Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Bundesrat – Anbau mit Besucherzentrum

Neubau

Das Rendering zeigt die natursteinverkleidete Lochfassade eines viergeschossigen Gebäudes mit Arkaden im Erdgeschoss. Anbau mit Besucherzentrum für den Bundesrat Der Entwurf für den Erweiterungsbau des Bundesrates fügt sich harmonisch in das Fassadenbild der Leipziger Straße in Berlin ein.

Projektdaten

  • Nutzer Bundesrat
  • Adresse Leipziger Straße 2, 10117 Berlin, Deutschland
  • Architektur Max Dudler GmbH
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat BB V 2
  • Gesamtkosten rund 132 Millionen Euro
  • Wettbewerb internationaler zweiphasiger Planungswettbewerb
  • Baubeginn 2020
  • Fertigstellung geplant 2028
  • Brutto-Grundfläche rund 19.000 Quadratmeter
  • Nutzungsfläche rund 9.000 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Neben dem Sitz des Bundesrates in der Leipziger Straße in Berlin-Mitte entsteht bis voraussichtlich 2028 ein Anbau, der Raum für ein modernes Besucherzentrum und dringend benötigte Büroflächen bietet. Das Neubauvorhaben wird durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat BB V 2 – betreut.

Seit dem Jahr 2000 hat der Bundesrat seinen Sitz in der Leipziger Straße 3–4, dem einstigen Sitz des Preußischen Herrenhauses. Zahlreiche Büro- und Funktionsflächen der Verwaltung des Bundesrates befinden sich seitdem in einem Teil des benachbarten Bundesministeriums der Finanzen, dem A-Flügel des Detlev-Rohwedder-Hauses. Da das Bundesfinanzministerium diese Räume künftig selbst nutzen möchte, plant und baut das BBR einen Anbau an das Hauptgebäude des Bundesrates.

Angesichts kontinuierlich ansteigender Besucherzahlen sind neben den Verwaltungseinheiten auch moderne Räume für die Besucherbetreuung vorgesehen.

Virtueller Rundgang durch den Neubau für den Bundesrat

Während vor Ort noch einige Zeit gebaut wird, können Sie sich dank dieses virtuellen Rundganges schon heute ein detailliertes Bild vom Anbau und dem neuen Besucherzentrum des Bundesrates machen.

Quelle: Max Dudler

Projektverlauf

Entwurf

Die Fotografie zeigt ein weißes architektonisches Entwurfsmodell mit beigefarbenen, kugelförmigen Bäumen von oben. Anbau mit Besucherzentrum für den Bundesrat Das Modell des mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurfes für den Anbau des Bundesrates stammt vom Architekturbüro Max Dudler.

Den vom BBR durchgeführten internationalen zweiphasigen Planungswettbewerb konnte das Architekturbüro Max Dudler (heute: Max Dudler GmbH) für sich entscheiden. Das Preisgericht hob in seiner Entscheidung hervor, dass der Entwurf sensibel mit der bestehenden Bebauung umgeht und die für ein Besucherzentrum angemessene Offenheit zum Stadtraum mit sich bringt.

Zentrales räumliches Element des Bundesrat Anbau ist die der Öffentlichkeit freizugängliche Halle, die Informationsmöglichkeiten für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger bietet und als Ausgangspunkt der Führung für angemeldet Besuchergruppen dient. Ein durch den Anbau entstehender überdachter Innenhof zwischen Alt- und Neubau kann für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden. Zu den neuen Räumen im vier geschossigen Besucherzentrum gehören auch zwei Rollenspielsäle, in denen Schulgruppen nach Besichtigung des Hauptgebäudes eine Plenarsitzung simulieren können. In das fünfgeschossige Verwaltungsgebäude wird neben Büros unter anderem das IT- und Informationszentrum mit Dokumentation, Bibliothek und Parlamentsarchiv verlagert.

