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Grundsanierung
Die Fassaden der Bürogebäude bestehen aus roten Klinkern, die für Berlin typisch sind.
Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex in der Dorotheenstraße 90 in Berlin-Mitte wurde unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat BB II 4 – als neuer Büro- und Verwaltungsstandort für den Deutschen Bundestag hergerichtet.
Das Grundstück der Dorotheenstraße 90 liegt zentral in der Dorotheenstadt im Berliner Bezirk Mitte, einem von Bürogebäuden des Deutschen Bundestages geprägten Quartier. Der hier 1895 errichtete und in weiten Teilen erhaltene Gebäudekomplex besteht aus einem fünfgeschossigen Hauptgebäude mit Vorderhaus, Seitenflügel und Hinterhaus sowie einer zweigeschossigen Remise im 2. Innenhof. Das Haus mit der ausgeschmückten Klinkerfassade geht auf den Architekten Franz Schwechten zurück, der in Berlin neben vielem anderen auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sowie die Schultheiß-Brauerei an der Schönhauser Allee (heutige Kulturbrauerei) errichtet hat.
Kunst am Bau schmückt auch einen der Innenhöfe des Gebäudekomplexes Dorotheenstraße 90.
Um das Baudenkmal optimal als modernes Verwaltungsgebäude nutzen zu können, waren umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig. Unter anderem wurde das Gebäude weitreichend entkernt, Teile mussten abgebrochen oder zurückgebaut werden. Die Erschließung des Hauses wurde neu organisiert, eine neue Aufzugsanlage und eine technisch anspruchsvolle Gebäudetechnik wurden in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz erfolgreich im Bestand integriert.
Abbruch- und Rückbaumaßnahmen
Für die Grundinstandsetzung des 1895 errichteten Hauses mussten teilweise Wände und Decken entfernt werden.
Im April 2015 begannen die Bauarbeiten mit notwendigen Rückbaumaßnahmen. Dabei wurden tragende und nichttragende Innenwände sowie teilweise Geschossdecken und Schornsteine abgebrochen. Schadstoffbelastete Materialien wie zum Beispiel der auf den Fußböden aufgebrachte Asphaltestrich wurden entfernt. Noch vorhandene wertvolle Bausubstanz wurde bei der Grundsanierung so weit wie möglich erhalten. Dazu zählen insbesondere die Klinkerfassaden und die Treppenhäuser.
Rohbauarbeiten und Innenausbau
Umfangreiche Maßnahmen, unter anderen im Dachgeschoss zum Einbau der gebäudetechnischen Anlagen, die den hohen technischen Nutzungsanforderungen des Deutschen Bundestages genügen mussten, und die komplexen Vorleistungen zur Verfüllung des ehemals unterkellerten Innenhofes, haben einen Abschluss der Rohbauarbeiten erst im Frühsommer 2020 ermöglicht. Darauf folgte der Innenausbau des Gebäudekomplexes. Nach Abschluss der Bauarbeiten übergab das BBR das Gebäude 2021 an den Deutschen Bundestag zur Nutzung.
Die noch vorhandene wertvolle Bausubstanz sollte bei der Grundinstandsetzung des Gebäudekomplexes so weit wie möglich erhalten werden. Neben den baugeschichtlich interessanten Gipsdielendecken, deren Teilinstandsetzung unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer und brandschutztechnischer Belange aufgrund ihres schlechten baulichen Zustandes nur in kleinen Flächen erfolgen konnte, stellt die Sanierung der historischen Treppenhäuser eine Besonderheit des Hauses dar. Nach einer denkmalpflegerischen Bestandsaufnahme konnten Relikte der historischen Wandmalerei gesichert werden, die zu den wenigen Beispielen einer horizontalen Bänderung im Treppenraum zählt. Durch die Freilegung der Ornamentik an den Unterseiten von Treppen und Podesten und eine Teilvergoldung der Treppengeländer konnte der repräsentative Charakter der Liegenschaft wiederhergestellt werden.
Die Arbeit der Künstlerin Tamara Grcic in den Durchgängen und die neugestalteten Außenanlagen und Innenhofbereiche setzen neue künstlerische und gestalterische Akzente.