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Instandsetzung und Teilerneuerung
Blick auf das Detlev-Rohwedder-Haus mit dem davor gelegenen „Platz des Volksaufstandes von 1953“
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) teilt sich auf zwei Liegenschaften im Bezirk Mitte auf, die in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander liegen. Der überwiegende Teil des Ministeriums ist im Detlev-Rohwedder-Haus, im Block zwischen Leipziger Straße, Wilhelmstraße und Niederkirchnerstraße untergebracht und grenzt direkt an den Bundesrat und das Abgeordnetenhaus von Berlin.
Für die Erweiterung der Büroflächen des Bundesministeriums der Finanzen wurde das ehemalige Generalpostamt (Postblock) auf der gegenüberliegenden Seite der Wilhelmstraße umgenutzt. Im Jahr 2020 wurde die temporäre Kindertagesstätte des Bundesministeriums der Finanzen eingeweiht.
Die Projektmanagementaufgaben für das Bundesministerium der Finanzen werden seitens des Referates V 4 wahrgenommen; aktuell finden umfangreiche Baumaßnahmen unter anderem im laufenden Betrieb sowie im benachbarten Quergebäude statt, welches die Liegenschaft zur Niederkirchnerstraße hin räumlich abschließt.
Historische Nutzung
Der Sitz des damaligen Reichsluftfahrtministeriums auf einer Fläche von über 110.000 Quadratmetern war der erste Großbau des nationalsozialistischen Regimes. Das jetzige Detlev-Rohwedder-Haus wurde 1935/36 innerhalb von nur 18 Monaten mit seiner Hauptausrichtung entlang der Wilhelmstraße als Stahlbeton- beziehungsweise Stahlskelettkonstruktion nach dem Entwurf des Architekten Ernst Sagebiel errichtet. Es überstand den Krieg nahezu unversehrt. In der Zeit nach 1945 hat das Gebäude verschiedene Nutzer beherbergt, bis es im Zuge des Regierungsumzugsbeschlusses als neuer Dienstsitz des Bundesministeriums der Finanzen ausgewählt wurde. Hier wurde am 7. Oktober 1949 die DDR gegründet; das Haus hieß fortan Haus der Ministerien. In den 1990er Jahren war es der Sitz der Zentrale der Treuhandanstalt.
Sanierung des Detlev-Rohwedder-Hauses
Detlev-Rohwedder-Haus; Eingangssituation über den Ehrenhof an der Wilhelmstraße
In dem Zeitraum von 1996 bis 2000 wurde das denkmalgeschützte Haus durch das Architekturbüro HPP International im Rahmen des Hauptstadtumzuges für die Nutzung durch das Bundesministerium der Finanzen hergerichtet. Dabei galt die Prämisse: Das Haus wird in seinem überkommenen, die unterschiedlichen historischen Phasen spiegelnden Zustand bewahrt und instandgesetzt. Neuerungen folgten nur an den Stellen, wo die alte Ausstattung nicht mehr vorhanden war, so zum Beispiel bei den Außenanlagen, der Lichtarchitektur und den für das Haus konzipierten Kunstwerken.
Architektonisches Konzept
Das Gebäude ist als fünf- bis siebenstöckige symmetrische Flügelanlage konzipiert, mit einem Ehrenhof zur Wilhelmstraße, zwei großen Innenhöfen und sowie einem Wirtschaftshof.
Es wird über zwei völlig unterschiedlich gestaltete Eingänge erschlossen. Der Hauptzugang erfolgt über den an der Wilhelmstraße gelegenen Ehrenhof und folgt einer beeindruckend inszenierten Raumfolge ins Innere des Hauses. Bei dem zweiten Zugang handelt es sich um den an der Leipziger Straße Ecke Wilhelmstraße gelegenen „Arbeitseingang“, am heutigen „Platz des Volksaufstandes von 1953“. Hier gelangt man durch überdimensionale Türen in das Haus und erreicht eine im Verhältnis flach gehaltene Halle.
Die Büros sind als zweibündige Anlage entlang der Flure angeordnet. Über Oberlichter werden die Flure teilweise mit Tageslicht versorgt. Der Hauptflur in der Längsachse ist 235 Meter lang. Die vertikale Erschließung erfolgt über 17 Treppenhäuser, vier Aufzugsanlagen und drei Paternoster. Auch im Inneren dominiert der Naturstein als vorrangiges Gestaltungsmittel.
Auf der Rückseite des Gebäudes befinden sich vier kammartig angeordnete aluminiumgedeckte Querflügel. Hier schließt sich eine großzügige Gartenanlage an.