Navigation und Service

Kunst-am-Bau-Wettbewerb Hof der Schule

Hof der gemeinsamem Schule der Nachrichtendienste in Berlin

Der Neubau des Bundesnachrichtendienstes in Berlin

Auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend in der Chausseestraße in Berlin-Mitte entsteht der Neubau für den Bundesnachrichtendienst. Der Gebäudekomplex besteht aus einem zentralen Verwaltungsgebäude nach Plänen der Architekten Kleihues und Kleihues, einer Technik- und Logistikzentrale entworfen von Henn Architekten unter Mitarbeit des Büros Hilmer, Sattler und Albrecht sowie einem Gebäudekomplex für Schule, Internat und Besucherzentrum nach dem Entwurf der Offenburger Architekten Lehmann. Der Schul- und der Internatstrakt werden sowohl vom Bundesnachrichtendienst als auch vom Verfassungsschutz genutzt. Dabei dient die Schule den Nachrichtendiensten – Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz (BfV) - als Aus- und Fortbildungszentrum. Zugleich entsteht an der Straßenecke Habersaathstraße/Chausseestraße ein Besucherzentrum des BND

Der offene, zweiphasige Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den Hof der Schule

Der Kunststandort
Von der Habersaathstraße aus gesehen, liegt die Schule im westlichen Gebäudeteil der Südbebauung. Die Gebäudeteile der Schule umschließen einen nach innen orientierten Hof, der sich zum Norden öffnet und den Studierenden und Schülern als Aufenthaltsort in den Pausenzeiten und nach Unterrichtsende zur Verfügung steht. Ein Sichtkontakt zur Straße ist nicht gegeben. Die Planung der Landschaftsarchitekten PGF (Planungsgemeinschaft Freianlagen) sieht eine einheitliche Struktur vor, die sich in amorphen Flächen durch sämtliche Höfe des Gebäudes windet.

Die Aufgabe
Für den Hof sollte eine künstlerische Intervention vorgeschlagen werden, die die Aufenthaltsqualität unterstützt und aufwertet.

Das Verfahren
Der Wettbewerb wurde als offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb ausgelobt. Aus den zugelassenen eingereichten 180 Beiträgen der 1. Phase wählte das Preisgericht 10 Teilnehmer für die 2. Phase aus.

1. Preis Monika Brandmeier, Berlin

Auf dem Bild sehen Sie einen umgestürzten Tisch, Geländer und schwarze ÄsteBaumgartens Geländer Quelle: Monika Brandmeier, Berlin

Titel: Baumgartens Geländer
Vorgeschlagen wird eine zweiteilige Arbeit: Um eine tischähnliche Form, die auf ihrer Längsseite ruht, führt eine Linienstruktur, bei der es sich um eine Vergrößerung des Treppenhausgeländers handelt, das der Architekt Paul Baumgarten 1965 für das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entworfen hat. Das 2 Meter hohe Geländer ist als funktionierendes Gerüst im Boden verankert, belastbar und nutzbar. Es zitiert die Gestalt und die charakteristische Materialkombination von unterschiedlichen Oberflächen.

Beurteilung des Preisgerichts:
Der Entwurf "Baumgartens Geländer" positioniert ein Skulpturenensemble im Hof der Schule der Nachrichtendienste. Eine tischähnliche und eine mehrfach abgewinkelte Geländerform werden vergrößert dargestellt zur raumgreifenden Plastik und weisen damit über ihr ursprüngliches Vorbild hinaus. Die unterschiedliche Erfahrbarkeit sowohl aus der Hofebene als auch von oben aus den umliegenden Gebäudeteilen wird vom Preisgericht positiv hervorgehoben. Der Bezug zur Architektur des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe von Paul Baumgarten bildet eine zusätzliche Bedeutungsebene und bietet den Nutzern in sinnstiftender Weise eine inhaltliche Identifikationsmöglichkeit. Das komplexe Gefüge von verschiedenen Richtungen und Raumbeziehungen, der verfremdete Maßstab sowie der gegenständliche und inhaltliche Bezug öffnen viele Bedeutungsebenen. Der Entwurf überzeugt das Preisgericht sowohl in künstlerischer und inhaltlicher Hinsicht als auch in ihrer technischen Machbarkeit. Die Arbeit wird daher mit dem 1. Preis ausgezeichnet und einstimmig zur Ausführung empfohlen.

Entscheidung und Empfehlung des Preisgerichts:
Die Arbeit wurde mit 9:0 Stimmen einstimmig zur Realisierung empfohlen.

