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Nicht offener, einphasiger Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren
Das Preisgericht unter Vorsitz der Architektin Prof. Christine Remensperger tagte am 16. August 2013 und hat einstimmig den Wettbewerbsentwurf von huber staudt architekten, Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin mit dem ersten Preis ausgezeichnet und zur Realisierung empfohlen. Ebenfalls einstimmig wurde der zweite Preis dem Entwurf von harris + kurrle architekten, Stuttgart zuerkannt, der dritte Preis dem Entwurf von Max Dudler aus Berlin. Die Anerkennung erhielt h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten GmbH aus Düsseldorf.
Entwurfsverfasser: Christian Huber, Joachim Staudt
Mitarbeiter: José Carlos Castro Barros, Sohta Mori, Grèta Dalma Medgyesi
Fachberater: Weidlinger Landschaftsarchitekten, Paul Giencke
Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)
Die Entwurfsidee basiert auf der Übernahme der Idee des ursprünglichen Entwurfs im Sinne des Aneinanderreihens, klar umgrenzter unterschiedlicher Räume. Der Entwurf setzt diesen Anspruch mit einer klaren Gruppierung und Gliederung der Räume um zwei rechteckige Innenhöfe, fort. Die Alt- und Neubauten sind klar gegliedert, im Stadtbild zeigen sich deutlich zwei Häuser, was positiv bewertet wird. Die Ausformung des neuen Daches überzeugt, sowohl in seiner Schlichtheit, als auch als Abschluss des Gebäudekörpers. Das Dach erhält angemessen große Gauben, die trotz ihrer modernen Interpretation und Einfachheit, das Dach städtebaulich erlebbar machen und die Nutzräume dahinter gut belichten. Die gelungene und ruhige Gestaltung der Außenfassade des Neubaus wurde in der Innenhoffassade weiter geführt. Insgesamt ist der Entwurf durchgehend von gestalterisch sensiblem Umgang im Innenbereich sowie im Außenbereich geprägt.
Entwurfsverfasser: Joel Harris, Volker Kurrle
Mitarbeiter: Vojtech Bast, Florian Foetsch, Annette Thimme
Fachberater: Tragwerk: Prof. Dr.-Ing. Stefan Peters, Stuttgart; Energie: Pfeil & Koch ingenieurgesellschaft GmbH & Co. KG Ingenieure VBI, Stuttgart
Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)
Die Leitidee des Weiterbauens des auf seine relevanten Bauteile zurückgeführten Bestands nach dessen Grundprinzipien wird positiv bewertet und als schlüssig umgesetzt beurteilt. Die Angemessenheit der Gestaltungsmittel im Umgang mit dem historischen Bestand wirkt sehr überzeugend. Alt und Neu harmonieren sowohl in der klar gegliederten Grundrisskonzeption als auch im gut proportionierten äußeren Erscheinungsbild auf selbstverständliche Weise miteinander. Die Arbeit liefert eine gute Lösung für die gestellte Aufgabe, sie überzeugt insbesondere durch ihre ruhige und zurückhaltende Strategie des Umgangs mit dem Bestand.
Entwurfsverfasser: Max Dudler
Mitarbeiter: Pontus Falk, Jochen Soydan (freier Mitarbeiter)
Fachberater: Tragwerk: LAP, Berlin; Haustechnik: ZWP Ingenieur-AG, Berlin; Bauphysik: Müller BBM, Berlin; Brandschutz: HHP Berlin; Bauleitung Kostenschätzung): Peter Widell, Berlin
Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)
Die Leitidee der Verfasser durch einen "sensiblen Rückbau" dem ehemaligen Marinekaufhaus seine ursprüngliche Ausdrucksstärke zurück zu geben, wird anerkannt. Das Hauptgebäude wird im rückwärtigen Teil an der östlichen Brandwand durch einen sechsgeschossigen Neubau mit Innenhöfen von der Mittel- bis zur Dorotheenstraße erweitert. Dieser ergänzt den bestehenden Grundriss funktional. Die Bestandsfassade wird denkmalgerecht beibehalten. Die Arbeit ist ein guter Beitrag zur Lösung der Aufgabenstellung. Das weitestgehend erhaltene Bestandsgebäude zeichnet sich durch eine hohe Innenraumqualität aus, die sich insbesondere durch Blickbeziehungen vom Innenraum in die Höfe und durch die Qualität der mit Tageslicht belichteten Flurbereiche ausdrückt.
