Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Planungswettbewerb Neubau von Depots und Werkstätten Staatliche Museen zu Berlin

Offener, zweiphasiger Wettbewerb

  • Status Abgeschlossen
  • Veröffentlichung 09.07.2007
  • Entscheidung 27.05.2008

Bauprojekt

  • Adresse Berlin-Friedrichshagen

Entscheidung des Preisgerichts

Das Preisgericht tagte nach der 2. Bearbeitungsphase am 27. Mai 2008 in Berlin unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Nicolas Fritz und kürte den Entwurf von AV1 Architekten aus Kaiserslautern mit dem 1. Preis. Außerdem wurden drei weitere Preise vergeben und vier Ankäufe.

Preisträger

1. Preis - 1232

AV1 Architekten, Kaiserslautern

Entwurfsverfasser: Butz, Dujmovic, Schanné, Urig

Perspektive des Eingangs / Computersimulation AV 1 Architekten

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Perspektive des Eingangs / Computersimulation Perspektive des Eingangs / Computersimulation AV 1 Architekten Perspektive des Eingangs / Computersimulation

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf überzeugt durch seine städtebauliche Platzierung, die minimale Bebauungsfläche und achtungsvollen Umgang mit den Freiflächen und ihren wertvollen Baumbestand verbindet. Wegeführung und Erschließung unterstützen diese Wirkung.

Der 1. Bauabschnitt bildet mit Haus 20 ein Gebäudeensemble, das trotz seiner Unvollständigkeit bereits eine hohe Identität aufweist und eine eindeutige Adresse bildet.

Der Entwurf nimmt bewusst den Dialog zum Magazingebäude der SBB auf. Dieser begründet sich vor allem darin, dass auf geschickte Weise offene und geschlossene Fassaden gebildet werden. So entsteht ein offener Charakter mit hoher Verweilqualität, der die Balance zwischen dem introvertierten Bewahren in einem Schatzhaus und der kulturell-wissenschaftlichen Tätigkeit der Museumsspezialisten für die Öffentlichkeit herzustellen vermag. Der endgültige Baukörper verspricht die gelungene Bewältigung eines großen Bauvolumens mit einer Ausdrucksvielfalt in der Schlichtheit der klassischen Moderne mit Eleganz und Leichtigkeit. Es entsteht eine einladende Empfangsgeste für Mitarbeiter und Besucher. Durch die wohldurchdachte Platzierung des Baukörpers gelingt es fast spielerisch, die Medientrasse freizuhalten. Die pragmatische Anordnung der Lieferzonen sichert die Einheit mit den Zusatzfunktionen (Entwesung etc.). Die durchdachte Anordnung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche stellt die Funktionsfähigkeit innerhalb der einzelnen Struktureinheiten wie deren kooperative Zusammenarbeit her. Gut belichtete Arbeitsräume und überlegt angelegte Lichthöfe erleichtern die Orientierung innerhalb der Gebäude wie zum Außenraum. Die Erschließung des 1. Bauabschnitts durch eine großzügige Magistrale vollendet sich in der Endstufe in einer Ringerschließung.

Materialwahl und Farbgebung erweisen sich als dem Gebäude in besonderem Maße angemessen. Darüber hinaus sind die reliefierten Betonfassaden wirtschaftlich.

Zu überarbeiten ist die Anlieferung in Hinsicht auf eine durchgängige Höhe der Geschossebenen. Zu definieren ist die Glasqualität hinsichtlich der konservatorischen Erfordernisse sowie der Verdunklung und des Sonnenschutzes. Die Fluchttreppenhäuser sind hinsichtlich Lage und Anzahl zu überprüfen.

Die energetischen und wirtschaftlichen Kennziffern liegen mit 8 % bzw. 7,4 % über den Durchschnitt.

2. Preis - 1246

HARRIS + KURRLE ARCHITEKTEN BDA, Stuttgart

Entwurfsverfasser: Volker Kurrle

Mitarbeiter: Vojtech Bast, Edna Stücklen

in AG mit

Köber Landschaftsarchitektur, Stuttgart - Jochen Tieg

GTD GmbH, Berlin - Herr Tieg

GUD Planungsgesellschaft für Ingenierbau mbH, Berlin - Oskar-H. Pekoll

Perspektive

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Perspektive Perspektive Perspektive

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Leitidee „Reduktion auf das Minimum unter sparsamen Umgang mit den Ressourcen“ wird konsequent umgesetzt. Die Ästhetik der vollständig verglasten, jedoch entsprechend den inneren Funktionen großenteils zwar undurchsichtigen, jedoch stets spiegelnden Glasflächen bilden einen Kontrapunkt zum steinernen Magazingebäude der SBB.

