Hinweis zur Verwendung von Cookies
Wir verwenden auf unserem Internetangebot nur technisch notwendige Cookies, beispielsweise bei Login-Feldern. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Planung eines Neubaus nach Wettbewerbsentscheidung
Das neue Besucher- und Informationszentrum entsteht gegenüber dem aktuellen provisorischen Sicherheitskontrollgebäude und wird auch dessen Funktion aufnehmen.
Durch den Bau eines Besucher- und Informationszentrums (BIZ) soll dem anhaltend großen Interesse der Öffentlichkeit an einem Besuch des Deutschen Bundestages und an Informationen über die parlamentarische Arbeit zukünftig in gebotener Qualität Rechnung getragen werden. Damit wird das derzeitige provisorische Sicherheitskontrollgebäude auf dem Platz der Republik als zentraler Eingang für Besucherinnen und Besucher des Reichstagsgebäudes durch eine städtebaulich, architektonisch und funktional angemessene dauerhafte Lösung ersetzt.
Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung übernahm das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat BB II 5. Am Ende des Jahres 2021 ging das Projektmanagement an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) über, unter deren Leitung das Bauvorhaben durchgeführt wird.
Im Rahmen des Projektes sind ein flexibler Empfangs- und Informationsbereich, Räume für Seminar- und Diskussionsveranstaltungen sowie ein Gastronomieangebot für die Besucherinnen und Besucher des Deutschen Bundestages geplant. Ein geschlossener Fußgängertunnel als Verbindung zwischen Neubau und Reichstagsgebäude gewährleistet, dass nur eine einzige Sicherheitskontrolle für die Besucherinnen und Besucher nötig wird.
Zurzeit werden Besucherinnen und Besucher des Deutschen Bundestages in einem provisorischen Sicherheitskontrollgebäude empfangen. Das wird sich mit dem geplanten Besucher- und Informationszentrum ändern.
Erste Projektüberlegungen
Konkrete Überlegungen zu dem Projekt reichen weit zurück. Schon 2011 hatte die Kommission des Ältestenrates für Bau- und Raumangelegenheiten des Deutschen Bundestages Voruntersuchungen zu möglichen Standorten und Konzepten beauftragt. 2014 fasste der Ältestenrat des Deutschen Bundestages den Beschluss zur Realisierung des Besucher- und Informationszentrums am Standort südlich der Scheidemannstraße im Tiergarten. Mit diesem Beschluss wurden die bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode aufgenommenen eingehenden Untersuchungen zu verschiedenen Standorten und die damit verbundenen Prüfungen der technischen und funktionalen Machbarkeit abgeschlossen. Die Entscheidung zur Realisierung und zum Standort des künftigen Besucher- und Informationszentrum ist in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess von Bundestag und Bundesbauministerium mit dem Land Berlin nach einer umfangreichen Machbarkeitsuntersuchung zustande gekommen.
Offener Planungswettbewerb in zwei Phasen
Ende 2015 wurde durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Auftrag des damals zuständigen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) ein offener zweiphasiger Planungswettbewerb für Teams aus Architektinnen und Architekten sowie Landschaftsarchitektinnen und -architekten ausgelobt. Das Preisgericht der 1. Phase tagte Anfang Mai 2016 und wählte in einem anonymen Verfahren aus insgesamt 187 Wettbewerbsbeiträgen 28 Arbeiten für die Bearbeitung der 2. Phase aus.
Im Projekt waren unter anderem neben den funktionalen Anforderungen als Randbedingungen der Erhalt der wichtigen denkmalgeschützten Alleen im Tiergarten sowie der Abstand zum sowjetischen Ehrenmal und die technischen Belange bezüglich der unterirdischen Infrastrukturtrassen zu berücksichtigen. Insbesondere durch letztere umfasst das gesamte Projekt besonders anspruchsvolle Tiefbauarbeiten.
Wettbewerbsergebnis und nächste Schritte
Bei einer Vielzahl von Arbeiten war im Rahmen des Wettbewerbes Überarbeitungsbedarf hinsichtlich einzelner Aspekte erkannt worden. Im Ergebnis wurden daher vom Preisgericht unter der Leitung des Stuttgarter Architekten Professor Arno Lederer Anfang November 2016 zwei 1. Preise mit Überarbeitungshinweisen vergeben und fünf Anerkennungen ausgesprochen.
Die abschließende Entscheidung fiel zugunsten des überarbeiteten Entwurfes der Züricher Arbeitsgemeinschaft Markus Schietsch Architekten GmbH mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur & Städtebau GmbH, welche mit der weiteren Planung beauftragt wurden. Der überarbeitete Wettbewerbsentwurf von Schietsch Architekten überzeugte insbesondere durch seine klaren räumlichen Anordnungen.
Begleitend führte das Land Berlin ein Bauleitplanverfahren durch, um die notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung des Besucher- und Informationszentrums des Deutschen Bundestages zu schaffen. Auf Basis des Wettbewerbsentwurfes wurde in enger Abstimmung mit dem Nutzer die weitere Planung erarbeitet
Entwurfs- und Genehmigungsplanung
Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung übernahm bei diesem Projekt die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Nach deren Abschluss ging die Projektverantwortung Ende 2021 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über.