Entwurfsverfasser: Prof. Klaus Legner
Mitarbeiter: Atila Levent, Judith Mischor, Caroline Arras
Fachberater: Techn. Gebäudeausstattung: Ingenieurbüro Nordhorn, Münster, Brandschutz: Dr. Heins & Partner, Kleve
Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)
Unter Aufnahme der historischen Kubatur bauzeitlicher Fassung reagiert die Arbeit mit zwei Neubauten auf das vorgegebene Nutzungsgefüge: Ein durchgehender Streifen zwischen Dorotheenstraße und Mittelstraße schließt die Fuge zwischen dem Kopfbau des Quartiers und der Brandwand des benachbarten Gebäudes. Dazu verfolgt ein neuer Dachaufbau die Form und Umrisslinie des historischen Daches annähernd, ohne jedoch sprachlich zu historisieren. Mit der Fassadengestaltung der Neubauten beziehen sich die Verfasser auf das historische Vorbild. Gliederungs- und Ordnungsmittel, Proportionen der Öffnungen und differenzierter Flächenbesatz der fein ziselierten Klinkerfassade ergeben eine moderne Übersetzungsarbeit der reichhaltig ausgeformten Fassade des historischen Hauptbaukörpers. Insgesamt wird die Arbeit durch masshaltige Eingriffe in die historische Substanz und einer hohen Funktionalität im Inneren geprägt, (…).
Alle Fotos: Hans-Joachim Wuthenow, Berlin, Fotorechte: BBR
Die Liegenschaft Neustädtische Kirchstraße hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich und soll nun für den Deutschen Bundestag als Büro- und Verwaltungsgebäude hergerichtet und erweitert werden. Das sechsgeschossige Gebäude Neustädtische Kirchstraße 4-5 wurde 1887 errichtet und bis in die 1930er Jahre vom Deutschen Offiziersverein als Warenhaus für Armee und Marine genutzt.
Ab 1937 erfolgte der Umbau zum "Haus des Deutschen Handwerks". Von 1951 an war es Sitz der Volksbank Berlin, seit 1955 Sitz der Handwerkskammer der DDR. Von 1977 bis 2008 war hier zuletzt die Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika untergebracht. Die Herrichtung Neustädtische Kirchstraße 4-5 für den Deutschen Bundestag bezieht sich auf die Liegenschaft in der Berliner Innenstadt im Stadtbezirk Mitte, die folgende Gebäude umfasst:
1.) Neustädtische Kirchstr. 4-5 (Flurstück 62): das alte Armee-Warenhaus, ehemalige Amerikanische Botschaft
2.) Mittelstraße 25 (Flurstück 63): das ehemalige Wohnhaus (zuletzt von der Amerikanischen Botschaft mitgenutzt)
3.) Dorotheenstraße 67 (Flurstück 211): unbebaut
Ziel des Wettbewerbs war es, einen ganzheitlich und nachhaltig orientierten Entwurf zu erhalten, der neben architektonischer und funktioneller Qualität auch in energetischer und wirtschaftlicher Hinsicht überzeugende Lösungen im Umgang mit dem Bestand und seiner Erweiterung aufweist. Im Dezember 2012 wurde der nichtoffene anonyme Wettbewerb für die "Herrichtung der Neustädtischen Kirchstraße 4-5 für den Deutschen Bundestag" in Berlin – Mitte nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) ausgelobt.
Der nichtoffene Wettbewerb für Architekten wurde am 20.03.2013 ausgelobt gemäß der VOF 2009 und den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008). In einem vorgeschalteten offenen Bewerberverfahren wurden 26 Wettbewerbsteams ausgewählt. 22 Wettbewerbsbeiträge wurden eingereicht.
Referat A2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin
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