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Nicht offener, einphasiger Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren
Das Preisgericht empehlt einstimmig, den ersten Preisträger mit der Realisierung zu beauftragen unter Berücksichtigung der schriftlichen Beurteilung und folgender Hinweise:
Die Massivität der Knoten (Materialität / Fragilität) und die Aufhängung im Raum sollten überprüft werden.
mit Thilo Folkerts und Milena Kalojanov, Berlin
MEHR LICHT
Nordhof, 1. Preis Visualisierung
Auszug aus Erläuterungsbericht
"Die Bestückung des parlamentarischen Raums Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses mit Straßenmobiliar verweist auf die gemeinschaftlichen und gemeinsamen Verantwortlichkeiten im und für den öffentlichen Raum.
Straßenleuchten repräsentieren und ermöglichen öffentliche Gemeinsamkeit. Der Kronleuchter, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Größen und Kategorien der Gemeinbedarfseinrichtung Straßenlicht, überlagert und multipliziert diese Sphären gesellschaftlichen Interesses und redupliziert in der Verwendung öffentlichen Mobiliars die politische Repräsentation."
"Der nicht zugängliche, administrative Raum des Nordhofes wird hier mit einer ausstrahlenden öffentlichen Skulptur versehen, die im wahrsten Sinne des Letzten Wort Goethes aufgeklärte Klarheit und Transparenz fordert: 'Mehr Licht!'"
Beurteilung durch das Preisgericht
Neun verschiedene, konventionelle Straßenleuchten (mit LED-Lichttechnik) werden jeweils an ihrem Fuß zu einem Ensemble zusammengefügt und am mittleren Betonträger des Nordhofes abgehängt.
Das strahlenförmige Lichtobjekt erinnert an überdimensionale Kronleuchter, wie man sie vor allem in repräsentativ angelegten Innenräumen findet. Gleichzeitig verweist die Straßenleuchte auf einen urbanen Kontext. Der Nordhof wird dadurch zur Übergangszone zwischen Innen- und Außenraum, zwischen Repräsentation und städtischem Alltag. Die Ansicht ist auf Nah- und Fernsicht gleichermaßen angelegt, sie bietet sowohl tagsüber als auch nachts reizvolle Ansichten.
Diskutiert wurden die Aufhängung und der "Knoten", an dem die einzelnen Leuchten zusammengefügt werden sollen. Das Preisgericht empfiehlt, sich vor allem diesen Fragen nochmals vertiefend zu widmen.
Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht empfiehlt mit 9 : 0 Stimmen (pro/contra), den ersten Preisträger mit der Realisierung zu beauftragen unter Berücksichtigung der schriftlichen Beurteilung und folgender Hinweise:
Die Arbeit wurde am 10. Mai 2011 vom Kunstbeirat des Deutschen Bundestages zur Realisierung bestätigt.
Auszug aus Erläuterungsbericht
"Die Architektur des Gebäudes wirkt monumental, klar, kühl und offen. Die Plastiken fügen sich in die bestehende Architektur ein und harmonieren. Organische Formen zwischen geometrischen in geometrischer Architektur.
Blickt man vom Glasgeländer auf den Boden des Hofes, scheint es tiefer zu liegen als die Spree, die man im Rücken spürt. Das enorme Volumen des Innenraums lässt die Vorstellung eines riesigen Schiffsladeraums zu."
"Fische glänzen silbrig in unterschiedlicher Höhe neben, auf und zwischen Betonelementen. Im Material zitieren die Betonelemente das Gebäude. Die Fische spielen mit dem Licht das unten ankommt."
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Entwurf sieht vor - die Größe und Tiefe des Innenhofs sowie die Lage zur nahen Spree zum Anlass genommen - den Südhof in einen riesigen Schiffsladeraum zu transformieren.
Der Künstler positioniert circa 200 silbern glänzende Fische einzeln und in unterschiedlich großen Haufen über die gesamte Fläche und setzt sie in Bezug zu elf geometrischen Betonelementen. Die Assoziationen einer Fischverarbeitung in einem Schiffsrumpf oder einer Fischverarbeitungsfabrik schaffen eine Verbindung zur nahegelegenen Spree. Trotz der Anhäufungen der Fischleiber, verleiht der Künstler den einzelnen Fischen durch die Gestaltung der Mäuler und Schwanzflossen, sowie durch die Schwerkraft bestimmte Form des einzelnen Körpers, eine individuelle Charakteristik.
