Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Regine-Hildebrandt-Haus

Neubau eines Bürogebäudes als Erweiterung des Hauptgebäudes

Das Bild zeigt den fertiggestellten Erweiterungsneubau für das BMAS. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Erweiterungsneubau Der neue Erweiterungsbau des BMAS fügt sich in das städtebauliche Umfeld ein und wirkt gleichzeitig eigenständig. Quelle: BBR / Cordia Schlegelmilch

Projektdaten

  • Nutzer Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • Adresse Wilhelmstraße 50, 10117 Berlin, Deutschland
  • Architektur K9 Architekten, Freiburg im Breisgau
  • Landschaftsarchitektur Stefan Bernard, Berlin
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat V 5
  • Gesamtkosten rund 19,7 Millionen Euro
  • Baubeginn 2017
  • Fertigstellung 2019
  • Bruttogrundfläche rund 4.400 Quadratmeter
  • Nutzfläche rund 2.500 Quadratmeter
  • Wettbewerb 2013, anonymer, offener, einphasiger Realisierungswettbewerb
  • Projektsteuerung BMP Baumanagement GmbH, Berlin
  • Bauleitung rw+ Gesellschaft von Architekten, Berlin
  • Projektsteuerung BNB-Koordinator: CSD Ingenieure GmbH, Berlin
  • TGA-Planung Elektrotechnik: City-Elektro-Planung GmbH, Berlin
  • TGA-Planung HLS: Arcadis Germany GmbH, Berlin / Halle
  • Statik Mathes Ingenieure, Leipzig
  • Fachingenieure EnEV-Nachweis: Genest und Partner Ingenieurgesellschaft, Dresden
  • Kunst am Bau Francisca Gómez & Alexandra Spiegel, Berlin

Projektbeschreibung

Von 2012 bis 2020 betreute das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Referat V 5) den Neubau eines Bürogebäudes als Erweiterung für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Berlin-Mitte.

Der Neubau in der Wilhelmstraße 50 ist der dritte Bauabschnitt für den Berliner Dienstsitz des Ministeriums. Im ersten Bauabschnitt wurden 1997 das Gebäude Wilhelmstraße 49 und das über hundert Jahre alte Kleisthaus in der Mauerstraße 53 hergerichtet. Der Entwurf dafür stammt vom Berliner Architekturbüro Kleihues. Erbaut worden war die Wilhelmstraße 49 zur NS-Zeit als Ministerium für Propaganda und Volksaufklärung. Von 2004 bis 2008 wurde der Gebäudekomplex um die Süderweiterung und das Gebäude der früheren Ritterschaftsbank erweitert.

Der sechsgeschossige Neubau in der Wilhelmstraße 50 wurde nun nach Plänen des Freiburger Büros K9 Architekten errichtet. Dessen Entwurf war 2013 aus einem anonymen, offenen Realisierungswettbewerb als Sieger hervorgegangen. Neben 95 zusätzlichen Büroarbeitsplätzen finden sich im Erdgeschoss des Gebäudes eine Kindertagesstätte und ein Ausstellungsbereich.

Das Haus nimmt die Gebäudeflucht der benachbarten Schule auf. Gleichzeitig orientiert es sich mit seiner Materialität und mit seinen Proportionen an der Natursteinfassade des Hauptgebäudes und der Süderweiterung. Somit stärkt es den Ensemblecharakter des Ministeriums. Der Zugang zum Bürobereich erfolgt über die gemeinsame Hauptpforte. Ein gläserner Verbindungsgang ermöglicht eine direkte, interne Erschließung. Die beiden öffentlichen Nutzungen werden über eigene, in die Fassade eingerückte Windfänge erschlossen. Hinterleuchtete Paneele sowie die Gehweggestaltung unterstützen die Auffindbarkeit der beiden Eingänge und erzeugen eine einladende Atmosphäre.

Die Obergeschosse sind ausschließlich der Büronutzung vorbehalten und dreizügig gegliedert. Die Büros sind mehrheitlich nach Norden und Süden ausgerichtet und um eine Kernzone mit Nebenräumen und den Sanitärbereichen angeordnet. An den Stirnseiten des Kernbereiches ermöglichen alternierende Atrien eine geschossübergreifende Kommunikation. Die ebenfalls vom K9-Team entworfene Möblierung lädt zu kleinen Besprechungen und spontanen Treffen ein.

Vor den Teeküchen und zwei Besprechungsräumen befindet sich ein Aufenthaltsbereich, der mit einem barrierefreien Stehtisch ausgestattet ist.

