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Architektenwettbewerb Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf der Liegenschaft Dorotheenstr. 85 / Schadowstraße 4-6 im Berliner Stadtbezirk Mitte, auf der sich derzeit ein zu DDR-Zeiten üblicher Fertigteilbau aus den 1970er Jahren befindet, soll für den Deutschen Bundestag ein neues Bürogebäude errichtet werden.> mehr


Wettbewerbsverfahren

Das Verfahren wurde als nichtoffener anonymer Wettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013) und den übergeordneten Regelungen der Vergabeverordnung für freiberufliche Leistungen (VOF 2009) durchgeführt. Als Wettbewerbssumme standen insgesamt 400.000 Euro netto zur Verfügung.

Empfehlung des Preisgerichts

Das Preisgericht tagte am 21. und 22. August 2014 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Berlin unter dem Vorsitz von Frau Professor Ulrike Lauber und empfahl dem Auslober einstimmig die Arbeit des 1. Preisträgers unter Berücksichtigung der Hinweise in der schriftlichen Beurteilung der Realisierung zugrunde zu legen.

1. Preis: (111.000 €) Arbeit 1011
CODE UNIQUE Architekten, Dresden
Entwurfsverfasser: Martin Boden-Peroche, Volker Giezek
Mitarbeiter: Paul Schmelzer, Mathias Lange, Stefan Truntschka,
Peter Jarisch, Zoltan Magyari, Alberto Villa del Campo,
Manuel Kuck, Jinwoo Kim

1. Preis Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Modell Quelle: CODE UNIQUE Architekten, Dresden, Foto: Winfried Mateyka, Berlin

 

Perspektivansicht des 1. Preisträgers Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Wettbewerbsentwurf des Neubaus Quelle: CODE UNIQUE Architekten, Dresden

 

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Die Arbeit fügt sich städtebaulich sehr gut in die vorhandene Bebauung ein, legt die Baukörper angemessen nur an die Dorotheen- und Schadowstraße und nimmt die Anschlüsse respektvoll auf. Sie lässt dadurch dem Schadowhaus den würdevollen Charakter. Durch ihre klare Struktur und die moderate Höhenentwicklung schafft sie einen gelungenen Kontext und gleichzeitig einen großzügigen und gut nutzbaren Hof. Die klaren Konturen, Traufhöhen und die Vermittlung zu den Altbauten werden auch aus denkmalpflegerischer Sicht begrüßt. Die größere Vorzone am Eingang erweitert die aufgrund der östlichen Neubebauung besonders eng wirkende Schadowstraße und gibt mit dieser einladenden Geste dem Raum einen öffentlichen Charakter. Mit diesem Rücksprung in der Schadowstraße verlässt das Projekt allerdings die historische Bauflucht und damit die für das Denkmalensemble charakteristische durchgehende Fassadenabwicklung. Dies wird ausdrücklich
gewürdigt, […].
Neben dem Eingang liegen folgerichtig und funktional der Arztbereich und die leicht zu erreichende Kantine, die die Transparenz des Gebäudes durch ihre einladende und einsehbare Lage an der Dorotheenstraße erhöht. […] Die Sitzungsräume über dem Eingangsbereich liegen folgerichtig. Die Flure sind rational […]. Die Schaffung eines einzigen, großzügigen Innenhofes bietet die gewünschte, gleichwertige Qualität der Büroeinheiten […].
Die Fensterordnung interpretiert die derzeitige der 1970er Jahre und setzt sie gelungen in eine moderne Formensprache um, die der Fassade durch die vorstehenden Rahmungen eine strukturierende Tiefe und eine gute Belichtung der Räume gibt. Insbesondere durch die rahmenlosen Eckfenster lebt die Fassade und verleiht Eleganz. […] Das Aufgreifen des 1,80 m Achsmaßes des Vorgängerbaus führt jedoch zu einer nicht akzeptablen Einschränkung der Nutzung der Büroeinheiten […].