Die Überdachung des am Anbau gelegenen westlichen Innenhofes des Bestandsgebäudes und Herrichtung zu einem Multifunktionsraum als auch die Gestaltung des Südgartens sind Bestandteil des Gesamtentwurfs. Die Haushaltsunterlage, die sogenannte Entwurfsunterlage Bau, für den Anbau wurde im Juni 2019 vom Bundesministerium der Finanzen genehmigt.

Im März 2020 wurde die Baugenehmigung im Zustimmungsverfahren gemäß Bauordnung Berlin erteilt.

Herstellung der Baugrube und Sicherungsmaßnahmen am Hauptgebäude

Nach bauvorbereitenden Maßnahmen wurde im Frühjahr 2020 mit der Erstellung der Baugrube begonnen.

Um das denkmalgeschützte Haupthaus des Bundesrates vor Schäden durch die direkt angrenzende Baustelle für den Anbau zu schützen, wurden vor Baubeginn verschiedene vorsorgliche Maßnahmen getroffen. Unter anderem wurde ein sogenanntes Messmonitoring eingerichtet, mit dem Bewegungen des Gebäudes überwacht werden können. Durch die genaue Überwachung zeigten sich am Altbau Bestandsbau im August 2020 Setzungen von einem Zentimeter, die zu diesem frühen Zeitpunkt deutlich über das tolerierbare Maß hinausgingen. Zum Schutz des Gebäudes wurden die Tiefbaumaßnahmen in der Baugrube umgehend umorganisiert und mit der weiteren Sicherung des Bestandsgebäudes begonnen. An die Baustelle angrenzende Räume im Westflügel des ehemaligen Preußischen Herrenhauses wurden geräumt. Betreffende Bereiche werden wurden teilweise auf den Rohbauzustand zurückgeführt, um Arbeiten zur statischen Sicherung des Gebäudes durchführen zu können. Diese Maßnahmen einschließlich der Wiederherstellung des Westflügels stellen nun ein eigenes, aufwändiges Teilprojekt dar. Seit September 2022 sind die Sicherungsmaßnahmen des Bestandes abgeschlossen. Mit Aufhebung der Sicherheitszone im Bereich zum angrenzenden Haupthaus konnten die restlichen Tiefbauarbeiten auf dem Baufeld erfolgreich weitergeführt werden. Der Westflügel wird weiterhin parallel zu den Arbeiten am Anbau via Monitoring überwacht.

Gemeinsame Baustelleneinrichtung mit der Erweiterungsbaumaßnahme des Bundesumweltministeriums

Die statische Sicherung des Westflügels verzögerte die Ausführung der Baugrube. Dies hat zur Folge, dass der Anbau für den Bundesrat nun zum großen Teil parallel mit der angrenzenden Neubaumaßnahme des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz errichtet wird. Die parallele Bauausführung führt zu sehr beengten Baustelleneinrichtungsflächen für beide Projekte. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung musste die Baustelleneinrichtung eng abstimmen und hat eine gemeinsame koordinierte Baustellenlogistik eingerichtet.

Rohbau

Die Baugrube wurde Ende Mai 2023 fertiggestellt. Bereits Anfang Mai 2023 erfolgte die Übergabe der ersten Teilabschnitte an den Rohbau, der voraussichtlich Ende 2024 abgeschlossen sein wird.

Nächste Schritte

Ab 2025 sollen die Sicherungsmaßnahmen zurückgebaut und der Westflügel des Bestandsgebäudes wieder für den Bundesrat hergerichtet werden.

Der Anbau mit Besucherzentrum wird nach aktuellem Stand 2028 baulich fertiggestellt, in Betrieb genommen und an den Bundesrat übergeben. Im Anschluss daran können die neuen Büros und der moderne Besucherbereich in Nutzung gehen.

Anbau mit Besucherzentrum für den Bundesrat

Bild / Video 1 von 3

Das Rendering zeigt ein Flachdachgebäude mit sechs Etagen und einer Natursteinfassade und davor eine Grünanlage. Anbau mit Besucherzentrum für den Bundesrat Mit dem neuen Informationszentrum öffnet sich das Verfassungsorgan Bundesrat mehr denn je für die Bürgerinnen und Bürger.

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