Die Arbeit besticht durch ihren zeitgenössischen Umgang mit Skulptur und der speziellen Handhabung der Tonmodelle. Die besondere Körperspannung der Fische entsteht im Prozess der Herstellung durch das Aufeinanderwerfen der Tonkörper. Die so entstehenden organischen Formen werden in Aluminiumguss ausgeführt, die geometrischen Formen in Beton. Durch diesen Prozess der Formfindung entsteht eine wesentliche Vereinfachung, die der Arbeit eine besondere Klarheit und Präsenz verleiht.
Der surreal poetische Bezug der Arbeit zum Standort an der Spree lädt den Betrachter zu vielfältigen Diskussionen ein und verspricht eine spannende und kontroverse Auseinandersetzung, was der Anspruch an ein Werk für diesen speziellen Ort sein sollte. Die Jury würdigt mit Ihrer Entscheidung die inhaltlich und formal anregende Komplexität der Arbeit.
Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht empfiehlt mit 7 : 2 Stimmen (pro/contra), den ersten Preisträger mit der Realisierung zu beauftragen unter Berücksichtigung der schriftlichen Beurteilung.
Die Arbeit wurde am 10. Mai 2011 vom Kunstbeirat des Deutschen Bundestages zur Realisierung bestätigt.
mit Karola Matschke
INSIDE OUT
Auszug aus dem Erläuterungsbericht
"Der Titel 'Inside Out', der ins Deutsche übertragen, das Umstülpen, das wechselseitige Verkehren des Innen und Außen bezeichnet, spiegelt (…) den konzeptionellen Ansatz wider."
"Die Arbeit verfremdet durch verschiedenartige Transformationen das scheinbar Bekannte und Alltägliche in ein Fremdartiges, Neues. … Teppich wird als Ausgangspunkt genommen. .. Er zeigt auf den ersten und durch die Erwartung geschulten Blick geometrisch angelegte, ornamentale Strukturen, deren Ursprünge sich jedoch bei längerem Hinsehen als Symbole von Kommunikationsmedien entpuppen."
"Die Verlagerung des Teppichs von innen nach außen verdeutlicht einmal mehr das Hauptanliegen der im Gebäude stattfindenden politischen Prozesse; nämlich die Vermittlung und Kommunikation als Fundamente demokratischer Entscheidungsfindung."
Beurteilung durch das Preisgericht
Vorgeschlagen wird ein großer, stark farbiger, mit Ornamenten aus vielfach gespiegelten Symbolen der Kommunikationstechnologie gestalteter Teppich aus Kunstrasen.
Mit der Verlegung eines Teppichs in den Außenraum wird dieser öffentlich wirksame Raum zu einem privat wirkenden Raum. Die Stofflichkeit, der "Flausch" des Teppichs, machen den Außenraum wohnlich mit allen Implikationen, die in dem Begriff mitschwingen. Der Teppich als Metapher. Alltägliche Piktogramme werden transformiert zu bürgerlichem Plüsch.
Der starke Kontrast, die leuchtenden Farben des Kunstrasenteppichs ziehen die Aufmerksamkeit von außen in diesen vitrinenartigen Schauraum und laden dazu ein, mit den Blicken auf dem Teppich spazieren zu gehen. Gleichzeitig geschieht hier eine Dimensionsverschiebung, mittels der der Betrachter klein wird auf dem übergroßen Teppich. Alltägliches wird zu etwas Spektakulärem.
Bundesrepublik Deutschland
vertreten durch das
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
vertreten durch das
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat A 2 - Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau, Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
Beate Hückelheim-Kaune (Referatsleitung)
Brigitte Feuerer (Projektleitung)
Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus als dritter Parlamentsneubau wurde 2003 eingeweiht. Hier sind u.a. die Bibliothek und die Wissenschaftlichen Dienste des Parlaments untergebracht. Das Haus soll nun mit dem geplanten Erweiterungsgebäude komplettiert werden und führt damit gleichzeitig das „Band des Bundes“ östlich der Spree fort.
