Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Wilhelmstraße 64

Büro- und Verwaltungsgebäude für den Deutschen Bundestag

Straßenfassade des Büro- und Verwaltungsgebäudes des Deutschen Bundestags in der Wilhelmstraße 64 Wilhelmstraße 64 Straßenfassade des Altbaus in der Wilhelmstraße 64 nach der Grundsanierung Quelle: BBR / Martin Spiering

Projektdaten

  • Nutzer Deutscher Bundestag
  • Adresse Wilhelmstraße 64, 10117 Berlin, Deutschland
  • Architektur Abelmann Vielain Pock Architekten BDA, Berlin
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat VI 2
  • Gesamtkosten rund 30 Millionen Euro
  • Baubeginn 2014
  • Fertigstellung 2018
  • Bruttogrundfläche 5.100 Quadratmeter
  • Nutzfläche 2.200 Quadratmeter
  • Wettbewerb nichtoffener Realisierungswettbewerb nach RPW

Projektbeschreibung

Von Mitte 2014 bis Anfang 2018 wurde unter der Leitung des BBR in der Wilhelmstraße 64 ein seit längerem ungenutzter Altbau von Grund auf saniert und als Bürogebäude für den Deutschen Bundestag hergerichtet. Die Instandsetzung des Hauses trägt dazu bei, das Bild der Dorotheenstadt in Berlin-Mitte als Parlaments- und Regierungsviertel weiter zu vervollständigen. Das unter Ensembleschutz stehende Gebäude unweit des Brandenburger Tors beherbergt mehrere Besprechungsräume und insgesamt 80 Büros. Es ergänzt die weiteren Parlamentsgebäude in der näheren Umgebung, nicht zuletzt durch die direkte Anbindung an das benachbarte Bürogebäude in der Wilhelmstraße 65.

Das Haus in der Wilhelmstraße 64 wurde ursprünglich zwischen 1910 und 1911 als Hotel „Der Königshof“ errichtet. Ab der Mitte der 1970er-Jahre diente das im damaligen Ostteil Berlins gelegene Gebäude als Sitz für verschiedene Botschaften und Konsulate. Vor Beginn der Grundsanierung stand es zuletzt fast zehn Jahre leer.

Projektverlauf

Zustand vor Beginn der Bauarbeiten

Das Haus in der Wilhelmstraße 64 wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Beim Wiederaufbau verzichtete man auf den wilhelminischen Schmuck, der die Fassade des ehemaligen Hotels geprägt hatte. 1975 wurden im Zuge von Umbauarbeiten zudem die Erdgeschossfenster verkleinert, sodass rund 100 Jahre nach seiner Errichtung nicht mehr viel von der ursprünglichen Gliederung und Wirkung des Gebäudes erhalten war.

Konzept für die Grundsanierung

Der Entwurf des Berliner Büros Abelmann Vielain Pock zur Grundsanierung des Gebäudes nimmt die Proportionen der Erbauungszeit auf, was sich vor allem in den wieder vergrößerten Fenstern des Erdgeschosses widerspiegelt. Auch durch die Neugestaltung des vierten und fünften Stockwerks gewinnt das Bauwerk viel von seiner ursprünglichen Gliederung zurück. Bei der räumlichen Aufteilung im Inneren wurde entschieden, das historische Treppenhaus zu erhalten.

Durch die Erweiterung um eine Halle entstand auf jeder Etage ein großzügiger freier Bereich, von dem die Korridore des Haupt- und des Hofflügels abgehen.

Vorbereitende Maßnahmen

Aufgrund des erheblichen Sanierungsbedarfs musste das Gebäude vollständig entkernt werden, das vierte und das fünfte Obergeschoss (Dachgeschoss) sowie der komplette Hofflügel wurden abgebrochen. Der Rückbau und die damit verbundene Schadstoffsanierung sowie die Kampfmittelsondierung konnten im Sommer 2015 abgeschlossen werden.

Rohbau- und Restaurierungsmaßnahmen

Das vierte Obergeschoss, das Dachgeschoss und der Hofflügel wurden im Zuge der Rohbaumaßnahmen neu aufgebaut. Der Neubau der letzten zwei Geschosse erfolgte ab Frühjahr 2016 in Stahlbauweise. Das ehemalige Dachgeschoss ist nun als Büroetage nutzbar.

In vielen Bereichen des Altbaus wurde das Mauerwerk ausgebessert, auch einige Decken mussten erneuert werden. Zu den schönen Details des instandgesetzten Gebäudes zählen die freigelegten und restaurierten Unterseiten der historischen Treppen, an denen nun wieder Ornamente aus der Erbauungszeit zu sehen sind.

Nutzung des Hauses

Das Haus in der Wilhelmstraße 64 genügt nach Abschluss der Grundsanierung den besonderen Anforderungen des Deutschen Bundestags an ein modernes, flexibel nutzbares Bürogebäude. Im April 2018 hat die Bundestagsverwaltung die Nutzung des Hauses aufgenommen. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki übernahm offiziell am 29. Juni 2018 den sanierten Gebäudekomplex. Die Übergabe fand in Anwesenheit des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Marco Wanderwitz, sowie der Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Petra Wesseler, statt.

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Wettbewerbstyp: Kunst-am-Bau-Wettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

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