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Grundsanierung
Ein Kunstwerk von Daniel Buren prägt die zentrale Eingangshalle des Bundesministeriums.
Die Sanierung des ehemaligen Propagandaministeriums und das Bankhaus von der Heydt im Kleisthaus sowie der Neubau einer zentralen Eingangshalle erfolgten nach den Plänen des Berliner Architekten Josef Paul Kleihues. Das Projektmanagement übernahm das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung – Referat V 5.
Nach vier Jahren Bauzeit konnte das grundsanierte Bestandgebäude fertiggestellt werden und bietet Platz für Mitarbeiter des BMAS.
Baugeschichte
In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts erfolgte auf Initiative von König Friedrich Wilhelm I. die 2. Stadterweiterung der Berliner Friedrichstadt. In diesem Zusammenhang wurde um 1730 der Wilhelmplatz als Marktplatz in der westlichen Friedrichstadt angelegt. Die Planung erfolgte durch den Hofarchitekten Nehring im Stil des Barocks. Nach französischem Vorbild wurde der preußische Adel verpflichtet, Residenzen in Berlin zu unterhalten und erhielt dafür Grundstücke in der Wilhelmstraße zugewiesen.
| Geschichte des Grundstücks Wilhelmstraße 49 | |
|---|---|
| 1736 | Bau des Palais an der Nordseite des Platzes durch Truchseß Graf von Waldburg |
| 1737 | Nach dem Tod des Bauherrn übernimmt der Johanniterorden das Palais. Fertigstellung unter Herrenmeister Karl von Schwedt, seitdem auch der Name „Ordenspalais“. |
| 1826 | Auflösung des Ordens und Übernahme des Hauses durch Friedrich Wilhelm III. für seinen Sohn Prinz Karl, Zuerwerb des Nachbargrundstücks an der Ostseite des Wihelmplatzes |
| 1827 | Umfassender Umbau des Palais durch Schinkel und Stüler; klassizistische Überformung des Barockbaus; seitdem „Prinz-Karl-Palais“ |
| 1883 | Östlicher Anbau von Hofbeamtenhaus und Reithalle Das Hofbeamtenhaus ist noch erhalten und dient künftig mit seiner offenen Drei-Bogen-Fassade als Haupteingang an der Wihelmstraße. |
| 1918 | Die Liegenschaft geht an das Preußische Finanzministerium über und wird durch die Presseabteilung der Reichsregierung genutzt. |
| 1933 | Die Presseabteilung wird Ministerium. Joseph Goebbels wird Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. |
| 1934 | 1. Erweiterungsbau (Gartenflügel) durch Karl Reichle / Reichsbaudirektion |
| 1936 – 1940 | 2. Erweiterungsbau durch Karl Reichle / Reichsbaudirektion 1936 Umgestaltung des Wilhelmplatzes vom begrünten Schmuckplatz zum Versammlungsplatz mit Steinbelag |
| 1938 | Der Erweiterungsflügel an der Wilhelmstraße mit Theatersaal wird vorrangig fertiggestellt. |
| 1941 | Restarbeiten können wegen der Kriegswirtschaft immer noch nicht fertiggestellt werden. |
| 1945 | Zerstörung des Palais und des Wilhelmstraßenflügels durch Bomben und den Endkampf um Berlin |
| 1946 | Ausschlachtung von Baumaterial des Erweiterungsbaus |
| 1947 | Instandsetzung für den Deutschen Volksrat, Zentralrat der Nationalen Front des demokratischen Deutschland |
| 1949 | Sitz von Wilhelm Pieck als erstem Präsidenten der DDR und des Nationalrates der Nationalen Front der DDR sowie anderer gesellschaftlicher Organisationen, z. B. Liga für Völkerfreundschaft |
| 1990 | Medienministerium der Regierung Modrow |
| 1996 | Umweltbundesamt Standortentscheidung für den ersten Dienstsitz des Bundesarbeitsministeriums |
| 1997 | Planungsbeginn für die Herrichtungsmaßnahme |
| 1999 – 2001 | Übergabe der Bauabschnitte 1 (Mauerstraße) und (Nordflügel), sowie restliches Haupthaus (2000) und (Kleisthaus) Konferenz- und Besucherzentrum (2001) |
| 2003 | Planungsbeginn für die Süderweiterung |
| 2004 | Baubeginn |
| 2006 | Richtfest |
| 2008 | Schlüsselübergabe |
Kunst am Bau
Denkmalschutz, Kunst am Bau und moderne Formensprache bilden eine harmonische Einheit. Der Altbau wird als Zeugnis seiner Zeit respektiert, durch die Eingangshalle und die heutige Nutzung wird ihm neuer Geist und neues Leben eingehaucht. Entscheidend für den neuen Geist des Hauses ist auch die Kunst am Bau. Die Kunstkommission des Bundes hat in enger Abstimmung mit dem Architekten herausragende Künstler für die atmosphärische Aufwertung des Hauses gewonnen. Die Knotenpunkte der Gänge in allen Etagen wurden von drei Künstlern unterschiedlich, aber stets mit Bezug auf das Ministerium und das Gebäude gestaltet: Thom Barth setzt sich in seinen 186 Einzelzeichnungen mit der neueren deutschen Geschichte und aktuellen Themen aus der Arbeits- und Sozialwelt auseinander, wobei er Bildmaterial aus Printmedien verarbeitet. Die Textilkollagen Katarina Zavarskas setzen sich mit der Thematik des Ministeriums auseinander und stellen zum Beispiel „Handwerk und Industrie“ und „musisches und schöpferisches Arbeiten“ dar. Die bunten Riesen-Stiere von Felix Droese spielen auf die Themen „Arbeit und Soziales“ an und symbolisieren Kraft und Aufschwung. Die Kunst von Carsten Nicolai prägt das Foyer der Bibliothek und stimmt den Besucher auf die Welt der Bücher und Medien ein.
In der Eingangshalle wurde ein acht mal acht Meter großes gläsernes Schachbrett aus gelb-blauen Feldern des Pariser Künstlers Daniel Buren als optischer Mittelpunkt angebracht. Peter Chevalier von der Hochschule der Künste Berlin gestaltete den Sitzungssaal des Ministers mit einem großen Ölbild und lässt den ehemaligen „Steinsaal“ heiter und farbenfroh erscheinen.
Die Gestaltung des Innenhofes vereint durch ein stimmiges Konzept die sehr unterschiedlichen Anforderungen von Denkmalpflege und Nutzer. Die steinerne Strenge bleibt erhalten und wird von Buchsbosquetten und Felsenbirnen, Wasser und Steinbänken aufgelockert.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am früheren Wilhelmplatz in Berlin-Mitte wurde am 23. Mai 2001 an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales übergeben.