Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Deutscher Bundestag – Luisenblock West

Neubau eines Bürogebäudes in Modulbauweise

Die Fotografie zeigt zwei Gebäudeteile mit bunten Fassadenpaneelen. Büroneubau auf dem Luisenblock West In nur 15 Monaten wurde auf dem Luisenblock West ein Neubau für den Deutschen Bundestag errichtet.

Projektdaten

  • Nutzer Deutscher Bundestag
  • Adresse Adele-Schreiber-Krieger-Straße, 10117 Berlin, Deutschland
  • Architektur sauerbruch hutton Gesellschaft von Architekten mbH
  • Anzahl Büros 400
  • Generalübernehmer / Generalunternehmer Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat BB II 4
  • Gesamtkosten 70 Millionen Euro
  • Planungsbeginn Mai 2020
  • Baubeginn Oktober 2020
  • Fertigstellung Dezember 2021
  • Brutto-Grundfläche rund 17.100 Quadratmeter
  • Nutzungsfläche rund 9.200 Quadratmeter
  • Grundstücksfläche rund 7.600 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Ende Oktober 2020 begannen im Parlamentsviertel in Berlin-Mitte die Bauarbeiten für ein neues Bürogebäude für den Deutschen Bundestag. Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat BB II 4 – wurden auf dem sogenannten Luisenblock West 400 Büros gebaut, um den Raumbedarf des Bundestages kurzfristig zu decken. Die Gesamt-Projektzeit umfasste, beginnend mit einem Prüfauftrag zum Projekt vom September 2019, insgesamt 27 Monate, die Bauzeit weniger als 15 Monate. Das Gebäude mit sieben Stockwerken entstand nach Plänen des Architekturbüros sauerbruch hutton nahezu vollständig aus vorgefertigten Holzmodulen. Am 22. Dezember 2021 wurde es an den Nutzer übergeben.

Als Generalübernehmer / Generalunternehmer, der zentral alle Planungs-, Herstellungs- und Bauleistungen für das Projekt verantwortet, hatte sich im Vergabeverfahren die Bietergemeinschaft Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments mit dem architektonischen Entwurf des Büros sauerbruch hutton durchgesetzt. Das Konzept überzeugte insbesondere im Hinblick auf die Aspekte Effizienz und Nachhaltigkeit. Auf genaue Vorgaben zur Bauweise wurde in der vorgenommenen Ausschreibung bewusst verzichtet. Aufgrund des ambitionierten Zeitplanes lag die Wahl einer System- oder Modulbauweise nahe.

Fassade des Büroneubaus auf dem Luisenblock West

Bild / Video 2 von 5

Die Fotografie zeigt die Fassade eines Gebäudes mit verschiedenfarbigen Paneelen und Bäume im Vordergrund. Fassade des Büroneubaus auf dem Luisenblock West Der Bau passt sich zu allen Jahreszeiten in seine Umgebung ein.

Projektverlauf

Konzept

Der Neubau für den Deutschen Bundestag entstand auf einem Areal zwischen Margarete-Steffin-Straße und Adele-Schreiber-Krieger-Straße in Berlin-Mitte, dem sogenannten Luisenblock West. Auf dem Gelände westlich der Luisenstraße standen bis Ende der 1990er-Jahre Plattenbauten. Städtebaulich nimmt der Entwurf von sauerbruch hutton die Höhe und Kubatur des gegenüberliegenden Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses auf und integriert sich dadurch in seine Umgebung. Gleichzeitig setzt er durch die farbigen Fassadenpaneele neue Akzente und wirkt eigenständig.

Die Bodenplatte einschließlich der Fundamente, das Erdgeschoss mit Technik- und Abstellräumen sowie die beiden Erschließungskerne wurden aus Stahlbetonfertigteilen und Ortbeton mit einer Oberfläche in Sichtbetonqualität erstellt. Der überwiegende Teil des Gebäudes wurde mit vorgefertigten Holzmodulen von Kaufmann Bausysteme hergestellt. Die Fensterelemente bestehen aus einem festverglasten Bereich und einem Öffnungsflügel. Ausgeführt wurden die Fensterelemente als Holz-Aluminium-Konstruktion. Der natürliche Baustoff Holz prägt ansonsten den Innenraum.

Die Grafik zeigt farbige Modulbauten in einer Explosionszeichnung. Explosionszeichnung der Modulbauten für den Deutschen Bundestag auf dem Luisenblock West In diesem Schema, einer sogenannten Explosionszeichnung, sind der aussteifende Kern aus Stahlbetonfertigteilen und die Module aus Holz gut zu erkennen.