Der monolithische Baukörper des 1. Bauabschnitts wie der des Endbauzustandes steht auf einer Sockelplatte als „Lichtung im Wald“ im südöstlichen Grundstücksbereich. Das ermöglicht einen weitgehenden Erhalt des Baumbestandes im Osten und Südwesten des Grundstücks. Das Gesamtgrundstück wird somit mit nur zwei im Endausbauzustand ähnlich großen und proportionierten Gebäuden belegt, die jedoch in der Fassade gegensätzlicher nicht sein könnten.

Die kompakte Bauweise wird durch eine klare innere Grundrisszonierung erreicht: Im Norden und Osten liegen Funktionsräume mit natürlicher Belichtung und – sofern nicht klimatisiert – mit natürlicher Lüftung. Im Süden liegen die Depots hinter einer nicht transparenten schwarzen Glasfassade. Von Osten nach Westen gliedert sich das Gebäude im Wechsel der verschiedenen Struktureinheiten, welche im Erdgeschoss durch großzügige Durchfahrtsschleusen getrennt werden. Es ist zu überprüfen, ob die Personalzugänge von Norden deutlicher sichtbar zu machen sind. Im Endausbauzustand werden die Depots von ringförmigen Fluren umschlossen, die neben einem „Klimapuffer“ für die Depots relativ kurze interne Wege ermöglichen. Die Überbauung der Medientrasse ist unproblematisch, da ein reversibler Zugang möglich ist (Lage im Bereich der Schleusendurchfahrt).

Konstruktiv ist das Gebäude ein konventionelles Stahlbetonskelett mit Glasfassaden als vorgehängte Pfosten-Riegel-Konstruktion, wobei Glasflächen nach Bedarf bedruckt, emailliert oder durchsichtig sind.

Die Funktionalität, soweit sie für einzelne Bereiche nicht gegeben ist, erscheint in einer Überarbeitung innerhalb des Konzeptes realisierbar.

Mit der sehr kompakten 4-geschossigen Bauweise ohne Unterkellerung liegen die Investitionskosten überdurchschnittlich günstig. Eine vergleichsweise gute energetische Bilanz für Heizung und Kühlung ist zu erwarten.

3. Preis - 1231

ARGE U. Beinhoff + Partner/ HEP, Hötzum; Hamburg; Buxtehude

Entwurfsverfasser: U.Beinhoff, E. Höchel Dipl-Ing. Architekten

Mitarbeiter: Daniela Schröder

in AG mit

Winter - Beratende Ingenieure für Energie und Gebäudetechnik GmbH, Hamburg - Volker Winter

Inenieurbüro Kruse GmbH - Tragwerksplanung - Hoch-, Tief-, Industrie- und Ingenieurbau, Buxtehude - Hans Kruse

Ingenieurbüro für vorbeugenden Brandschutz - IfB, Bremen - Stefan Schütte

Lageplan

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Lageplan Lageplan Lageplan

Beurteilung durch das Preisgericht

Das Einfügen des Neubaus in das Gesamtareal wird städtebaulich positiv bewertet. Die Gebäude für die Staatsbibliothek und die Staatlichen Museen treten trotz unterschiedlicher Ausformung und Formensprache in einen Dialog. Mit der architektonischen Nord-Süd Ausrichtung eines strukturierten Riegels vermeidet der Verfasser eine schroffe Abschottung zur östlichen Wohnbebauung.

Der Verfasser erfüllt das Raumprogramm. Die unterschiedlichen Funktionen sind grundsätzlich zweckmäßig und klar angeordnet. Das gegliederte Bauwerk ermöglicht unterschiedliche Geschoßzahlen, die funktionsgerechte Raumausnutzungen schaffen. Das Atrium im Verwaltungsteil mit Blick auf die dahinter liegenden Schaudepots ist besonders gelungen. Hingegen sind die Atrien in den reinen Depotbereichen fragwürdig und erscheinen eher dysfunktional.

