Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Kunst-am-Bau-Wettbewerb Bundesamt für Strahlenschutz

Nicht offener, einphasiger Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren

  • Status Abgeschlossen
  • Veröffentlichung 14.10.2019
  • Entscheidung 03.06.2020
  • Adresse Berlin-Karlshorst
  • Kunststandort(e) Zentrales Foyer des Neubaus K12 des BfS

Entscheidung des Preisgerichts

Das Preisgericht tagte am 3. Juni 2020 unter dem Vorsitz von Ralf de Moll, Künstler im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und hat einen ersten, einen zweiten und einen dritten Preis vergeben.

Preisträger

1030 - 1. Preis Kang Sunkoo, Basel

"Urhütte"

Berater: Hermann Noack Jr, Peer Kulenkampff, Bildgießerei Hermann Noack (Fertigung und Kosten), Mike Bartz, Ahlers+Andere (Statik), Jörg Hugo (Digitalisierung)

1030 - Urhütte

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1030 - "Urhütte" 1. Preis Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Bundesamt für Strahlenschutz 1030 - Urhütte Präsentation Quelle: Kang Sunkoo, Basel

1030 - "Urhütte" 1. Preis Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Bundesamt für Strahlenschutz 1030 - Urhütte Schnitt Quelle: Kang Sunkoo, Basel

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Projektarbeit besticht durch seine Einfachheit, die sich jedoch sehr komplex zusammensetzt. Die Schwerkraft wird aufgelöst durch den umgekehrten Astaufbau. Dies ist ein gewisser Widerspruch in der Statik und macht die Skulptur fragil.

Die Skulptur ist Raum übergreifend und nimmt den Bezug zu den 3 Flügeln des Gebäudes auf. Zudem wird die Skulptur geschoßübergreifend wahrgenommen. Sobald das Atrium betreten wird, überrascht der erste Eindruck eines Naturzitats im Kontrast zum technisch-wissenschaftlichen Umfeld.

Das Rätsel dieser einfachen skulpturalen Form, mit den verweisen auf die Urhütte als Schutzraum sowie die Natur, erschließt sich auf den zweiten Blick. Diese Projektarbeit inspiriert zum Nachdenken über Fragilität und Schutzbedürfnis und schafft damit auch thematisch einen eindeutigen Ortsbezug.

Durch die Positionierung im Zentrum des Gebäudes ist die Nutzung der (Grund-) Fläche eingeschränkt.

1034 - 2. Preis Roland Fuhrmann, Berlin

"Karlshorster Nuklidkarte"

2. Preis - 1034 "Karlshorster Nuklidkarte"

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2. Preis - 1034 "Karlshorster Nuklidkarte" 2. Preis - 1034 "Karlshorster Nuklidkarte" Präsentation Quelle: Roland Fuhrmann, Berlin

2. Preis - 1034 "Karlshorster Nuklidkarte" Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Bundesamt für Strahlenschutz 2. Preis - 1034 "Karlshorster Nuklidkarte" Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Bundesamt für Strahlenschutz Rendering Quelle: Roland Fuhrmann, Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Ironie der Bezeichnungen „karlshorster“ Nuklidkarte schafft einen Dialog mit Augenzwinkern zwischen Standort, Historie und Wissenschaft. In der Beschreibung steht die ästhetische Qualität der Farben der [originalen] karlsruher Nuklidkarte für sich. Die Farben folgen der klassischen Darstellung der Radionuklidkarte. Über die Zerfallrate der Strahlung lassen sich Altersbestimmungen in der Archäologie und Diagnosen in der Nuklearmedizin ableiten.

5 Segmente des Kunstwerks aus insgesamt 4000 dichroitischen Interferenzspiegeln mit 80 Kg sind pendelsicher durch Schrägseile von den Brüstungen abgehängt. Das Kunstwerk bezieht sich auf die Architektur, greift die Durchlässigkeit des Gebäudes auf und erweitert durch seine Reflexionen mit dem Farbwechselspiel die räumliche und sinnliche Wahrnehmung. Die farbigen Interferenzspiegel sind unterschiedliche gekippt und geben so dem Objekt ein plastisches Volumen. Vielfarbige Reflexlichter veranschaulichen die eigentlich unsichtbaren, ionisierenden Strahlungsarten und wandern mit der Sonne.

Die Konzeptidee ist einprägsam und plastisch dargestellt. Die Wirkung auf die Architektur wird in einzelnen Raumfolgen abgebildet und gibt einen lebendigen Raumeindruck. Das Spiel der Farben im Wechsel der Jahreszeiten bezieht alles mit ein, sowohl vertikale als auch horizontale Ebenen.