Umsetzung des barrierefreies Bauens

Der Erweiterungsbau wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude „BNB“ bewertet und strebt eine Gold-Zertifizierung an (zurzeit in Fertigstellung). Die zu erreichenden Ziele wurden mit dem Nutzer BMAS abgestimmt und haben folgende Schwerpunkte: Die ökologischen, ökonomischen, technischen und die Prozess-Qualitäten sollen sehr hoch sein. Der zweite Fokus liegt auf den soziokulturellen Werten des Gebäudes, insbesondere der Barrierefreiheit. Das BMAS als federführendes Ressort für dieses Thema möchte in seinen Gebäuden allen Menschen die volle Teilhabe und Inklusion ermöglichen.

Bei diesem Neubau wurde die Barrierefreiheit mustergültig umgesetzt und ein Nachweis gemäß dem Leitfaden für barrierefreies Bauen erstellt.

Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele

Aus den vereinbarten Nachhaltigkeitszielen resultierten zudem hohe Anforderungen an die energetische Qualität des Gebäudes. Die Mindestanforderung bestand darin, die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 um mindestens 40 Prozent zu unterschreiten. Dies lässt sich dauerhaft und auf Basis der thermischen Simulation zum sommerlichen Wärmeschutz nur mit einer mechanischen Belüftung des Gebäudes in Kombination mit einer Nachtauskühlung erreichen.

Die ökologische Qualität wurde durch einen über alle Leistungsphasen erstellten und fortgeführten Bauteilkatalog und ein Materialkataster sichergestellt. Daran mussten alle Planerinnen und Planer sowie Firmen und das Team der Objektüberwachung aktiv mitarbeiten.

Die Außenanlagen wurden im Zuge der Baumaßnahme mit qualitativen Aufenthaltsbereichen sowie einer direkten Zuwegung zur Außenterrasse der bestehenden Kantine neugestaltet. Die nördliche Außenfläche zur benachbarten Schule hin wurde für die Kindertagesstätte als Außenspielfläche angelegt.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Flurbereich der Kindertagesstätte

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Das Bild zeigt den heller und großzügiger Flurbereich der neuen Kita mit einzelnen grünen Wandflächen, die farbige Akzente setzen. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Flurbereich der Kindertagesstätte Die neue Kita im Erdgeschoss ist großzügig und hell gestaltet, grünen Flächen im Stiefelgang betonen die Wandnischen für die Möblierung. Quelle: BBR / Cordia Schlegelmilch

Projektverlauf

Im Oktober 2015 wurde im Zustimmungsverfahren gemäß § 77 Bauordnung Berlin die Genehmigung zur Ausführung erteilt. Nach Abschluss der Planungen wurde Anfang 2016 zunächst das vorhandene Verwaltungsgebäude aus DDR-Zeiten abgerissen. Die Rohbauarbeiten zum neuen Erweiterungsbau begannen im ersten Quartal 2017, die Grundsteinlegung fand im darauffolgenden Quartal statt. Nach nur knapp acht Monaten Bauzeit wurde im Dezember 2017 das Richtfest gefeiert.

Bildergalerie zu den Rohbauarbeiten

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Baustelle im Mai 2017

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Der Blick von oben auf die Baugrube des Erweiterungsbaus für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin im Mai 2017 zeigt die fertig betonierten Untergeschosse und gestapelte Baumaterialien. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Baustelle im Mai 2017 Im Mai 2017 sind die Untergeschosse des BMAS-Neubaus fertig betoniert. Die Arbeiten werden direkt mit den Obergeschossen fortgesetzt. Quelle: BBR / Cordia Schlegelmilch

Aufgrund von Vergabe-, Planungs- und Ausführungsproblemen im weiteren Projektverlauf verzögerte sich nach der zügigen Fertigstellung des Rohbaus die Fertigstellung des Bauvorhabens um acht Monate. Die symbolische Schlüsselübergabe an das BMAS fand dann am 26. November 2019 statt, die Inbetriebnahme durch den Nutzer erfolgte am 9. März 2020.