Die Gebäudestruktur des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses besteht aus orthogonalen Bürokämmen, die 7 Geschosse beherbergen, und aus eingestellten „Quadratischen Sonderbaukörpern“, die den Kämmen zugeordnete besondere Funktionsbereiche wie z.B. Registraturen und Archive aufnehmen. Der Rhythmus von Bürokämmen und quadratischen Sonderbaukörpern strukturiert das Gebäude und erzielt durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Baukörper eine prägnante plastische Wirkung.
Ziel des Wettbewerbs war es, Entwürfe für zwei Höfe zu erhalten, die dem Anspruch dieser Standorte angemessen sind. Die unterschiedlichen Charaktere der Höfe sollten sich in den Kunstwerken widerspiegeln.
Die Linie der bereits mit Kunst gestalteten Höfe des Paul-Löbe-Hauses, sollte sich mit eigenständigen Kunstwerken fortsetzen.
Der ebenerdige Hof ist der östlichste Hof an der Adele-Schreiber-Krieger-Straße und befindet sich auf der Grundrißebene 1 (±0,00). Er dient u.a. als Fluchtweg für die angrenzenden Büroräume. Der Hof ist dreiseitig umschlossen. Nach Norden öffnet er sich zum flankierenden Fußweg, ist aber öentlich nicht begehbar. Die drei übrigen Seiten werden von den Fassaden des 7-geschossigen Bürokamms eingerahmt.
Für den Nordhof in der Erweiterung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses sollte ein künstlerisches Konzept entwickelt werden. Gedacht wurde an eine skulpturale Ausgestaltung des Hofes im Kontext der künstlerisch bearbeiteten Höfe des Paul-Löbe-Hauses. Im Nordhof stand der gesamte Hofraum zur Verfügung unter Freihaltung eines ca. 3,50 m breiten Streifens umlaufend entlang der Fassade (für die Fluchtwege sowie die Befahrung mit einem Hubwagen zur Fassadenreinigung).
In der Mitte des Hofes benden sich sechs Druckentlastungsklappen für die Gaslöschanlage, die ebenfalls in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt und überbaut werden durften.
Bei der Materialwahl und Ausarbeitung für die künstlerische Arbeit war auf Beständigkeit und geringen Pflegeaufwand beziehungsweise geringe Folgekosten im Unterhalt zu achten.
Der Hof ist um zwei Geschosse abgesenkt. Auf diese Weise erhalten auch die Räume auf der Ebene -7,44 Tageslicht.
Der Hof ist dreiseitig umschlossen. Nach Süden öffnet sich der Hof zur Spree, ist aber durch seine Absenkung nicht begehbar. Vom Hofniveau bis zum Fußgängerniveau des Spree-Fußweges wird der Hof durch eine Sichtbetonwand begrenzt. Die drei übrigen Seiten werden von den Fassaden des 9-geschossigen Bürokamms eingerahmt.
Für den bestehenden Südhof in der Erweiterung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses sollte ein künstlerisches Konzept entwickelt werden. Es konnte dabei der Boden und der Luftraum des Hofes einbezogen werden. Ein Kunstwerk sollte jedoch nicht über die angrenzende Geländeroberkante hinausragen.
Im Südhof stand der gesamte Hofraum zur Verfügung unter Freihaltung eines ca. 3,50 m breiten Streifens umlaufend entlang der Fassade (für die Fluchtwege sowie die Befahrung mit einem Hubwagen zur Fassadenreinigung).
Bei der Materialwahl und Ausarbeitung für die künstlerische Arbeit war auf Beständigkeit und geringen Pflegeaufwand beziehungsweise geringe Folgekosten im Unterhalt zu achten.
Der Wettbewerb wurde als nichtoffener Realisierungswettbewerb mit 8 Teilnehmern pro Standort ausgelobt. Die Auswahl der 16 Teilnehmer am Wettbewerb erfolgte durch ein vom Preisgericht unabhängiges Auswahlgremium. Die Künstlerauswahl wurde vom Kunstbeirat des Deutschen Bundestages bestätigt.
Referat A2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin
Tel.: +49 30 18401-9202
Fax: +49 30 18401-9209
E-Mail:
architektur@bbr.bund.de