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Neubau
Eingang des Dokumentationszentrums im Mai 2010
Der Neubau des Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“ wurde im Mai 2010, 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, fertiggestellt und feierlich eröffnet. Seitdem ist es der Öffentlichkeit zugänglich. Die Topographie des Terrors ist mit jährlich über 500.000 Besucherinnen und Besucher einer der meistbesuchten Erinnerungsorte Berlins. Die Anlage besteht aus einem Hauptgebäude, einem mit Glas überdachten Ausstellungsgraben und dem Ausstellungsrundgang, der durch ein Robinienwäldchen führt.
Die Vorgabe des Architektenwettbewerbs, diesen einzigartigen Ort der Weltgeschichte zum Sprechen zu bringen, wurde vom Architektenbüro Heinle, Wischer und Partner und dem Landschaftsarchitekten Prof. Heinz W. Hallmann erfüllt. Die materiellen Geschichtsspuren des Geländes sind deutlich sichtbar herausgearbeitet, werden auf 15 Informationselementen erklärt und informieren über die Geschichte des historischen Orts.
Die Aufgabe der Stiftung Topographie des Terrors ist die wissenschaftlich-pädagogische Arbeit und Aufklärung. Die Topographie des Terrors ist keine Gedenkstätte. Mit dem Dokumentationszentrum beginnt ein neues Kapitel in der bewegten Geschichte eines Orts.
An der Stelle, an der heute das Dokumentationszentrums steht, hatten sich in den Jahren ab 1933 die wichtigsten Zentralen der nationalsozialistischen Repressions- und Verbrechenspolitik angesiedelt: 1933 das Geheime Staatspolizeiamt, 1934 die Reichsführung SS und 1939 das Reichssicherheitshauptamt, verantwortlich unter anderem für die Verfolgung politischer Gegnerinnen und Gegner, die „Germanisierung“ der eroberten Gebiete in Polen und der Sowjetunion sowie für den Völkermord an den europäischen Juden. Die im Zweiten Weltkrieg zum Teil stark beschädigten Gebäude in der Berliner Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße wurden bis Mitte der 1950er-Jahre abgerissen. Danach wurde das Areal rund dreißig Jahre lang einer Bauschuttverwertungsfirma und einem Autodrom zur „Zwischennutzung“ überlassen.
Seit Ende der 1970er-Jahre rückte der vergessene Ort des Terrors allmählich wieder in das öffentliche Bewusstsein. Ausschlaggebend waren Hinweise auf die Vergangenheit des Geländes im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Berlin, das bürgerschaftliche Engagement durch zahlreiche Initiativen und Einzelpersonen sowie der Wiederaufbau des benachbarten, im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Kunstgewerbemuseums, dem heutigen Martin-Gropius-Bau. In der Folge wurde das rund 45.000 Quadratmeter große Gelände mit seinen verstreuten Bodenzeugnissen, wie Keller und Fundamente, zwischen Wilhelmstraße, Niederkirchnerstraße (früher Prinz-Albrecht-Straße) und Anhalter Straße hergerichtet und nach Plänen des Architekten Jürg Steiner zur 750-Jahr-Feier Berlins ein temporärer Ausstellungspavillon errichtet. Am 4. Juli 1987 wurde dieser mit der Ausstellung „Topographie des Terrors: Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt auf dem ‚Prinz-Albrecht-Gelände‘“ eröffnet.