Kritisch wird die Lösung der Anlieferung in der Längsrichtung des Gebäudes gesehen, die dem Gesamtgedanken des Entwurfs folgt, jedoch den Nutzer vor große Schwierigkeiten stellt. Die bei diesem Entwurf zwingend interimistische Belegung im nördlichen Bauteil des 1. Bauabschnitts mit Depots, die später zu Verwaltungsräumen ausgebaut werden müssen, ist nicht glücklich. Das architektonische Bild des 1. Bauabschnitts vermittelt einen fragmentarischen Eindruck. Eine Lösung wäre durch eine andere Bauabschnittsbildung zu erreichen.

Die Materialität der Fassaden sollte so hell wie möglich sein. Das Material Beton ist grundsätzlich mit dem Nutzer zu diskutieren und eventuell anzupassen.

Die energetischen und wirtschaftlichen Kennwerte liegen im günstigen Bereich.

4. Preis - 1234

BUSMANN + HABERER Gesellschaft von Architekten mbH Berlin, Berlin

Entwurfsverfasser: Bruno Vennes

Mitarbeiter: Bernd Jaeger, Ronny Huse, Alexander Metzner

Fachplaner:

Technische Prüfgesellschaft Lehmann mbH, Berlin - H. Müller, K. Kieke (Brandschutz)

Arup GmbH Deutschland, Berlin - Rudolf Scheuermann (Fassadenberatung)

relais Landschaftsarchitekten, Berlin - Gero Heck, Marianne Mommsen

Perspektive

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Perspektive Perspektive Perspektive

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf bietet eine klare städtebauliche Struktur: dem großen quadratischen Kubus des Magazins der Staatsbibliothek wird auf der Ostseite eine lineare Gesamtanlage gegenübergestellt. So entsteht zwischen beiden Baukörpern ein gut proportionierter grüner Freiraum sowie ein großes quadratisches Waldstück. Die Medientrasse bleibt frei von Bebauung und der schützenswerte Baumbestand erhalten.

Der langgestreckte Baukörper des Museumsmagazins wird in ca. 20 Einzelkörper aneinanderreihend gegliedert. Öffnungen reagieren auf Entsprechungen der örtlich gegenüberliegenden Wohnbebauung und der westlichen Staatsbibliothek.

Grundsätzlich bietet die Struktur der zum Hofe gruppierten Bausteine die Möglichkeit, sinnvoller Funktionsbereiche aus Büros, Werkstätten und Depots. Der Hauptzugang für Personal und Besucher im Norden liegt richtig. Die Arbeitsräume sind gut belichtet. Die Vorteile der linearen Struktur werden durch lange Wege erkauft.

Durch Absenkung der Depots gelingt dem Verfasser eine einheitliche Höhengestaltung ohne die Funktionen zu beeinträchtigen. Schon der erste Bauabschnitt bildet zusammen mit dem Magazingebäude der SBB eine gelungene städtebauliche Einheit. Durch die großzügigen gläsernen Fassaden im Eingangsbereich entsteht von Anfang an eine Adresse.

Die unbestreitbar große Länge des Baus gliedert der Verfasser in gekonnter, dem Charakter und der Funktion des Baus angemessener Handschrift durch Bauteile, durch Vor- und Rücksprünge, durch unterschiedlich gefärbtem Beton und als Akzente gesetzte Fassadenöffnungen. Der städtebaulichen Gegenüberstellung vom Magazingebäude der SBB und Museumsdepots entspricht die horizontal und vertikal kontrastierende Strukturierung der Fassade.

Die bewegte Außenfront verlangt besondere sicherheitstechnische Lösungen. Energetisch und wirtschaftlich zeichnet sich der Entwurf durch günstige Werte aus.

1. Ankauf - 1233

Lamott Architekten BDA, Stuttgart

Ansicht West

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Ansicht West Ansicht West Ansicht West

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Der herausragende Pluspunkt des Konzepts ist die Bildung einer regelrechten „Handwerkergasse“. Die Schichtung des nord-süd-gestreckten Depot bzw. Archivbereichs, der Nebenräume und der Erschließungsstraße wird nach außen durch individuelle Glasvolumina mit unterschiedlicher Nutzung durchdrungen. In der Ausschließlichkeit seiner Glasumhüllung – in Bezug auf die Nutzung – überzeugt der Verfasser allerdings nicht.

Die innere Organisation und die Betriebsabläufe zeichnen sich durch klare Gliederung aus und erfüllen die Ansprüche der Nutzer.