Durch die senkrechte Hängung der [farbigen Gläser wirkt das Kunstwerk] gerichtet und klar. Die Leichtigkeit und Farbintensität über alle Etagen überzeugt. „das Kunstwerk wirkt wie ein flirren über einem See im Sommer“. Laut Verfasser*in sind „alle eingesetzten Materialien unbrennbar, alterungsresistent leichtecht, unbegrenzt haltbar und recyclebar.“

1023 - 3. Preis Janine Eggert und Philipp Ricklefs, Berlin

"Spectrum"

Berater: Daniel Offenhausen, René Graßke

3. Preis 1023 - Spectrum

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3. Preis 1023 - Spectrum 3. Preis 1023 - Spectrum Präsentation Quelle: Janine Eggert und Philipp Ricklefs, Berlin

3. Preis 1023 - Spectrum 3. Preis 1023 - Spectrum Visualisierung Quelle: Janine Eggert und Philipp Ricklefs, Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Bodenwandarbeit 1023 besteht aus farbigen Kreisen und Wellenlinien (Terrazzointarsien im Erdgeschoss) sowie einer Textzeile an der Brüstung im 1. Obergeschoss. 

Die Bodenarbeit übersetzt komplexe Zusammenhänge aus Chemie und Physik in eine flächige einfache Darstellung. In dieser werden Wellenlängen, Lichtfarben und das (radioaktive) Atommodell miteinander verwoben. Das macht sie für Wissenschaftler lesbar und für Laien ästhetisch erfahrbar.

Der Satz von Marie Curie „Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen“, passt zum Selbstverständnis des Bundesamtes für Strahlenschutz. Verständnis durch Wissenschaft ist die Grundlage für Vorsorge und Schutz von allen Menschen.

Positiv wird der thematische Bezug zu den Aufgaben des Bundesamtes für Strahlenschutz und die Sichtbarkeit der künstlerischen Arbeit über alle Etagen bewertet.  

Informationen zum Wettbewerb

Auslober, Koordination und Durchführung

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Referat A 2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin

Beate Hückelheim-Kaune (Referatsleitung)
Carola Zeidler (Auslobung)
Anuschka Müller (Durchführung)

Mit Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) als Maßnahmenträger für den Nutzer, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)


Wettbewerbsaufgabe

Der Berliner Dienstsitz des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), in dem im Wesentlichen die Fachbereiche Strahlenschutz und Umwelt sowie Strahlenschutz und Gesundheit untergebracht sind, befindet sich auf der Liegenschaft in der Köpenicker Allee 120 – 130, in Berlin-Karlshorst.

Die Liegenschaft wurde neugeordnet und für die Nutzung durch das BfS optimiert. Zurzeit wird der Neubau K12 samt Freianlagen durch hks Hestermann Rommel Architekten GmbH & Co. KG und plandrei Landschaftsarchitektur, als Ergebnis des Architektenwettbewerbs, beide aus Erfurt, umgesetzt.

Im Rahmen der Errichtung des Neubaus K12 wurde nun ein Kunst-am-Bau-Wettbewerb durchgeführt. Ziel des Wettbewerbs und des darin prämierten Kunstwerks war es, den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft anzuregen und somit zur Identitätsstiftung und Identifikation des Standorts beizutragen.

Als Standort für die künstlerischen Interventionen standen verschiedene Bereiche des mehrgeschossigen Foyers im Neubau zur Verfügung: Die Wände im EG und in den beiden Obergeschossen, die abgehängten Decken der an den Luftraum angeschlossenen Geschossebenen, sowie die Flächen der Brüstungen, die den Deckenausschnitt umfassen.

Bei einer Bearbeitung der Wände und Decken war eine mehrteilige Arbeit, zur optischen Verbindung der Geschosse untereinander, möglich.

Wettbewerbsverfahren

Nichtoffener, anonymer Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerberverfahren. Das Wettbewerbsverfahren erfolgte gemäß Leitfaden Kunst am Bau (2012) und in Anlehnung an die Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013).

Teilnahmeberechtigung: Professionelle Künstler/-gruppen (weltweit).

Realisierungssumme: 155.000 €, brutto

Architektenwettbewerb

Bundesamt für Strahlenschutz - Neubau Dienstgebäude K12 in Karlshorst Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Planungswettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

Kontakt

  • Anuschka Müller
    Referat A 2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau, Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
    Straße des 17. Juni 112
    10623 Berlin

    Tel.: +49 30 18401-9201
    Fax: +49 30 18401-9209
    E-Mail: KaB-BfS@bbr.bund.de

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