fassaden saniert.

Gebäude

Das eingeschossig unterkellerte Gebäude verfügt straßenseitig über 5 oberirdische Geschosse und einen im Wesentlichen nicht ausgebauten Dachboden.

Sowohl das Hauptgebäude des EPA, als auch der Gebäudeteil Z sind historische Gebäude, bei denen es sich konstruktiv um Mauerwerksbauten mit Massivdecken unterschiedlicher Konstruktionsart handelt. Die Außenwände wie auch die tragenden Flurwände und nichttragende Trennwände sind in der Regel aus Ziegelmauerwerk hergestellt. Durch die Zellenbauweise ist eine klare Raumstruktur und Raumaufteilung vorgegeben. Die straßenseitigen Fassaden sind mit Sandstein und Granit verkleidet sowie mit Putzflächen im ersten und zweiten Obergeschoss. Die Hoffassaden sind mit glasierten Klinkern verkleidet.

Flur mit unverputzten Backsteinwänden und angrenzenden Büroräumen im Europäischen Patentamt in Berlin Europäisches Patentamt und Deutsches Patent- und Markenamt Typische Flursituation mit einachsig angrenzenden Büroräumen Quelle: BBR / Björn Schumann

Planung

Im Jahr 2014 erfolgten die VOF-Verfahren für die beteiligten Planungsbüros. Die Grundlage für die aktuellen Planungen bildet ein Liegenschaftskonzept aus demselben Jahr. Das ursprünglich in fünf Teilmaßnahmen untergliederte Projekt wurde in der Folge zu einer Gesamtmaßnahme zusammengeführt. Die fünf Teilmaßnahmen umfassten: 

  • Bauteil Z
  • Lesehalle, Schulungszentrum DPMA
  • Modernisierung EPA
  • Fenstersanierung
  • Verlegung der Kantine

2016 wurde es erforderlich, flankierende Baumaßnahmen aus dem Bauunterhalt mit einzubeziehen, dazu zählten die Neuerstellung der Bauwerksabdichtung im Unter- und Sockelgeschoss sowie Instandsetzungsmaßnahmen aufgrund von statischen und brandschutztechnischen Mängeln. Ebenfalls wurde die Sanierung der Innenhoffassaden Bestandteil der Maßnahme. Die straßenseitigen Fassaden waren bereits Bestandteil der KP II Maßnahmen.

Vorbereitende Maßnahmen und Bauablauf

Vorbereitende Maßnahmen wie die Einbringung eines neuen Trafos sind bereits abgeschlossen. Mit dem ersten Bauabschnitt wurde 2017 begonnen. Für die weiteren Bereiche wird derzeit die Ausführungsplanung erstellt und mit dem nächsten der insgesamt sechs Bauabschnitte soll im Jahr 2019 begonnen werden.

Die Baumaßnahmen finden während des laufenden Dienstbetriebs statt, was eine wesentliche Herausforderung darstellt und in das Bauphasenkonzept eingeflossen ist. Die Fertigstellung und abschließende Übergabe ist für das Jahr 2024 vorgesehen.


Weitere Informationen

Europäisches Patentamt, Deutsches Patent- und Markenamt Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Kunst-am-Bau-Wettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

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