2. Preis: (70.000 Euro) Arbeit 1007
schulz & schulz architekten GmbH, Leipzig
Entwurfsverfasser: Ansgar Schulz, Benedikt Schulz
Mitarbeiter: M. Hönig, K. Liebner, P. Dörge, D. Esser
Fachplaner: ST raum a Gesellschaft von
Landschaftsarchitekten mbH, Berlin, Tobias Micke

Modell Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-62. Preis Quelle: schulz & schulz architekten GmbH, Leipzig, Foto: Winfried Mateyka, Berlin

2. Preis Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Ansicht Perspektive Quelle: schulz & schulz architekten GmbH, Leipzig


Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Die Arbeit gelangt durch ein intelligentes Spiel mit zwei unterschiedlich hohen winkelförmigen Baukörpern zu einer klaren städtebaulichen Figur, der es sehr gut gelingt, auf die unterschiedlichen Situationen in der Dorotheenstraße und der Schadowstraße zu reagieren.
Der höhere 6-geschossige Baukörper fasst den Straßenraum an der Ecke und vervollständigt die Traufkante der Dorotheenstraße 93, während der 5-geschossige „Hofwinkel“ sich in den Blockinnenbereich entwickelt und gleichzeitig […] einen maßstäblichen Anschluss an das Schadowhaus findet. Hierdurch entsteht mit großer Selbstverständlichkeit eine ausgewogene Figur, die ohne Staffelgeschoss und ohne weitere Einbauten im Gartenhof auskommt. […] Aus Nutzersicht wird allerdings […] der Wunsch nach einem baulich möglichst freizuhaltenden Innenhof nicht beachtet.
Dem Wunsch nach Verzahnung mit dem öffentlichen Straßenraum kommt die Arbeit durch eine geschickte Verteilung der Nutzungen im Erdgeschoss nach. Das Eingangsfoyer, der große Besprechungsraum und die Kantine liegen direkt an der Straße. Durch die geringe Baukörpertiefe […] können Foyer und Kantine sogar eine tatsächlich transparente Verbindung zum Gartenhof aufbauen. Auskömmlich Tageslicht gelangt in die Erdgeschossebene des Gartenhofes, an dem die Außengastronomie liegt. […]
Der angrenzende Ringflur kann diese räumliche Qualität […] nicht bieten. Der kleinere Innenhof hat durch seine großzügigen Abmessungen […] gute Lichtverhältnisse, [für] mehr als ein Drittel der Büros tritt damit eine für den Nutzer nachteilige Klassifizierung auf.
Beim Haupteingang [verbleiben aufgrund der] bündig integrierten Eingangstüren durch die Enge des Straßenraums keine Bewegungsflächen. […] Die dunkel eloxierte Aluminiumfassade kann […] nicht die gewünschte Großzügigkeit und Offenheit eines Bundesbaus vermitteln […].

3. Preis: (42.000 Euro) Arbeit 1009
Guillermo Vazquez Consuegra Arquitecto, SLP, Sevilla
Entwurfsverfasser: Guillermo Vazquez Consuegra
Mitarbeiter: M. C. M. Pozzi, E. Mekiffer, D. Fuser, Jose de la
Pena Gomez-Millan, J. A. P. Gonzalez, B. N. I. de Aldecoa
Fachplaner: V. Baretti (Technik), S. Loebens (Bauingenieur)

3. Preis Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Modell Quelle: Guillermo Vazquez Consuegra Arquitecto, SLP, Sevilla (Spanien) Foto: Winfried Mateyka, Berlin

3. Preis Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Ansicht Perspektive Quelle: Guillermo Vazquez Consuegra Arquitecto, SLP, Sevilla (Spanien)


Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Mit einem Winkelbau entlang der Dorotheen- und Schadowstraße schaffen die Verfasser den Rahmen ihrer Leitidee, die Ausformulierung eines städtebaulich klaren und großzügigen Hofbereichs. Durch die Staffelung der Gebäudehöhen gelingt ein guter Anschluss an die Höhen des Schadowhauses und des Gebäudes Dorotheenstraße 93. Drei durch Atrien gebildete Baukörper an den Endpunkten und im Schwerpunkt des Winkels werden mittels Dreibundanlagen verbunden und gliedern den winkelförmigen Baukörper im Grundriss. […]
Die straßenseitige Glasfassade übernimmt das Achsraster der innenräumlichen Anordnung. Raumhohe Kastenfenster und Nuten aus Stahlprofilen erzeugen eine streng gerasterte Oberfläche. Die überhöhten Baukörper zum Innenhof […] treten leider an mehreren Stellen deutlich in den Straßenraum und fügen sich nicht in den Kontext ein.
Nicht nachvollziehbar ist die Ausbildung unterschiedlicher Gesichter des Gebäudes zur Straße und zum Innenhof, welche mehr an einen Wohnungsbau erinnert. Die Gesamterscheinung des Beitrages erscheint hinsichtlich der vorgesehenen Nutzung grundsätzlich angemessen, solange die entlang der straßenseitigen Fassade angeordneten Lochbleche nicht zu stark in den Vordergrund treten.
[…] Am Kreuzungspunkt Dorotheen-/Schadowstraße, liegt der neue Eingang, der […] die Benutzerströme aus mehreren Richtungen aufnehmen kann.
[…] Die Funktionsschiene - Anlieferung, Lager, Küche, Essensausgabe - ist logisch aufgebaut […]. Die Verortung der Kantine im Innenhof kann aber leider nicht die gewünschte Durchlässigkeit
zwischen Straßenraum und Hofbereich schaffen.
Nutzer und Besucher werden in einem großzügig dimensionierten Atrium empfangen und über großzügige Treppen nach oben geleitet. Der Wechsel von gewöhnlichen Fluren und der Erschließung um die Atrien erzeugt […] vielseitige Licht- und Blickbeziehungen. […]

Anerkennung: (17.500 Euro) Arbeit 1001
bof architekten GbR, Hamburg
Entwurfsverfasser: Bert Bücking, Patrick Ostrop, Ole Flemming
Mitarbeiter: Sebastian Zell
Fachplaner: Breimann & Bruun Landschaftsarchitekten, Hamburg
IGS Institut für Gebäude- und Solartechnik, Braunschweig

Anerkennung Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Modell Quelle: bof architekten GbR, Hamburg, Foto: Winfried Mateyka, Berlin

Anerkennung Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Ansicht Perspektive Quelle: bof architekten GbR, Hamburg


Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Das Gebäude bildet zum Stadtraum einen konsequent gegliederten und ruhig gestalteten Baukörper aus, der in der Dorotheenstraße richtigerweise mehr und zur Schadowstraße weniger stark im EG durch eine großflächige Fassade geöffnet ist und Einblicke in das Foyer gewährt. Leider stellt die Anordnung von sehr vielen Büroräumen auf Straßenniveau die Qualität der Fassadenkonzeption wieder in Frage. […]
Die Fassade […] besticht [einerseits] durch ihre konsequente Konzeption, durch ihre Einfachheit, elegante Formatwahl und Subtilität hinsichtlich ihrer geschossweise sich verändernden Textur und den mutigen Knick, der auf die benachbarten Baudenkmäler hinführen soll. Andererseits aber geht das Gebäude in seiner Dimension und Höhenentwicklung eher rücksichtslos mit den historischen Gebäuden und der Vorgabe aus dem Ensembleschutz um. Aus denkmalpflegerischer Sicht überschreitet der Bau […] die Maßstäblichkeit der Dorotheenstadt. […]
In den Flurbereichen [versprechen] sich aufweitende 2-Spänner für die Erschließung der Büros eine hohe räumliche Qualität […] und großzügige Kommunikationsbereiche […].
[…] Die Büros sind gut erreichbar, sehr gut belichtet und im wesentlichen gleichwertig. Der Bürogrundriss weist eine hohe Flexibilität auf und eine sehr gute Orientierung. Der angesetzte Kantinenbereich ist in seiner Anordnung zwar mit nachvollziehbaren Qualitäten ausgeführt, ragt baukörperlich als Flachbau etwas unversöhnt in den ansonsten großzügigen Innenhof hinein. Anderseits lässt dieser schöne verschiedene Terrassensituationen im Gartenhof entstehen. Schade ist, dass die Foyerwand im Erdgeschoss einen möglichen Durchblick in den Gartenhof verstellt. […]
Insgesamt kann die Arbeit durch ihre attraktiven, wenn auch technisch aufwändigen inneren Erschließungsbereiche und den großen Innenhof durchaus überzeugen; allerdings ist die Massivität des Baukörpers nach außen so nicht vorstellbar.

