Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Neubau

Haupteingang des Bundesministeriums des Innern in Berlin Bundesministerium des Innern Haupteingang des Gebäudes Quelle: BBR / Christian von Steffelin

Projektdaten

  • Nutzer Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
  • Adresse Alt Moabit 140, 10557 Berlin, Deutschland
  • Architektur Thomas Müller, Ivan Reimann Architekten, Berlin
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat V 1
  • Gesamtkosten rund 208 Millionen Euro
  • Wettbewerb 2007, offener zweiphasiger Realisierungswettbewerb
  • Baubeginn 2012
  • Fertigstellung 2015
  • Bruttogrundfläche rund 75.000 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 40.300 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Am 15.04.2015 wurde der Neubau an das damalige Bundesministerium des Innern (BMI) im Kosten- und Terminrahmen übergeben. Der vom Haushaltsausschuss des Bundestages vorgegebene Kostenrahmen wurde eingehalten.

Aus Wirtschaftlichkeits- und Sicherheitsgründen empfahl der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im Mai 2007 die zentrale Unterbringung aller Berliner Mitarbeiter des Bundesministeriums des Innern unter einem Dach und stimmte dem ersten Kostenentwurf für einen Neubau, der Entscheidungsunterlage Bau (ES-Bau), und der anschließenden Durchführung eines Architekturwettbewerbes zu.

Aus dem vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) durchgeführten Realisierungswettbewerb ging das Architekturbüro von Thomas Müller und Ivan Reimann aus Berlin, von dem bereits der Neubau des Auswärtigen Amts am Werderschen Markt in Berlin stammt, als Sieger hervor. Am 26. Oktober 2007 hatte sich das Preisgericht unter dem Vorsitz des Rotterdamer Architekten Prof. Kees Christiaanse für den aus drei "Z" zusammengesetzten, unterschiedlich hohen Baukörper von Müller Reimann entschieden.

Das Bundesbauministerium begrüßte die Preisgerichtsentscheidung: "Dem Entwurf des Architekturbüros Thomas Müller und Ivan Reimann gelingt es auf eindrucksvolle Weise einen repräsentativen Ministeriumsbau auf schwierigem Gelände zu platzieren. Das Planungskonzept fügt sich mit seiner unaufdringlichen Präsenz in die prominente Umgebung gut ein. Es soll ein vorbildhaftes Gebäude werden, das hohen Maßstäben an Gestaltung, Funktionalität, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit genügt. Der aus dem Architektenwettbewerb prämierte Entwurf von Müller und Reimann bietet eine gute Grundlage, diese Ziele tatsächlich zu erreichen. Der Architektenwettbewerb hat sich hier wiederum als ein gutes Instrument bewiesen, im Vergleich vieler Entwurfsideen die beste Lösung zu finden."

Auszüge aus dem Juryprotokoll zum 1. Preis: Thomas Müller, Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin:

"Das auf den ersten Blick merkwürdig verzerrte Haus fügt sich bei genauerer Betrachtung wie selbstverständlich in das unregelmäßig zugeschnittene Grundstück ein. Dies wird erreicht durch eine dynamische Staffelung von drei Z-förmigen Gebäudevolumina, die durch ihre Verschränkung zwei auf die Maßstäblichkeit der umliegenden Räume reagierende Höfe erzeugen / freigeben.

Die Baukörper treppen sich von der Straße Alt-Moabit in Richtung Ingeborg-Drewitz-Allee von 5 auf 9 Geschosse hoch, wirken also an der Straße Alt-Moabit eher zurückhaltend, während sie mit einer 9-geschossigen, turmartigen Bebauung an der Ingeborg-Drewitz-Allee eindeutig die Protokollvorfahrt markieren.

Im Inneren besticht das Gebäude durch eine elegante Wegeführung vom am 'Stadtplatz' gelegenen Eingang über den Eingangshof zum Foyer, von wo aus man in die Büros oder über eine großzügige Treppenanlage in den Lichthof und zum 'Gartenplatz', der Protokollzufahrt gelangt. Die ruhige, aus einem durchgehenden Fenstermodul bestehende Travertinfassade erlaubt eine flexible Büronutzung und gewährleistet eine sehr gute Belichtung der dahinterliegenden Arbeitsplätze.