Die städtebauliche Unterscheidung zwischen der Umfassungswand der Rückseite mit ihrer Ummantelung mit Cor-Ten-Stahl wird zwar in konzeptioneller Hinsicht verstanden, aber in ihrer ungegliederten Massigkeit über eine Länge von 300 m und eine Höhe von 16 m gegenüber der Wohnbebauung kritisch betrachtet.

Auch muss das Maß der auskragenden Boxen konstruktiv überdacht werden.

2. Ankauf - 1235

Schaltraum, Hamburg

Perspektive

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Perspektive Perspektive Perspektive

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Der Entwurf schafft durch die axiale Anlage des Depotgebäudes einen markanten Baukörper als Kontrapunkt zu der Quadratischen Form des Magazingebäudes der SBB. Er besitzt eine klare modulare Struktur.

Positiv wird der Ausdruck des Gebäudes mit seinen lagernden Funktionen in der Übersetzung in die Fassade gesehen. Die Einschnitte auf der Ostseite gliedern es gegenüber der vorhandenen Wohnbebauung.

Die Zuordnung zu den Bereichen Depot, Werkstätten und Büros stimmen. Die Treppenhäuser mit ihren angelagerten viergeschossigen Lufträumen und den partiell verbreiterten Fluren ergeben eine gute Rhythmisierung der langen Erschließungsachsen.

3. Ankauf - 1251

Storch Ehlers Partner GbR Architekten BDA, Hannover

Perspektive

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Perspektive Perspektive Perspektive

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Die Verfasser entwickelt einen massigen winkelförmigen Baukörper, der das Magazingebäude der SBB im Osten und Süden umschließt. Der 1. Bauabschnitt wird im Osten angeordnet, die Außenkante des Magazingebäudes aufnehmend.

Die Qualitäten des Entwurfes liegen im starken architektonischen Konzept: Eine aus einem Block herausgeschnittene Skulptur mit einheitlichem Material – Ziegel – für Fassade und Dächer – entsteht auf einem durchgehenden Sockelgeschoss, dessen Oberkante ca. 2 m über dem Niveau liegt.

Die konsequente Umsetzung der Idee führt freilich zu erheblichen Mängeln in den Funktionsabläufen: Lange Wege für den Transport der Exponate sowie die Erschließung der Büroflächen erschweren den Betrieb des Gebäudes.

In den Baumbestand wird massiv eingegriffen.

4. Ankauf - 1252

MGF Architekten GmbH, Stuttgart

Perspektive

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Perspektive Perspektive Perspektive

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)

Das 5-geschossige, linear in Nord-Süd Richtung organisierte Gebäude bildet einen positiven Gegensatz zum Magazingebäude der SBB. Die Bauabschnitte sind zwar funktional richtig organisiert, führen aber zu einer unvollständigen städtebaulichen Situation im 1. Bauabschnitt.

Die Magistrale wird durch Lichthöfe gegliedert.

Die Funktionen sind im Prinzip richtig zugeordnet.

Die Gliederung der Fassade mit einem Verzicht auf die Ablesbarkeit der Geschosse, wirkt trotz der aufwendigen Steinlamellen insbesondere im Osten zur Wohnbebauung monoton und unangemessen.

Informationen zum Wettbewerb

Auslober, Koordination und Durchführung

Auslober

Bundesrepublik Deutschland
vertreten durch das
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
vertreten durch das
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Fasanenstraße 87, 10623 Berlin


Koordination und Durchführung

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat IV S3 - Projektentwicklung, Planung, Wettbewerbe, Zuwendungsmaßnahmen
Beate Hückelheim-Kaune, Referatsleitung
Michael Kasiske, Wettbewerbsverfahren
Philipp Dittrich, Auslobung


Stimmberechtigte Fachpreisrichter

Prof. Nicolas Fritz, Architekt, Darmstadt (Vorsitz)
Paul Bretz, Architekt, Luxemburg
Regina Kohlmayer, Architektin, Stuttgart
Prof. Regine Leibinger, Architektin, Berlin
Florian Mausbach, Präsident BBR, Berlin
Eberhard Wimmer, Architekt, München


Stellvertretende Fachpreisrichter

Florian Fischer, Architekt, München
Nikolaus Mölder, Abteilungsleiter BBR, Berlin
Prof. Dr. Enno Schneider, Architekt, Berlin/Detmold