Die Büromodule messen 3,20 x 6,75 Meter und sind in den vier Gebäudeflügeln jeweils an einem zentral liegenden Flur angeordnet. Beheizt und gekühlt werden sie über ein abgehängtes, modular konzipiertes Deckenpaneel. Außerdem sind die Fenster mit einem individuell regelbaren Sonnen- und Blendschutz ausgestattet, die einer Überhitzung der Räume und Blendungen an den Arbeitsplätzen vorbeugen. Die Holz- und Sichtbetonoberflächen bleiben im Innenbereich soweit wie möglich sichtbar.

Projektauftakt und Baubeginn

Im Mai 2020 erhielt die Bietergemeinschaft nach einem vom BBR durchgeführten Vergabeverfahren (Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb) den Zuschlag. Die Entscheidung basiert zum einen auf der nachhaltigen Holzbauweise und zum anderen darauf, dass die zur Verfügung stehende sehr kurze Bauzeit durch die von der Bietergemeinschaft vorgeschlagene Modulbauweise eingehalten werden kann. Gestalterische Aspekte hatten bei der Ausschreibung und bei der Vergabe maßgebliches Gewicht.

Im September 2020 wurden das Baufeld freigemacht und die Kampfmittelsondierung ohne Befund abgeschlossen. Im darauffolgenden Monat begannen die Arbeiten an der Pfahlgründung und der Sohle.

Beginn Rohbau und Modulmontage

Rohbauarbeiten auf dem Luisenblock West

Bild / Video 1 von 6

Die Fotografie zeigt einen Kranturm und Materialien auf einem Baugelände. Rohbauarbeiten auf dem Luisenblock West Anfang 2021 begannen auf dem Luisenblock West die Rohbauarbeiten für das Erdgeschoss und die aussteifenden Kerne.

Zu Beginn des Jahres 2021 wurde damit begonnen, die Fertigteile für das Erdgeschoss und für die Mittelspange des Gebäudes zu stellen. Noch im 1. Quartal lief die Fertigung der mehr als 460 Holzmodule im Werk in Berlin-Köpenick an. Ab dem 12. April wurden an jedem Werktag sechs Raummodule produziert, auf die Baustellte geliefert und zusammengesetzt. Ende Juli 2021 montierte das beauftragte Unternehmen das letzte Modul.

Fassade und Außenanlagen

Bereits ab Anfang Mai 2021 – und damit teilweise parallel zur Montage der Module – wurden die Fassadenelemente angebracht. Außerdem wurde im nördlichen Außenbereich auf Basis einer Pfosten-Riegel-Konstruktion ein Schallschutz-Screen errichtet, welcher das Gebäude zur Stadtbahn hin abschirmt. Die Gestaltung der Außenanlagen hatte ebenfalls im Mai begonnen.

Nach Abschluss der Fassadenarbeiten und der verbleibenden Ausbauarbeiten, die aufgrund der Vorfertigung deutlich reduziert werden konnten, wurde der Neubau Ende 2021 an den Nutzer übergeben.

Video zum Bürogebäude auf dem Luisenblock West

Im Februar 2022 bezogen die ersten Abgeordneten ihre Büroräume in dem neuen Modulbau auf dem Luisenblock West. Das vom Parlamentsfernsehen produzierte Video beschreibt das Bauprojekt und enthält Interviews mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages.

Projektdetails

Die Module für das Bürogebäude auf dem Luisenblock West wurden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz in Berlin gefertigt. Dies sorgte für sehr kurze Transportwege sowie geringe Emissionen und unterstützte das nachhaltige Konzept dieses Neubaus.

Außerdem wurde von PRIMUS developments das sogenannte Woodcycle-Konzept umgesetzt. Dies besagt, dass durch die von der Bietergemeinschaft durchgeführte Neupflanzung von Bäumen innerhalb von 15 Jahren die verbaute Holzmenge nachwachsen muss – beim Luisenblock West etwa 2.500 Kubikmeter.

Neubau eines Bürogebäudes in Modulbauweise

Das Video zeigt Ihnen den Bauablauf von der Modulfertigung bei einem regionalen Unternehmen bis zur Fertigstellung im Dezember 2021.

Quelle: Jan Bitter; BBR / Andreas Link

Weitere Informationen

Pressemitteilungen

Kontakt

Diese Seite