Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Neustädtische Kirchstraße 14

Grundsanierung und Erweiterung für den Deutschen Bundestag

Die restaurierte Klinker-Putz-Fassade des gründerzeitlichen Stadthauses in der Neustädtischen Kirchstraße 14 in Berlin mit neu gebautem Dachgeschoss Neustädtische Kirchstraße 14 Das Stadthaus aus der Gründerzeit mit restaurierter Klinker-Putz-Fassade und neu gebautem Dachgeschoss Quelle: BBR / André Kirchner

Projektdaten

  • Nutzer Deutscher Bundestag
  • Adresse Neustädtische Kirchstraße 14, 10117 Berlin, Deutschland
  • Architektur BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat VI 2
  • Gesamtkosten rund 14 Millionen Euro
  • Baubeginn 2014
  • Fertigstellung 2017
  • Bruttogrundfläche 2.800 Quadratmeter
  • Nutzfläche Nutzfläche 1.200 Quadratmeter
  • Wettbewerb 2011, nichtoffener anonymer Wettbewerb

Projektbeschreibung

Zwischen 2014 und 2017 wurde unter der Leitung des BBR auf dem Grundstück der Neustädtischen Kirchstraße14 ein gründerzeitliches Stadthaus saniert und durch einen Neubau im rückwärtigen Bereich ergänzt. Ziel des Projektes war es, möglichst viel von der historischen Bausubstanz zu erhalten und zugleich die Anforderungen des Deutschen Bundestages an ein modernes, flexibel nutzbares Bürogebäude zu erfüllen. Das Grundstück liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Bundespresseamtes sowie weiterer Verwaltungsgebäude des Deutschen Bundestages in der nördlichen Dorotheenstadt in Berlin-Mitte.

Das Bestandsgebäude von 1881 zählt zu den letzten erhaltenen Zeugnissen einer typischen Bebauung rund um den Bahnhof Berlin-Friedrichstraße um 1900. Darum wurde bei der Sanierung und Erweiterung auf einen respektvollen Umgang mit dem baulichen Bestand geachtet. Die historische Klinker-Putz-Fassade im Stil der Neo-Renaissance wurde restauriert und lediglich um ein zurückgesetztes Dachgeschoss ergänzt. Der Zugang zum Haus erfolgt über den bereits bestehenden Torbogen. Dadurch ist die Erweiterung des Hauses, abgesehen von dem Dachausbau, von der Straße aus kaum ersichtlich.

Projektverlauf

Konzept für die Grundsanierung und Erweiterung

Der Entwurf, mit dem sich das Berliner Architekturbüro BHBVT in dem 2011 ausgelobten Realisierungswettbewerb durchsetzen konnte, folgt dem ganzheitlichen Ansatz des „Weiterbauens“. So orientiert sich der Erweiterungsbau an der Gliederung des Altbaus, dessen Raumhöhen sich auch im Neubau wiederfinden. An der Seitenfassade schließt sich heller Beton harmonisch an den verputzten Bereich an, der den Altbau und einen Teil des Neubaus markiert. Der dadurch erzeugte ruhige und kompakte Gesamteindruck hatte auch das Preisgericht überzeugt.

Vorbereitende Maßnahmen und Rohbau

Für die Grundinstandsetzung und Erweiterung des Hauses wurden umfangreiche Abbruch- und Rohbauarbeiten durchgeführt. Abgesehen von den Holzbalkendecken konnte kaum etwas von der historischen Innenkonstruktion des Altbaus erhalten werden. Eine wichtige Entscheidung bei der Planung betraf auch das historische Treppenhaus: Um die begrenzte Fläche bestmöglich nutzen zu können, wurde es abgerissen. Den Zugang zu den Etagen ermöglicht nun das neue Treppenhaus im Erweiterungsbau. Die Rohbauarbeiten wurden im Februar 2016 abgeschlossen.

Kunst am Bau und die Geschichte des Ortes

Im Bürogebäude in der Neustädtischen Kirchstraße 14 entstanden als Kunst am Bau zwei bemerkenswerte Werke. Für das Atrium versah die Künstlerin Veronika Kellndorfer aus Berlin das Oberlicht mit einem Siebdruck, der unter anderem Blätter der Bananenpflanze Musa Troglodytarum – so auch der Titel des Kunstwerks – zeigt.

Mit seinem Wandbild „Großloge Royal York zur Freundschaft“, dem zweiten Kunst-am-Bau-Projekt im Gebäude, hat der Nürnberger Künstler Gerhard Meyer die Geschichte des Ortes ins Haus geholt. Denn das Grundstück des dargestellten Logenhauses Villa Kamecke, 1710 bis 1711 von Andreas Schlüter in der Dorotheenstraße errichtet, grenzte direkt an jenes der Neustädtischen Kirchstraße 14. Nach Kriegszerstörungen wurden die Reste der Villa in den 1950er-Jahren abgerissen. Vor Ort existiert davon nur noch ein Stück der Gartenmauer, welches in die Rückwand des Neubaus integriert wurde. Meyers flirrende Tuschezeichnung im kleinen Vestibül zeigt die gartenseitige Ansicht des verloren gegangenen Anwesens – als könne der Betrachter durch die Wände des Gebäudes hindurch einen flüchtigen Blick auf die Vergangenheit werfen.

Nutzung des Hauses

Die Verwaltung des Deutschen Bundestages hat im September 2017 die Nutzung der Liegenschaft Neustädtische Kirchstraße 14 aufgenommen.

Neustädtische Kirchstraße 14

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Das mit einem Baugerüst verkleidete Stadthaus in der Neustädtischen Kirchstraße 14 in Berlin während der Grundsanierung und Erweiterung für den Deutschen Bundestag im Jahr 2014 Neustädtische Kirchstraße 14 Die Bauarbeiten begannen im Februar 2014. Quelle: BBR / André Kirchner

Weitere Informationen

Deutscher Bundestag Dokumenttyp Artikel

Deutscher Bundestag Sanierung und Umbau Neustädtische Kirchstraße 14, Berlin Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Planungswettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

Deutscher Bundestag - Neustädtische Kirchstraße 14 Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Kunst-am-Bau-Wettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

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