Stimmberechtigte Sachpreisrichter

Norbert Zimmermann, Vizepräsident SPK
Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor SMB
Thomas Conrad, Referatsleiter BKM
Peter Fröhlich, Referatsleiter BMVBS
Kathrin Maltzahn, stellvertretende Leiterin Stadtplanungsamt Treptow-Köpenick


Stellvertretende Sachpreisrichter

Joachim Rau, SPK
Prof. Dr. Viola König, Ethnologisches Museum
Nils Lanatowitz, BKM
Rolf-Dieter Katsch, BMVBS


Sachverständige

Dr. Gisela Holan, SMB - Museumsbelange
Stefan Dürr, Architekt - Kostenprüfung
Martin Krahn, Landschaftsarchitekt - Regenwasserversickerung
Christine Blechschmidt, BBR - Brandschutz
Angela Kauls, BBR - Landschaftsplanung
Roland Mika, BBR - Energieplanung

Wettbewerbsaufgabe

Der Masterplan Museumsinsel der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) erfordert zur Erschließung neuer Ausstellungsflächen das Verlagern von wissenschaftlichen Verwaltungen, Bibliotheken, Archiven, Restaurierungswerkstätten und Depots aus den Sockelgeschossen im Pergamonmuseum und im Alten Museum. Diese Funktionen sollen – geordnet nach inhaltlichen Kriterien – teilweise in einem wissenschaftlich-restauratorischen Kompetenzzentrum der Staatlichen Museen zu Berlin und an dem neu zu entwickelnden, zentralen Archiv-, Depot- und Werkstattstandort der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) im Ortsteil Friedrichshagen des Berliner Bezirks Treptow-Köpenick untergebracht werden. Des Weiteren ist mit der geplanten Errichtung des Humboldt-Forums auf dem Schlossplatz die Entscheidung getroen worden, Teile der Studiensammlungen des Ethnologischen Museums aus Dahlem bereits im 1. Bauabschnitt ausgewählte Ojektgruppen nach Friedrichshagen zu verlagern.

An dem zentralen Depotstandort werden nach Errichtung des gesamten Bauvolumens die Objekte von sechzehn Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin einschließlich der zu ihrer Erforschung und Bewahrung erforderlichen Funktionsbereiche wie etwa Restaurierungswerkstätten und Arbeitsräume untergebracht sein. Das Areal in Friedrichshagen teilt sich in einen Nutzungsbereich für die Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) und einen zweiten Nutzungsbereich für die Staatlichen Museen zu Berlin. Für den Bereich der Staatsbibliothek wird als Ergebnis eines in 2004/05 durchgeführten Wettbewerbs zurzeit der erste von drei Bauabschnitten des Magazingebäudes realisiert.

In der 1. Phase sollte für den Nutzungsbereich der Staatlichen Museen in Ergänzung des Wettbewerbsergebnisses für das Magazin der SBB und als Grundlage des durch den Bezirk Treptow-Köpenick aufzustellenden Bebauungsplans ein städtebauliches Konzept für die weitere Entwicklung der Liegenschaft in mehreren, zeitlich versetzten Realisierungsabschnitten gefunden werden.

Der erste Realisierungsabschnitt mit einem Flächenanteil von ca. 25 % am Gesamtprogramm sollte in der 2. Phase des Wettbewerbs architektonisch vertieft werden, so dass im Anschluss an den Wettbewerb die Gebäudeplanung zügig bis zur Genehmigungs- und schließlich Realisierungsreife vorangetrieben werden kann. Die Fertigstellung des 1. Bauabschnitts ist für 2013 vorgesehen.

Ziel des Wettbewerbs war es, einen städtebaulich und architektonisch überzeugenden Entwurf zu erhalten, der zwischen den vielfältigen, sich teilweise widersprechenden Anforderungen sinnvoll vermittelt.

Wettbewerbsverfahren

Die Auslobung erfolgte als offener, einstufiger Realisierungswettbewerb in zwei Phasen nach 2.3.2 GRW 1995. Im Preisgericht nach der ersten Bearbeitungsphase wurden 25 Teilnehmer für die vertiefende Bearbeitung in der zweiten Bearbeitungsphase ausgewählt. Das gesamte Verfahren war anonym.

Bauprojekt

Kunst am Bau

Kontakt

  • Referat A2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau,
    Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau 
    Straße des 17. Juni 112
    10623 Berlin

    Tel.: +49 30 18401-9202
    Fax: +49 30 18401-9209
    E-Mail: architektur@bbr.bund.de

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