Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages (BIZ)

Neubau nach Wettbewerbsentscheidung in der Planungsphase

Das Reichstagsgebäude mit provisorischem Container für die Besucherkontrollen Besucher- und Informationszentrum für den Deutschen Bundestag Zurzeit werden Besucher des Deutschen Bundestags in einem provisorischen Sicherheitskontrollgebäude empfangen. Das soll sich mit dem geplanten Besucher- und Informationszentrum ändern. Quelle: Axel Schnittcher

Projektdaten

  • Nutzer Deutscher Bundestag
  • Adresse Scheidemannstraße , 11011 Berlin, Deutschland
  • Architektur Markus Schietsch Architekten GmbH (Zürich) mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur & Städtebau GmbH
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat VI 1
  • Baubeginn noch nicht festgelegt
  • Bruttogrundfläche rund 6.600 Quadratmeter (Gebäude) zuzüglich rund 2.000 Quadratmeter (Tunnel)
  • Wettbewerb Offener, interdisziplinärer 2-phasiger Planungswettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013)

Projektbeschreibung

Warum ein Besucher- und Informationszentrum?

Durch die Errichtung des Besucher- und Informationszentrums (BIZ) soll das derzeitige provisorische Sicherheitskontrollgebäude als zentraler Eingang für Besucher auf dem Platz der Republik durch eine städtebaulich, architektonisch und funktional angemessene dauerhafte Lösung ersetzt werden. Darüber hinaus ist ein flexibler Empfangs- und Informationsbereich, Räume für Seminar- und Diskussionsveranstaltungen sowie ein Gastronomieangebot für die Besucher des Deutschen Bundestages geplant. Ein geschlossener Fußgängertunnel als Verbindung von BIZ und Reichstagsgebäude gewährleistet, dass nur eine einzige Sicherheitskontrolle für die Besucher nötig wird.

Ziel ist es, dem anhaltend großen Interesse der Öffentlichkeit an einem Besuch des Deutschen Bundestages und an Informationen über die parlamentarische Arbeit zukünftig in gebotener Qualität Rechnung zu tragen.

Offener Planungswettbewerb in zwei Phasen

Ende 2015 wurde durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) ein offener zweiphasiger Planungswettbewerb für Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten ausgelobt. Das Preisgericht der 1. Phase tagte Anfang Mai 2016 und wählte in einem anonymen Verfahren aus insgesamt 187 Wettbewerbsbeiträgen die 28 Arbeiten der Teilnehmer für die Bearbeitung der zweiten Phase aus.

Im Projekt waren unter anderem neben den funktionalen Anforderungen als Randbedingungen der Erhalt der wichtigen denkmalgeschützten Alleen im Tiergarten sowie der Abstand zum sowjetischen Ehrenmal und die technischen Belange bezüglich der unterirdischen Infrastrukturtrassen zu berücksichtigen. Durch diese im Untergrund bereits umfänglich vorhandenen Infrastrukturtrassen umfasst das gesamte Projekt besonders anspruchsvolle Tiefbauarbeiten.

Wettbewerbsergebnis und nächste Schritte

Bei einer Vielzahl von Arbeiten war Überarbeitungsbedarf hinsichtlich einzelner Aspekte erkannt worden. Im Ergebnis wurden daher vom Preisgericht unter der Leitung des Stuttgarter Architekten Prof. Arno Lederer Anfang November 2016 zwei erste Preise mit Überarbeitungshinweisen vergeben und fünf Anerkennungen ausgesprochen.

Beide Preisträger waren nach Abschluss des Wettbewerbsverfahrens aufgefordert worden, die Wettbewerbsarbeiten entsprechend den Anmerkungen in den schriftlichen Beurteilungen und den Hinweisen der Vorprüfung im Rahmen des Verhandlungsverfahrens zu überarbeiten. Die stimmberechtigten Preisgerichtsmitglieder waren zur Beratung der Ergebnisse der Überarbeitung nochmals beteiligt worden. Die abschließende Entscheidung fiel zugunsten des überarbeiteten Entwurfes der Züricher Arbeitsgemeinschaft Markus Schietsch Architekten GmbH mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur & Städtebau GmbH, welche nun mit der weiteren Planung beauftragt werden sollen.

Der überarbeitete Wettbewerbsentwurf von Schietsch Architekten überzeugte durch seine klaren räumlichen Anordnungen. Der städtebaulich eindeutig definierte und einladende Vorplatz schafft eine attraktive Eingangssituation.
Begleitend führt das Land Berlin ein Bauleitplanverfahren durch, um die notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung des Besucher- und Informationszentrums des Deutschen Bundestages zu schaffen. Auf Basis des Wettbewerbsentwurfes wird nun in enger Abstimmung mit dem Nutzer die weitere Planung erarbeitet.

Erste Projektüberlegungen gibt es seit 2011

Konkrete Überlegungen zu dem Projekt reichen bereits in die vorangegangene Legislaturperiode zurück. Schon 2011 hatte die Kommission des Ältestenrates für Bau- und Raumangelegenheiten des Deutschen Bundestages Voruntersuchungen zu möglichen Standorten und Konzepten beauftragt. 2014 fasste der Ältestenrat des Deutschen Bundestages den Beschluss zur Realisierung des Besucher- und Informationszentrums am Standort südlich der Scheidemannstraße im Tiergarten. Mit diesem Beschluss wurden die bereits in der vergangenen Legislaturperiode aufgenommenen eingehenden Untersuchungen zu verschiedenen Standorten und die damit verbundenen Prüfungen der technischen und funktionalen Machbarkeit abgeschlossen. Die Entscheidung zur Realisierung und zum Standort des künftigen BIZ ist in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess von Bundestag und Bundesbauministerium mit dem Land Berlin nach einer umfangreichen Machbarkeitsuntersuchung zustande gekommen.

Die Kostenobergrenze für den Neubau des Besucher- und Informationszentrums inklusive Besuchertunnel hat der Ältestenrat des Deutschen Bundestages auf rund 150 Millionen Euro festgelegt.

Besucher- und Informationszentrum für den Deutschen Bundestag (BIZ)

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Virtuelle Darstellung der Außenansicht des Besucher - und Informationszentrums für den Deutschen Bundestag Besucher- und Informationszentrum für den Deutschen Bundestag (BIZ) Außenperspektive (Rendering) Quelle: Markus Schietsch Architekten GmbH

Weitere Informationen

Junges Schweizer Architekturbüro soll Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages bauen Dokumenttyp: Pressemitteilung

Berlin. Nachdem das Preisgericht im Wettbewerb für den Neubau des Besucher- und Informationszentrums des Deutschen Bundestages (BIZ) in Berlin Anfang November 2016 zwei erste Preise vergeben hatte, fiel nun am 11. Januar 2017 die abschließende Entscheidung zugunsten des überarbeiteten Entwurfes der Züricher Markus Schietsch Architekten mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur. Ausgelobt und durchgeführt worden ist der offene Wettbewerb zum Bauvorhaben des Deutschen Bundestages vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in enger Abstimmung mit dem Deutschen Bundestag, dem Bundesbauministerium und dem Land Berlin.

Neubau Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages (BIZ) Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Planungswettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

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