Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Bundesministerium der Verteidigung – Raum der Information

Ergänzender Neubau am Ehrenmal der Bundeswehr

Die Fotografie zeigt zwei Menschen vor einem eingeschossigen Gebäude mit gläserner Tür und Sheddach. Raum der Information Der Raum der Information in unmittelbarer Nähe des Ehrenmals der Bundeswehr widmet sich dem Gedenken an gefallene Soldatinnen und Soldaten.

Projektdaten

Projektbeschreibung

Im Jahr 2009 wurde das Ehrenmal der Bundeswehr auf dem Areal des Verteidigungsministeriums in Berlin-Tiergarten eingeweiht. Hier wird der Angehörigen der Bundeswehr gedacht, die in Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen sind. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung – Referat V 3 – zeichnete für die Umsetzung des Projektes verantwortlich.

Der Raum der Information wurde als Ergänzung zum Ehrenmal konzipiert und von Mai 2017 bis Mai 2018 unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung erbaut. Der Neubau ist ein eigenständiges Bauwerk, bildet aber mit dem benachbarten Ehrenmal eine inhaltliche Einheit. In dem neu errichteten Ausstellungsbereich erhalten Besucherinnen und Besucher des Ehrenmals Informationen zur Geschichte der Bundeswehr und zu ihren Kernaufträgen im Wandel der Zeit. Gleichzeitig erfahren sie mehr über jene Bundeswehrangehörigen, an die das Ehrenmal erinnert.

Im Juni 2018 wurde das fertiggestellte Gebäude an das Bundesministerium der Verteidigung übergeben.

Projektverlauf

Anforderungen

Im Jahr 2015 führte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung für den Raum der Information einen nichtoffenen, anonymen Planungswettbewerb durch, der sich an Architekten und Ausstellungsgestalter richtete. Ziel des Wettbewerbes war es, einen Entwurf zu ermitteln, der nicht nur die funktionalen Anforderungen eines Ausstellungsraums erfüllt, sondern auch im Einklang mit dem benachbarten Ehrenmal steht und das Gesamtensemble des Bendlerblockes sinnvoll ergänzt. Das Gebäude des Raumes der Information sollte eingeschossig sein und sich baulich und gestalterisch gegenüber dem Ehrenmal unterordnen. Wie das Ehrenmal selbst sollte auch der Raum der Information wechselseitig sowohl von der Straße als auch vom abgesicherten Gelände des Ministeriums aus zugänglich sein.

Wettbewerbsergebnis

In einem vorgeschalteten offenen Bewerberverfahren wurden aus 21 eingereichten Bewerbungen zehn Planungsteams zur Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt. Zum Wettbewerb selbst wurden dann acht Beiträge eingereicht. Im Oktober 2015 vergab das Preisgericht zwei 2. Preise und einen 3. Preis und formulierte zu den beiden zweitplatzierten Entwürfen Empfehlungen für eine Überarbeitung im Rahmen des anschließenden Verhandlungsverfahrens. Im Januar 2016 erhielt das Berliner Büro TRU Architekten mit seinem überarbeiteten Entwurf letztlich den Zuschlag.

Errichtung des Bauwerkes

Der Raum der Information wurde aus Sichtbetonwänden mit glatter, feiner Oberfläche errichtet. Eine filigran wirkende Dachkonstruktion überspannt das Bauwerk. Dabei sorgen die verglasten Elemente des sogenannten Sheddachs – eine Aneinanderreihung einzelner Dachaufbauten, die auch als Sägezahndach bekannt ist – für einen angenehmen, gleichmäßigen Tageslichteinfall. Eine besondere technische Herausforderung ergab sich für die Planung des Gebäudes aus dem Verzicht auf Heizung und Klimatisierung. Bewältigt wurde diese Aufgabe unter anderem durch in die Sheddächer eingebaute, automatisch gesteuerte Lamellenfenster zur Raumbelüftung.

Der Eingangshof des Raumes der Information kann über eine doppelte Torkonstruktion wechselseitig zur Hildebrandstraße oder zum Paradeplatz des Bendlerblocks geöffnet werden. Die Tore sind in Anlehnung an die Verkleidung des Ehrenmals mit Baubronze belegt und wurden in einem speziellen Stanz-Verfahren mit dem Eisernen Kreuz, dem Signet der Bundeswehr, versehen.

Konzeption der Ausstellung

Der Raum der Information am Ehrenmal der Bundeswehr soll die Architektur, aber auch die Symbolik des Ehrenmals erklären und den Besucherinnen und Besuchern die Gedenkkultur der Bundeswehr näherbringen. Geprägt wird der Raum der Information von einem Zeitstrahl, dem zentralen Element der Ausstellung. An den beiden Längsseiten des Raumes auf bündig eingelassenen und hinterleuchteten Ausstellungsflächen präsentiert, verbindet der Zeitstrahl die allgemeine Geschichte der Bundeswehr mit den Themen „Tod und Unglück“ sowie „Gedenken“. Exemplarisch dargestellte einzelne Unglücksfälle erschließen sich Besucherinnen und Besuchern vor dem Hintergrund der weltpolitischen Situation und der Sicherheitslage, welche die Aufgaben der Streitkräfte in der jeweiligen Zeit entscheidend prägten.

Im hinteren, vom Zeitstrahl getrennten Bereich des Raumes der Information erhalten Hinterbliebene und Angehörige der Bundeswehr eine Stimme und teilen an Hörstationen mit den Besucherinnen und Besuchern ihre Erfahrungen und Empfindungen im Zusammenhang mit Trauer und Verlust.

Fertigstellung und Übergabe

Nach einjähriger Bauzeit wurde der Raum der Information am Ehrenmal der Bundeswehr im Mai 2018 fertiggestellt. Am 11. Juni 2018 übergab das BBR den Neubau in feierlichem Rahmen an das Bundesministerium der Verteidigung.

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