Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Deutscher Bundestag – Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Neubau eines wissenschaftlichen Dienstleistungszentrums

Das Bild zeigt eine Luftaufnahme zweier großer Gebäude gleicher Architektur mit Beton- und Glasfassaden und rechteckigem Grundriss. Sie sind durch einen Fluss voneinander getrennt, aber mit einer Brücke verbunden. Marie-Elisabeth-Lüders-Haus Ensemble von Paul-Löbe- und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Projektdaten

  • Nutzer Deutscher Bundestag
  • Adresse Adele-Schreiber-Krieger-Straße 1, 10117 Berlin, Deutschland
  • Architektur Stephan Braunfels Architekten
  • Projektleitung Bundesbaugesellschaft Berlin
  • Gesamtkosten rund 176 Millionen Euro
  • Baubeginn 1998
  • Fertigstellung 2003
  • Brutto-Grundfläche rund 68.700 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus – benannt nach der ehemaligen Reichstagsabgeordneten, späteren Alterspräsidentin des Deutschen Bundestages und Frauenrechtsaktivistin Marie-Elisabeth Lüders – wird als wissenschaftliches Dienstleistungs- und Infrastrukturzentrum des Parlamentes genutzt und beherbergt darüber hinaus eine Reihe verschiedener Sondereinrichtungen.

Das multifunktionale Gebäude ist Teil des neuen Parlamentskomplexes im Berliner Regierungsviertel und bildet die städtebauliche und zugleich funktionale Ergänzung zum westlich gelegenen Paul-Löbe-Haus, dem Sitz der Ausschüsse und Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

Betont wird die Kontinuität der beiden vom Münchner Architekten Braunfels als Ensemble entworfenen Baukörper durch einige markante Konstruktionsmerkmale: Eine Brücke über die Spree verbindet beide Gebäude miteinander, beide Häuser weisen eine kammförmige Grundstruktur auf und beziehen sich auch durch die formal ähnliche Gestaltung der spreeseitigen Sonderbauten und ausladenden Vordächer aufeinander.

Details zum Bauprojekt

Nutzungskonzept

Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus dient seit seiner Fertigstellung im Dezember 2003 als wissenschaftliches Dienstleistungs- und Infrastrukturzentrum des Parlamentes und beherbergt darüber hinaus eine Reihe verschiedener Sondereinrichtungen.

An der Westfront des multifunktionalen Baus liegt – in Form einer überragenden Rotunde – die wissenschaftliche Parlamentsbibliothek, die nach Washington und Tokio die drittgrößte Fachbibliothek ihrer Art in der Welt ist. Ihr zugeordnet sind ein großer Lesesaal mit Katalogen sowie Buchmagazine und Beratungsplätze für die Nutzer.

Das Verwaltungspersonal und die wissenschaftlichen Mitarbeiter für den Bibliotheks- und Informationsdienst werden beidseitig der zentralen Halle untergebracht. Die Lager- und Technikflächen innerhalb der beiden Untergeschosse vervollständigen die Ausstattung des Servicezentrums.

Architektonisch und funktional erhält außerdem der große Anhörungssaal für parlamentarische Ausschüsse direkt in der Spreekrümmung eine herausragende Stellung. Er ist – vom Hauptgebäude weitgehend abgesondert – außer von der Spreebrücke nur über einen kontrollierten Zugang vom nördlichen Eingangshof aus zugänglich und gliedert sich vertikal in drei Bereiche: Die externe Lobby mit Foyer, den Anhörungssaal mit 140 Sitzen und die Besucher- und Pressetribüne mit 128 Plätzen.

Sport- und Sozialräume sowie ein großer Ausstellungssaal bilden weitere spezielle Funktionsbereiche im neuen Servicezentrum.
Im Tiefgeschoss der Bibliotheksrotunde erinnern Originalsegmente der Berliner Mauer, die bis 1990 das heutige Parlamentsgrundstück durchschnitt, an den ehemaligen Grenzverlauf und die Berliner Teilung.

Bürokämme und Sonderbauten

Während der Anhörungssaal und die Bibliothek über die Ebene der Nordallee zugänglich sind, wurde die Hallenebene als zentraler Zugangsbereich zu den Büroräumen auf eine Höhe von 6,40 Metern angehoben.

Die Verbindung zwischen westlicher und östlicher Ebene wird markant hervorgehoben durch die großzügige Freitreppe, die vom südlichen Spreeplatz aus über drei weite Absätze zu einer der zentralen Halle vorgelagerten Aussichtsterrasse ansteigt.

Zu beiden Seiten wird die transparent konstruierte Halle von drei Bürotrakten im Norden und zwei weiteren Trakten im Süden eingerahmt. Die hier untergebrachten Arbeitsräume ermöglichen den Blick auf die begrünten Außenhöfe.

Raumhohe Fenster in den Büros sorgen für eine optimale Lichtversorgung. Zusätzlich sind die Außenhöfe in diesem Bereich auf eine Höhe von 6,40 Metern unter Straßenniveau abgesenkt, um auch hier möglichst viel Tageslicht in die Räume zu leiten. Eingefasst von je zwei Bürokämmen nehmen die quadratischen Sonderbaukörper die Struktur des benachbarten Paul-Löbe-Hauses auf.

Technikkonzept

Durch die Einbindung in das übergeordnete Technikverbundsystem der Parlamentsbauten ist auch im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus für eine Minimierung der Umweltbelastung gesorgt: Eine effiziente Wärmedämmung und der Einsatz regenerativer Energiequellen bewirken eine nachhaltige Senkung des Energieverbrauches. Thermoaktive Decken ermöglichen eine gezielte Wärmelastabfuhr und entlasten dadurch die Lüftungsanlage.

Das zentrale Blockheizkraftwerk mit Standorten im Reichstagsgebäude und im Paul-Löbe-Haus gewährleistet durch Ausnutzung von Primärenergie neben ökologiegerechter Wärme- und Kälteerzeugung zugleich die Erzeugung von Eigenstrom zur Entlastung des öffentlichen Netzes.

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