Am 24. Februar 2020 wurde das Gebäude offiziell als Regine-Hildebrandt-Haus durch den Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil eingeweiht. Die Ehrung der früheren brandenburgischen Arbeits- und Sozialministerin erfolgte aufgrund ihres Engagement als Politikerin. Dazu zählen insbesondere der Einsatz für die innere Einheit Deutschlands, gegen Rechtsextremismus und Gewalt, für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit. Die Feier fand in Anwesenheit einiger Familienangehöriger der Familie Hildebrandt statt. Ein von der Künstlerin Yana Yo angefertigtes Portrait im Eingangsfoyer des Hauses wurde gemeinsam enthüllt.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Straßenfassade

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Auf dem Foto ist der sechsstöckige Erweiterungsneubau des BMAS in der Wilhelmstraße 50 mit seiner beigefarbenen Natursteinfassade zu sehen Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Straßenfassade Der neue Erweiterungsbau des BMAS passt sich in Gebäudehöhe und Materialität an seine Umgebung an. Quelle: BBR / Cordia Schlegelmilch

Hohe Qualitätsstandards

Für die Planung und Ausführung wurden hohe Qualitätsstandards zur Nachhaltigkeit und für Barrierefreiheit als Zielvorgaben definiert und umgesetzt:

Kunst am Bau

Der Leitfaden „Kunst am Bau“ soll die Vorbildfunktion von Bundesbauten in Bezug auf die Baukultur fördern. So wurden bei dem Projekt 1,5 Prozent der Herstellungskosten für die Kunst am Bau berücksichtigt und investiert. Nach einem zweistufigen Wettbewerb wurde die Arbeitsgemeinschaft der Künstlerinnen Francisca Gómez & Alexandra Spiegel aus Berlin mit der Umsetzung beauftragt. Ihre Arbeit „Ornaments of Social Living“ reflektiert mit fotografischen Leuchtkasteninstallation die Entwicklung sozialer Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts. Fragmentarisch zeigen die Leuchtkästen an den Rückwänden der zweigeschossigen Atrien Formen abstrahierter Fassaden. Belebt werden diese mit medial verfremdeten Fotografien privater, häuslicher Interieurs, die von Individualität und den für ihre Zeit typischen, rationalisierten Einrichtungselementen geprägt sind. Die leuchtenden Foto-Objekte werden als Zeitschichten und Ornamente lesbar. Außerdem laden sie in den Aufenthaltsbereichen des Regine-Hildebrandt-Hauses dazu ein, nachzudenken, zu assoziieren und sich zu erinnern.

„Ornaments of Social Living“, leuchtende Foto-Objekte als Kunst am Bau

Bild / Video 1 von 6

Das Bild zeigt eine fotografische Leuchtkasteninstallation, auf der eine Schrankwand zu sehen ist. „Ornaments of Social Living“, leuchtende Foto-Objekte als Kunst am Bau Die fotografischen Leuchtkasteninstallationen von Francisca Gómez und Alexandra Spiegel zeigen verschiedene Wohninterieurs. Quelle: BBR / Cordia Schlegelmilch

Weitere Informationen

Bundesministerium für Arbeit und Soziales - Erweiterungsbau Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Neubau Nutzung: Politik

Bundesministerium für Arbeit und Soziales - Hauptgebäude Dokumenttyp Bauprojekt

Standort: Berlin Typ: Sanierung Nutzung: Politik

Erweiterungsbau Bundesministerium für Arbeit und Soziales Neubau Wilhelmstraße 50 Dokumenttyp Wettbewerb

Wettbewerbstyp: Planungswettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

Pressemeldungen

Grundstein gelegt für Erweiterung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Berlin-Mitte Dokumenttyp: Pressemitteilung

Berlin. Mit der heutigen Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) an der Wilhelmstraße 50 durch die Bundesministerinnen Andrea Nahles und Dr. Barbara Hendricks wurde der dritte Bauabschnitt für den Berliner Dienstsitz des Ministeriums begonnen. Das Projekt umfasst ein Bürogebäude mit Kindertagesstätte und Ausstellungsbereich. Bauherrin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Für den Neubau, der im Jahr 2019 übergeben werden soll, wird der "Goldstandard" des Bewertungssystems für Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) angestrebt.

Richtfest in der Wilhelmstraße Dokumenttyp: Pressemitteilung

Berlin. Weniger als acht Monate nach der Grundsteinlegung konnte am 11. Dezember 2017 das Richtfest für den Erweiterungsbau des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) gefeiert werden. Ein störungsfreier Bauablauf und sehr gute Zusammenarbeit aller Beteiligten trugen in besonderem Maße zum zügigen Baufortschritt bei. Das Projekt umfasst ein Bürogebäude mit Kindertagesstätte und Ausstellungsbereich. Für den Neubau, der im Jahr 2019 übergeben werden soll, wird der "Goldstandard" des Bewertungssystems für Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) angestrebt.

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