Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Kunst-am-Bau-Wettbewerb Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Nicht offener, einphasiger Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren

  • Status Abgeschlossen
  • Veröffentlichung 01.09.2007
  • Entscheidung 13.12.2007

Entscheidung des Preisgerichtes

Empfehlung des Preisgerichts:

In einer abschließenden Abstimmung wurde die Arbeit 1019 mit einer Stimmenmehrheit von sechs Stimmen (und einer Enthaltung) zur Realisierung empfohlen. In enger Abstimmung zwischen Künstler/in, Nutzer und der ausführenden Firma soll eine Bemusterung durchgeführt werden, um die Helligkeiten und Farben abschließend festzulegen.

Preisträger

1. Preis - 1019 Veronika Kellndorfer, Berlin

Aus der Beurteilung des Preisgerichts:

Die Arbeit überzeugt durch ihre von Subtilität und Logik gekennzeichnete Auseinandersetzung mit der gegebenen Architektur des Ministeriums. Es entsteht eine faszinierende Spannung zwischen Abstraktion und Figuration. Ihr rationaler Ansatz wird immer wieder durchbrochen von humorvollen Verfremdungen wie überproportionierten Pflanzen. Die miteinander verflochtenen auf- und absteigenden Treppenläufe stellen in ihrer angedeuteten Wabenstruktur ein Sinnbild des Sozialen dar.
Das ornamentale Muster schafft eine attraktive ruhige Fläche auf der Glasfassade, die mit der vielseitigen Gestaltung des Hofes harmoniert.

Die feierliche Einweihung der Kunst-am-Bau-Projekte le regard extérieur / le regard intérieur fand am 22. Juni 2010 statt.

2. Preis - 1021 Peter Kogler, Wien

Der Künstler hat für die unterschiedlichen Anforderungen (Glaswand und Glasfassade) jeweils spezifische, sich ergänzende Entwürfe von hoher Dichte realisiert. Während er bei der Glasfassade ein "All-Over- Pattern" wählt, schlägt er für die Glaswand eine scheinbar zu entschlüsselnde Ikonographie vor, deren konkrete Bedeutung aber doch in der Schwebe bleibt.

Anerkennung für die Glasfassade - 1020 Yuko Shiraishi, London

Das farbenfrohe geometrische Muster belebt die Glasfassade in seiner spielerischen Struktur und greift damit einen kindlichen Zugang zur Welt auf. Die trotz ihrer Leichtigkeit präzis definierten und platzierten Farbfelder treten vor und zurück und schaffen somit einen abwechslungsreichen Rhythmus.
Der blaue Nachthimmel auf der Glaswand ist dagegen nicht verständlich. Es wird bedauert, dass zu der farbenfrohen Glasfassade keine andere Darstellung für die Glaswand gefunden wurde.

Anerkennung für die Glaswand - 1022 Beat Streuli, Düsseldorf

Der Entwurf für die Glaswand, der in seiner schwarzweißen und kontrastreduzierten Ästhetik dem Betrachter das Gefühl vermittelt, eine Menschenmenge bewege sich auf ihn zu, wird von der Jury besonders wertgeschätzt. Die sukzessive Wahrnehmung der Gesichter korrespondiert mit dem Rapport der durchscheinenden Treppenkonstruktion.
Die Portraitfotografien auf der Glasfassade sind zwar ansprechend, aber nicht neu. Der Transfer von Fotografie auf Architektur ist in seiner formalen Umsetzung nicht überzeugend und zu vordergründig.

Informationen zum Wettbewerb

Wettbewerbsaufgabe

Aufgabe und Art des Wettbewerbs:

Als Ergebnis eines Architektenwettbewerbs erhält das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) nach den Plänen von ASP Schweger Assoziierte Architekten einen neuen Berliner Dienstsitz in Berlin-Mitte.

Der Entwurf sieht einen Neubau entlang der Glinkastraße vor. Von hier aus wird der Haupteingang über einen neuen Erschließungsbau im Blockinnern mit den Bestandsbauten verbunden. Daneben sollen die vorhandenen, zum Teil aus der Vorkriegszeit stammenden Gebäude in
der Tauben- und Jägerstrasse saniert, in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild erhalten und in die Nutzungsplanung der Gesamtanlage integriert werden, um die verschiedenen Gebäude des Bundesministeriums zu einer funktionalen Einheit zusammenzufassen.
Im Februar 2009 soll das Gebäude fertig gestellt und dem Ministerium mit seinen rund 200 Mitarbeiter übergeben werden.

Zwei Kunststandorte wurden vorgegeben, für die entweder zwei eigenständige Entwürfe oder eine zweiteilige Arbeit entwickelt werden sollte.
Der erste Kunststandort umfasst die gesamte Fläche der Glasfassade im Erschließungsbauwerk. Für diese sollte ein künstlerisches Muster oder eine Bildvorlage entwickelt werden, um gleichzeitig der Verschattungsnotwendigkeit der Glasfassade zu entsprechen.
Für die Glaswand im Foyer des Pressebereichs, der zweite Kunststandort, sollte eine künstlerische Gestaltung vorgeschlagen werden. Die Wahl des künstlerischen Mediums wurde freigestellt; Lichtarbeiten waren möglich.
Für beide Standorte waren identifikationsstiftende Kunstwerke gewünscht, die sich auf die Funktion des Hauses beziehen und eigens für diesen Ort und diese Aufgabe konzipiert werden.

Wettbewerbsverfahren

Der Wettbewerb wurde als beschränkter Realisierungswettbewerb ausgelobt. Das Verfahren war anonym. Es wurden acht Teilnehmer zu dem Wettbewerb eingeladen. Sieben Teilnehmer haben eine Wettbewerbsarbeit eingereicht.

Downloads

Weitere Informationen

Erneuerung des Dienstsitzes Berlin Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Planungswettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

Kontakt

  • Referat A2 - Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
    Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau 
    Straße des 17. Juni 112
    10623 Berlin

    Tel.: +49 30 18401-9201
    Fax: +49 30 18401-9209
    E-Mail: Architektur@bbr.bund.de

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