Die Qualität der Durcharbeitung zu den Themen Energiekonzept, Tageslichtnutzung und Nachhaltigkeit ist als sehr hoch einzustufen, wobei die energetische Integration des Atriums noch nicht abschließend entschieden ist. Insgesamt überzeugt das Haus durch seine unaufdringliche Präsenz und wird so dem Selbstverständnis eines Ministeriums gerecht."

Das neue Dienstgebäude des Bundesministerium des Innern befindet sich auf einem 36.000 Quadratmeter großen, bundeseigenen Grundstück in zentraler Lage in Berlin Mitte, Ortsteil Moabit, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Regierungsviertel, dem Tiergarten und in Sichtweite zum Kanzleramt

Mit dem anspruchsvollen und komplexen Neubau wurden höchste Anforderungen an Gestaltung, Funktionalität, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit umgesetzt. Wesentlicher Bestandteil des umfassenden Energiekonzeptes ist die Nutzung der Erdwärme und der Abwärme des Rechenzentrums zur Beheizung aller Büroräume über Deckenheizflächen. Zur Kühlung der Büroräume im Sommer wird die Wärme aus den Büros über Erdsonden zurück in das Erdreich geleitet, so dass über das gesamte Jahr eine ausgeglichene Energiebilanz im Erdboden besteht.

Trotz einer Vielzahl kleiner und großer Hürden, die im Laufe der Bauphase zu überwinden waren, wie unter anderem eine siebenmonatige Bauzeitverzögerung gleich zu Beginn der Bautätigkeit aufgrund einer abgewiesenen Vergabebeschwerde, wurde dieses Großprojekt planmäßig am 15.04.2015 übergeben. Die entstandene Bauverzögerung wurde durch verschiedene Beschleunigungsmaßnahmen im Bauablauf kompensiert. So konnten beispielsweise durch eine vorgezogene und beschleunigte Fenstermontage, die nur in kurzem Zeitabstand den Rohbauarbeiten folgte, die Etagen frühzeitig wetterdicht hergestellt werden. Dadurch war es möglich, mit dem Innenausbau auch vor Fertigstellung des gesamten Rohbaus zu beginnen.

Weitere Informationen

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat - Erweiterungsbau Bauteil C Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Neubau Nutzung: Politik

Erster Spatenstich Dokumenttyp Artikel

Wettbewerbe

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Neubau Moabiter Werder Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Kunst-am-Bau-Wettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) - Kunststandort Fußboden Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Kunst-am-Bau-Wettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

Neubau des Bundesministerium des Innern Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Planungswettbewerb Status: Abgeschlossen

Pressemeldungen

Kunst am Bau: "Zusammenhalt" im Bundesinnenministerium lädt zum Perspektivwechsel ein Dokumenttyp: Pressemitteilung

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat am 9. August 2017 das Kunstwerk "Zusammenhalt" auf dem Gelände des Bundesinnenministeriums (BMI) in Berlin eingeweiht. Das Kunstwerk des Berliner Künstlers Roland Fuhrmann war als Siegerentwurf aus einem offenen zweiphasigen anonymen Kunst-am-Bau-Wettbewerb des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) hervorgegangen.

Kunst am Bau für die Außenanlagen des Bundesinnenministeriums Dokumenttyp: Pressemitteilung

Berlin. Mit "Zusammenhalt" konnte der Berliner Künstler Roland Fuhrmann im Kunst-am Bau-Wettbewerb für die Parkanlagen des Innenministeriums überzeugen. Zusammenhalt ist der Titel von Fuhrmanns mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf einer Installation, die sich je nach Standpunkt von bunten Stelen zu einem menschlichen Gruppenbild wandelt. Mit einem 2. Preis war die vielteilige Außenskulptur "Stadtlandfluss" der ebenfalls in Berlin lebenden Künstlerin Barbara Trautmann gewürdigt worden.

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