2. Preis Rainer Splitt, Berlin

Eine spiegelnde grüne Edelstahlfläche schiebt sich blattartig vor das Bauvolumen.Green mirror painting Quelle: Rainer Splitt, Berlin

Ein farbplastisches, Format füllendes Spiegelbild auf der Aufzugsturmwand soll die Umgebung in weiten Teilen farbig grün widerspiegeln. Einen Teil des Bildes nimmt die Malerei ein, die sich als ‚abstraktes’ mehrschichtig gemaltes grünes Monochrom einerseits und andererseits als farbige ‚Reflektionsebene’ von Wirklichkeit präsentiert.

Beurteilung des Preisgerichts:
"Die Farbe erschafft gleichzeitig Fläche und Bildraum…". Das "green mirrow painting" verortet sich am Aufzugsturm. Eine spiegelnde grüne Edelstahlfläche schiebt sich blattartig vor das Bauvolumen und fragmentiert es in der Ansicht. Die Spiegelung nimmt die Umgebung auf und erweitert die Fläche ins Unendliche. Dieses wechselnde Spiel wird durch ein amorphes blickdichtes grünes Monochrom "gestört". Flächig angelegt, gibt es einzig den Blick auf sich selber frei. Unterschiedliche Standpunkte lassen Zusammensichten von grünem Monochrom, wechselnden Spiegelungen und Baumbestand im Hof zu – Malerei behauptet sich eindrücklich als sich ständig erneuernde Möglichkeit. "green mirror painting" erhält den 2. Preis.

3. Preis Thomas Eller, Berlin

Sonderfachleute: Vareio Lenarduzzi

Fassade des Aufzugs mit vollflächigem MosaikbildTitel: MATRIX >>> MOSAIC >> FAÇADE Quelle: Thomas Eller, Berlin

Titel: MATRIX >>> MOSAIC >> FAÇADE
Für den Aufzugsturm wird ein vollflächiges Mosaikbild vorgeschlagen, das eine Matrix für eine mögliche Erscheinungsform von Realität entwirft. Der Aufzugsturm vollzieht bildnerisch dessen "vertikale Funktion" nach. Es ist im Computer so bearbeitet, dass "Bewegungsspuren" sichtbar sind und eine "visuell beschleunigte Version" der Klinkerarchitektur dargestellt wird.

Beurteilung des Preisgerichts:
Die Arbeit überzeugt mit der unkonventionellen Verbindung von Mosaik und digitalem Bild. Für die Nutzer ergibt sich eine täglich erneuerbare Irritation an der eigenen Wahrnehmung. An der Fassade des Aufzugsturms setzt sich das Abbild der Architektur in Bewegung. Diese Unschärferelation setzt den physischen Ort der Schule, die Eigendynamik der Dienste und die Diskussion um flüchtige Bilder in Beziehung. Gleichzeitig steht die Arbeit in ständigem Dialog mit den Lichtverhältnissen von Tages- und Jahreszeit, dem Ornament der Bodengestaltung und der Vegetation des Hofs.

Weitere Teilnehmer der 2. Phase:

concrete – Ella Raidel/Bettina Darmawan, Berlin, Mitarbeiter: Mauritius Pauli, Sonderfachleute: Kern Ingenieure, Potsdam, Berater: BNB, Postdam
Barbara Frieß, Berlin, Berater: Herr Hanack/Fa. Allton
Christine Gloggengiesser, Wien, Sonderfachleute: Fa. Neon Brunner; Berater ppag architects, Wien
Sibylle Hofter, Berlin, Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Christian Golling, Sonderfachleute: Ingenieurbüro Pape und Dingeldein
Heinrich Knopf, Zorneding
Sebastian Kuhn, Nürnberg, Sonderfachleute: Dr. Kreutz + Partner, Nürnberg
Wolfgang Temme, München

Verfahrensbeteiligte

Bauherr/Auslober
Bundesrepublik Deutschland
vertreten durch das
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
im Auftrag der
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)

Nutzer
Bundesnachrichtendienst und Bundesamt für Verfassungsschutz

Koordination und Durchführung
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat A2 - Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsmaßnahmen
Beate Hückelheim-Kaune (Referatsleiterin)
Birgit Jacke-Ziegert (Projektleiterin)
Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin

Stimmberechtigte Fachpreisrichter
Dr. Gabriele Knapstein, Hamburger Bahnhof
Dr. Joachim Jäger, Neue Nationalgalerie
Dr. Johannes Stahl, Kunsthistoriker
Prof. Leni Hoffmann, Künstlerin
Michael Sailstorfer, Künstler

Stellvertretender Fachpreisrichter
Jo Schöpfer, Künstler

Stimmberechtigte Sachpreisrichter
Grischa Lehmann, Architekt
Eberhard Krügele, BND
Thomas Haldenwang, BfV
Eva Jedelhauser, BBR

Stellvertretender Sachpreisrichter
Lothar Fehn Krestas, BBR

Diese Seite

© Copyright by BBR. Alle Rechte vorbehalten.