Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Bundesministerium des Innern und für Heimat – Bauteile A und B

Neubau am Dienstsitz Moabiter Werder

Die Fotografie zeigt ein eingeschossiges Eingangsgebäude vor einem größeren Komplex. Bundesministerium des Innern und für Heimat Der Haupteingang des Bundesministeriums des Innern und für Heimat liegt an der Berliner Straße Alt Moabit.

Projektdaten

  • Nutzer Bundesministerium des Innern und für Heimat
  • Adresse Alt Moabit 140, 10557 Berlin, Deutschland
  • Architektur Thomas Müller, Ivan Reimann Architekten, Berlin
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat V 1
  • Gesamtkosten rund 245,8 Millionen Euro
  • Wettbewerb 2007, offener zweiphasiger Realisierungswettbewerb
  • Baubeginn 2012
  • Fertigstellung 2015
  • Brutto-Grundfläche rund 75.000 Quadratmeter
  • Nutzungsfläche rund 40.300 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung – Referat V 1 – wurde bis 2015 ein Neubau für das Bundesministerium des Innern und für Heimat realisiert. Am 15. April 2015 wurde der Neubau an das damalige Bundesministerium des Innern (BMI) im Kosten- und Terminrahmen übergeben. Der vom Haushaltsausschuss des Bundestages vorgegebene Kostenrahmen wurde eingehalten.

Der Neubau entstand auf einem 36.000 Quadratmeter großen Grundstück im Herzen der deutschen Hauptstadt, zwischen Kanzleramt und Hauptbahnhof. Der architektonische Entwurf der Berliner Thomas Müller und Ivan Reimann sieht auf einer Grundfläche von 125 mal 125 Metern einen mehrgliedrigen Baukörper vor, der sich in unterschiedlichen Höhen von 23 bis 36 Metern über das Geländeniveau erhebt.

In den Neubau zogen über tausend Berliner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums, die zuvor noch auf drei Standorte verteilt waren. Außerdem sieht der Neubau Büroräume für die noch in Bonn tätigen 266 Ministeriumsmitarbeiter vor, falls das Bonn-Berlin-Gesetz eines Tages geändert werden sollte. Bis dahin werden diesen „Bauteil B“ nachgeordnete Behörden des Bundesinnenministeriums beziehen, die derzeit in Berliner Mietliegenschaften untergebracht sind.

Aus Wirtschaftlichkeits- und Sicherheitsgründen empfahl der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im Mai 2007 die zentrale Unterbringung aller Berliner Mitarbeiter des Bundesministeriums des Innern unter einem Dach und stimmte dem ersten Kostenentwurf für einen Neubau, der Entscheidungsunterlage Bau (ES-Bau), und der anschließenden Durchführung eines Architekturwettbewerbes zu.

Projektverlauf

Wettbewerb

Aus dem vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) durchgeführten Realisierungswettbewerb ging das Architekturbüro von Thomas Müller und Ivan Reimann aus Berlin, von dem bereits der Neubau des Auswärtigen Amtes am Werderschen Markt in Berlin stammt, als Sieger hervor. Am 26. Oktober 2007 hatte sich das Preisgericht unter dem Vorsitz des Rotterdamer Architekten Prof. Kees Christiaanse für den aus drei „Z“ zusammengesetzten, unterschiedlich hohen Baukörper von Müller Reimann entschieden.

Das Bundesbauministerium begrüßte die Preisgerichtsentscheidung: „Dem Entwurf des Architekturbüros Thomas Müller und Ivan Reimann gelingt es auf eindrucksvolle Weise einen repräsentativen Ministeriumsbau auf schwierigem Gelände zu platzieren. Das Planungskonzept fügt sich mit seiner unaufdringlichen Präsenz in die prominente Umgebung gut ein. Es soll ein vorbildhaftes Gebäude werden, das hohen Maßstäben an Gestaltung, Funktionalität, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit genügt. Der aus dem Architektenwettbewerb prämierte Entwurf von Müller und Reimann bietet eine gute Grundlage, diese Ziele tatsächlich zu erreichen. Der Architektenwettbewerb hat sich hier wiederum als ein gutes Instrument bewiesen, im Vergleich vieler Entwurfsideen die beste Lösung zu finden.“

Auszug aus dem Juryprotokoll zum 1. Preis

Thomas Müller, Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin:

„Das auf den ersten Blick merkwürdig verzerrte Haus fügt sich bei genauerer Betrachtung wie selbstverständlich in das unregelmäßig zugeschnittene Grundstück ein. Dies wird erreicht durch eine dynamische Staffelung von drei Z-förmigen Gebäudevolumina, die durch ihre Verschränkung zwei auf die Maßstäblichkeit der umliegenden Räume reagierende Höfe erzeugen / freigeben.

