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Neubau
Der Gebäudekomplex des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) liegt im Berliner Bezirk Mitte zwischen Hausvogteiplatz und Gendarmenmarkt. Hier entstanden bereits um 1900 große Geschäftshäuser, die mit ihrer typischen Architektursprache das Stadtbild prägten.
Der Block wird nördlich und südlich durch die Kronen- und Mohrenstraße und östlich durch die Jerusalemer Straße begrenzt und besteht aus vier unterschiedlichen Gebäuden: dem Haus Stern, 1896 von Carl Bauer entworfen, dem denkmalgeschützten Kaufhaus Nagel von Hermann Muthesius von 1898, dem 1914 von dem Architekten Ludwig Otto entworfenen Pausenhof in der Mohrenstraße und einem U-förmigen Plattenbau, der ursprünglich als Patentamt der DDR dienen sollte, aber erst 1993 fertiggestellt wurde. Die Projektmanagementaufgaben für das Bundesministeriums der Justiz werden seitens des Referates V 4 wahrgenommen.
Der Auftrag, die heterogene Bebauung für das Bundesministerium der Justiz herzurichten und zu einem funktionalen Gebäudekomplex zusammenzuführen, ging an das Büro Eller + Eller Architektur.
Architektonische Ergänzung zum Bestandsgebäude
In der Zeit von 1997 bis 2001 fanden unter der Generalplanung des Büros umfangreiche Umbaumaßnahmen statt und der Gebäudekomplex wurde durch einen Neubau an der Kronenstraße ergänzt. Die Bestandsgebäude bilden mit dem Neubau insgesamt fünf Höfe, die zueinander in Beziehung gesetzt wurden. Die beiden denkmalgeschützten Höfe im Pausenhof wurden durch tonnenförmige Stahl-Glas-Konstruktionen, auf dem Photovoltaikelemente installiert sind, überdacht. Somit entsteht eine klimatische Pufferzone, die eine erweiterte, ganzjährige Nutzung der Hofbereiche ermöglicht.
Erschlossen wird das Ministerium durch eines der beiden 1787 von Carl Gotthard Langhans errichteten Baudenkmäler, die sogenannten Mohrenkolonnaden, die ursprünglich Teil einer Brücke über den Festungsgraben waren.
Blick in den Repräsentationshof
Repräsentativer Haupteingang des Gebäudes
Durch den repräsentativen Haupteingang und das angrenzende Foyer gelangt man in den ersten Innenhof, den sogenannten "Repräsentationshof". Die im Erdgeschossbereich transparent gestalteten Wände dieses Hofes ermöglichen eine direkte Sichtbeziehung zum neuen, kreisförmigen Konferenzsaal und zum „Casinohof“.
Der im Innenhof des Plattenbaus Jerusalemer Straße vorhandene Rohbau wurde im Rahmen der Baumaßnahme durch einen aufgeständerten dreigeschossigen Glaskubus für die Bibliothek und Teile der Justizhistorischen Sammlung ergänzt.
Auf die Altbauten wurde ein neues Staffelgeschoss mit leicht schräg gestellter Fassade gesetzt, mit dem Ziel, große und zusammenhängende repräsentative Flächen für die Leitungsebene zu schaffen.
Das zum Presseamt der DDR umgebaute Haus Stern wurde zurückgebaut. Die auf 1901 datierte Jugendstilfront des Hauses zur Mohrenstraße wurde von DDR-zeitlichen Überformungen befreit. Aufgrund der erheblichen Beschädigungen wurde die Fassade in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild bei der Wiederherrichtung neu interpretiert. Die Glasfassade des Neubaus in Richtung Kronenstraße stellt mit ihrem strengen Quadratraster einen bewussten Kontrast zur historischen Vorderfassade her.