Anerkennung: (17.500 Euro) Arbeit 1019
Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin
Entwurfsverfasser: Fuensanta Nieto, Enrique Sobejano
Mitarbeiter: P. G. Andueza, L. Hughes, M. Varela, C. Fragoso
Fachplaner: Frank Kiessling (Landschaftsarchitekt)
B+G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH (Statik)

Anerkennung Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Modell Quelle: Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin, Foto: Winfried Mateyka, Berlin

Anerkennung Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Ansicht Perspektive Quelle: Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Zwei Baukörper unterschiedlicher, aber moderater Höhe nehmen Bezug zu den Bestandsbauten der Schadowstraße und der Dorotheenstraße und werden an der Gebäudeecke miteinander verzahnt. So gelingt eine ganz selbstverständliche Schließung des Blockrandes bei gleichzeitiger Betonung der Ecke, an der ein kleiner Vorplatz auf den Haupteingang verweist. Die skulpturale Ausformulierung der Gebäudeecke wird in der Jury kontrovers diskutiert. […] Auch aus denkmalpflegerischer Sicht gibt der Entwurf eine adäquate, moderne Antwort auf die Maßstäblichkeit des Stadtviertels mit angemessenen Übergängen zu den Altbauten […] formuliert aber eine für das Ensemble Dorotheenstadt untypische Ecksituation.
Die vertikal gegliederte, regelmäßige Fassade der Bürobereiche verschafft dem Gebäude einen ruhigen Auftritt und gewährleistet eine hohe Flexibilität im Inneren. […] Der Wechsel der Fassadengestaltung im Bereich der Verschränkung beider Bauteile […] akzentuieren […] die hier gelegenen Sondernutzungen richtig.
Positiv wird die zusammenhängende Hoffläche gewürdigt. Allerdings muss aufgrund der eher geringen Höhe der Gebäude der Hof zur Belichtung um ein Geschoss abgesenkt werden, was angesichts der Grundwassersituation große Schwierigkeiten mit sich bringen würde. […]
Pforte und Sicherheitskontrolle [erscheinen] zu knapp bemessen. Vom Foyer sind die Kantine und der große Besprechungsraum im Hofgeschoss, die Arztpraxis im Erdgeschoss und auch die zentralen Erschließungselemente übersichtlich angeordnet […].
Die Verwaltungsbereiche werden überaus wirtschaftlich organisiert […]. Die Orientierung von Büros zu diesem sehr schmalen Innenhof wird vom Nutzer aufgrund der Ungleichwertigkeit zu den anderen Büroräumen abgelehnt.
Die Unterbringung der Kantine im Untergeschoss wird negativ beurteilt, […].


Anerkennung: (17.500 Euro) Arbeit 1020
Dierks Sachs Architekten, Berlin
Entwurfsverfasser: Norbert Sachs, Patrik Dierks
Mitarbeiter: Thiele Nickan, Cazina Kitzenmaier, Lukas Specks
Fachplaner: b.i.g. Bechtold Ingenieurgesellschaft, Berlin (TGA)
Krebs und Kiefer, Berlin (Brandschutz, Statik)

Anerkennung Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Modell Quelle: Dierks Sachs Architekten, Berlin, Foto: Winfried Mateyka, Berlin

Anerkennung Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Ansicht Perspektive Quelle: Dierks Sachs Architekten, Berlin


Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Die städtebauliche Idee der Arbeit überzeugt durch ihre maßstäbliche Setzung des Bauvolumens im Stadtraum. Insbesondere das vom Verfasser vorgeschlagene Fassadenkonzept bildet in gelungener Weise das Modul des Büroraumes auch im Straßenraum ab. Die quadratischen, plastisch ausformulierten Fenstermodule unterstreichen diesen Eindruck. Im Gesamten vermittelt das Erscheinungsbild des Gebäudes so einen robusten, langlebigen Eindruck. Die Arbeit berücksichtigt mit klarer Kontur, Traufausbildung und angemessenen Anschlüssen an die Altbauten die Maßstäblichkeit des Denkmalensembles. Es bestehen jedoch Zweifel, ob die Auflösung der Fassade durch ihre völlig gleichförmige Rasterung in gleichmäßige Quadrate die Einfügung in das Denkmalensemble unterstützt.
Die gewählte Foyersituation an der Ecke Dorotheen-/Schadowstraße bietet eine angemessene Offenheit und gute erste Orientierung im Gebäude. Die Ausbildung eines weiteren Innenhofs wird von Nutzerseite kritisch gesehen. […] Auch die zum Hof hin ausgerichtete Mensa wirkt zu introvertiert.
Die Organisation der Bürogeschosse vermittelt durch die Anordnung der Vertikalerschließungen mit knappen Kommunikationsbereichen und angemessenen Flurlängen einen gut durchgeplanten Eindruck.
Aus Nutzersicht tritt mit der Bildung eines Innenhofes eine […] nachteilige Klassifizierung auf. […] Die großzügige Eingangssituation mit Durchblick zum Innenhof bringt Orientierung und Qualität. […] Bedauert wird, dass der Kantinenbereich ausschließlich zum Innenhof orientiert ist und somit keine Öffentlichkeitswirkung entwickeln kann.
Die Bündelung von der Zufahrt ins Untergeschoss und der Anlieferung wird als sehr eng wahrgenommen. Darüber hinaus ist die hierfür erforderliche baukonstruktive Ausbildung aus statischen Gründen gegenüber dem Schadowhaus kritisch zu sehen. […]

Anerkennung: (17.500 Euro) Arbeit 1024
Knoche Architekten, Leipzig
Entwurfsverfasser: Christian Knoche
Mitarbeiter: Johannes Fietze, Liesa Schiecke

Anerkennung Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Modell Quelle: Knoche Architekten, Leipzig, Foto: Winfried Mateyka, Berlin

Anerkennung Neubau Dorotheenstraße 85 / Schadowstraße 4-6Perspektive Quelle: Knoche Architekten, Leipzig

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)


Der Blockrand wird ruhig durch eine sechsgeschossige Bebauung mit einem zurückgesetzten Staffelgeschoss geschlossen. Der Übergang zu den niedrigeren Nachbargebäuden gelingt durch ein Abknicken im 6. bzw. 5. Geschoss. […]
Das Motiv des „Abknickens“ prägt auch das Erdgeschoss im Bereich der Dorotheen-/Schadowstraße und schafft so eine angemessene Vorzone für den Eingangsbereich.
Während der Anschluss des Projekts an den Altbau Dorotheenstraße aus denkmalpflegerischer Sicht unproblematisch erscheint, reicht das leichte Zurückweichen des 4. und 5. Obergeschosses in der Schadowstraße kaum, um das abrupte Aufeinandertreffen der völlig unterschiedlichen Maßstäblichkeiten zu vermitteln.
Der große zusammenhängende Hofbereich erhält durch die geschickte Einbindung des bestehenden Seitenflügels und eine einhüftige Bebauung entlang der Brandwand des Schadowhauses eine neue Fassung. […]
Das zurückhaltende Erscheinungsbild verzichtet auf eine repräsentative Ausstrahlung. Eine für die besondere Nutzung ausgeprägtere Gestaltung wäre allerdings wünschenswert gewesen. […] Der hohe Glasanteil im Eingangsbereich ist dagegen konsequent und unterstützt die Eingangsgeste.
Das Fassadenraster bildet die regelmäßige Struktur der Büroräume nach außen ab […].
Die Büros werden in den Obergeschossen wirtschaftlich […]organisiert. Nicht zu akzeptieren ist, dass ein Großteil der Büros kleiner als 18 qm ist.
[…] Im Bereich der Dorotheenstraße erlaubt eine offen geführte Treppe eine bessere interne Kommunikation […].
[Durch] das kleine Atrium im Übergang zur Dorotheenstraße 93 [wird] auch das Bestandsgebäude des Seitenflügels selbstverständlich integriert […].
Der Eingangsbereich bietet ein knappes, aber angemessenes Foyer mit direktem Blickbezug zum Hof. […]

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