Die Baukörper treppen sich von der Straße Alt-Moabit in Richtung Ingeborg-Drewitz-Allee von 5 auf 9 Geschosse hoch, wirken also an der Straße Alt-Moabit eher zurückhaltend, während sie mit einer 9-geschossigen, turmartigen Bebauung an der Ingeborg-Drewitz-Allee eindeutig die Protokollvorfahrt markieren.

Im Inneren besticht das Gebäude durch eine elegante Wegeführung vom am ‚Stadtplatz‘ gelegenen Eingang über den Eingangshof zum Foyer, von wo aus man in die Büros oder über eine großzügige Treppenanlage in den Lichthof und zum ‚Gartenplatz‘, der Protokollzufahrt gelangt. Die ruhige, aus einem durchgehenden Fenstermodul bestehende Travertinfassade erlaubt eine flexible Büronutzung und gewährleistet eine sehr gute Belichtung der dahinterliegenden Arbeitsplätze.

Die Qualität der Durcharbeitung zu den Themen Energiekonzept, Tageslichtnutzung und Nachhaltigkeit ist als sehr hoch einzustufen, wobei die energetische Integration des Atriums noch nicht abschließend entschieden ist. Insgesamt überzeugt das Haus durch seine unaufdringliche Präsenz und wird so dem Selbstverständnis eines Ministeriums gerecht.“

Erster Spatenstich

Die Fotografie zeigt sechs Menschen auf einem Baugrund, die je eine Schaufel in der Hand halten. Beim Ersten Spatenstich (v. l. n. r.): Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin von Berlin, Rita Ruoff-Breuer, Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern, Dr. Jürgen Gehb, Sprecher des Vorstandes der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Thomas Müller, Architekt

Am 16. Dezember 2010 fiel der Startschuss für dieses Bauprojekt. Zum ersten Spatenstich anwesend waren Dr. Thomas de Maizière, damaliger Bundesinnenminister, Enak Ferlemann, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Jürgen Gehb, vormals Sprecher des Vorstandes der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und Rita Ruoff-Breuer, die damalige Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung.

Baufeld des Neubaus für das Bundesministerium des Innern und für Heimat

Bild / Video 1 von 3

Die Fotografie zeigt ein Baufeld mit umstehenden Kränen. Baufeld des Neubaus für das Bundesministerium des Innern und für Heimat Das Grundstück für den Neubau des Innenministeriums liegt eingebettet zwischen S-Bahn-Trasse, Kanzlerpark und Spreebogen.

Projektdetails

Das neue Dienstgebäude des Bundesministerium des Innern und für Heimat befindet sich auf einem 36.000 Quadratmeter großen, bundeseigenen Grundstück in zentraler Lage in Berlin Mitte, Ortsteil Moabit, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Regierungsviertel, dem Tiergarten und in Sichtweite zum Kanzleramt.

Mit dem anspruchsvollen und komplexen Neubau wurden höchste Anforderungen an Gestaltung, Funktionalität, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit umgesetzt. Wesentlicher Bestandteil des umfassenden Energiekonzeptes ist die Nutzung der Erdwärme und der Abwärme des Rechenzentrums zur Beheizung aller Büroräume über Deckenheizflächen. Zur Kühlung der Büroräume im Sommer wird die Wärme aus den Büros über Erdsonden zurück in das Erdreich geleitet, so dass über das gesamte Jahr eine ausgeglichene Energiebilanz im Erdboden besteht.

Die Fotografie zeigt den Innenhof eines Gebäudekomplexes. Bundesministerium des Innern und für Heimat Im Innenhof des Neubaus befindet sich eine halbkreisförmige Fläche mit bogenförmig verlaufenden Hecken.

Trotz einer Vielzahl kleiner und großer Hürden, die im Laufe der Bauphase zu überwinden waren, wie unter anderem eine siebenmonatige Bauzeitverzögerung gleich zu Beginn der Bautätigkeit aufgrund einer abgewiesenen Vergabebeschwerde, wurde dieses Großprojekt planmäßig am 15. April 2015 übergeben. Die entstandene Bauverzögerung wurde durch verschiedene Beschleunigungsmaßnahmen im Bauablauf kompensiert. So konnten beispielsweise durch eine vorgezogene und beschleunigte Fenstermontage, die nur in kurzem Zeitabstand den Rohbauarbeiten folgte, die Etagen frühzeitig wetterdicht hergestellt werden. Dadurch war es möglich, mit dem Innenausbau auch vor Fertigstellung des gesamten Rohbaus zu beginnen.

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