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Neubau des Ernst-Posner-Baus als Magazingebäude und Umbau der Bestandsgebäude 903 und 906
Die Liegenschaft in Berlin-Lichterfelde wird seit 1994 vom Bundesarchiv genutzt. Die ersten Gebäude wurden bereits im 19. Jahrhundert errichtet.
Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung – Referat BB VI 4 – betreute auf dem Areal des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde den Neubau eines Magazingebäudes, das nach dem Historiker Ernst Posner benannt ist und in dem unter anderem 110 laufende Kilometer Archivgut untergebracht werden, und den Umbau von zwei Bestandsgebäuden. Dieses Gebäude wurde vom Berliner Büro Stephan Braunfels Architekten entworfen, die Umbauten planten Maedebach & Redeleit Architekten.
Dieser Ausschnitt aus dem Lageplan zeigt im Südwesten den Ernst-Posner-Bau, nördlich davon das Gebäude 906 und im Osten das Gebäude 903 des Bundesarchives.
Das Bundesarchiv ist eine obere Bundesbehörde im Geschäftsbereich der Staatsministerin für Kultur und Medien, die 1952 gegründet wurde. Die Arbeit des Archives basiert seit 1988 auf dem Bundesarchivgesetz. Die Behörde sichert die Überlieferung zentraler Organe des Staates, sofern ihnen bleibender Wert für die Erforschung der deutschen Geschichte, für die Sicherung von Bürgerrechten oder als Informationen für Gesetzgebung, Verwaltung oder Rechtsprechung zukommt.
Neben dem Hauptsitz in Koblenz betreibt das Bundesarchiv aktuell in Deutschland neun weitere Standorte. Die Berliner Dienststellen sollen langfristig am Standort Berlin-Lichterfelde zusammengelegt werden. Mit diesen Bauprojekten wurde ein wichtiger Meilenstein umgesetzt.
Die Baumaßnahmen wurden in zwei Abschnitten realisiert. Der 1. Bauabschnitt beinhaltete den Neubau des Magazingebäudes mit Ausbau des Obergeschosses zum Archiv, Teile der Außenanlagen und den Abriss des Gebäudes 904. Der Neubau des Magazingebäudes wurde von Juni 2007 bis November 2009 realisiert.
Der 2. Bauabschnitt umfasste den Umbau des Gebäudes 903 zum Verwaltungsgebäude und des Gebäudes 906 zum Dienstleistungszentrum mit Öffentlichkeitsbereich sowie den Ausbau des Öffentlichkeitszentrums im Erdgeschoss des Magazingebäudes, die Kunst am Bau und den Abschluss der Außenanlagen. Die Übergabe erfolgte im August 2021.
Der Ernst-Posner-Bau (Mitte) verbindet das Haus 903 (links) und 906 (rechts).
Der Magazinneubau schiebt sich als geschlossener Quader zwischen die Bestandsgebäude und nimmt somit eine Schlüsselposition auf dem Gelände ein. Er bezieht sich harmonisch auf die Gebäudehöhen und -fluchten der Bestandsbauten. Gleichzeitig bietet der Baukörper die Möglichkeit, typologisch eine weitere Entwicklung des Areals anzudeuten. Mit dem zweigeschossigen, verglasten Empfangsbereich bricht das Architektenteam die geschlossene Gebäudehülle auf und öffnet das Gebäude zu seiner Umgebung hin.
Der Ernst-Posner-Bau dient als Haupteingang des Bundesarchives und bietet auch einen barrierefreien Zugang. Von dort gelangt man in die Gebäude 903 und 906, die umfangreich baulich und energetisch saniert wurden. Außerdem sind beide Bauten nun barrierefrei zugänglich. Das Gebäude 903 wird nun für Verwaltungszwecke genutzt.
Das Gebäude 906 wurde als öffentliches Dienstleistungszentrum mit Lesesälen und Mediensichtung saniert.
Im Rahmen des Energiesparprogrammes Bundesliegenschaften wurden die Gebäude 903 und 906 energetisch saniert. Diese beiden Maßnahmen und der Neubau sind auf der Ebene des Haushaltes eigenständig und voneinander unabhängig. Technisch sind sie allerdings eng miteinander verbunden wurden teilweise parallel ausgeführt.
Geschichte des Standortes Berlin-Lichterfelde
Der Standort durchlebte von der Zeit des Kaiserreiches bis heute eine wechselvolle Geschichte und wurde bis zum Fall des Eisernen Vorhangs überwiegend militärisch genutzt. Im 19. Jahrhundert standen auf dem etwa 23 Hektar großen Gelände über 20 Gebäude der preußischen Hauptkadettenanstalt.
Luftbild des vormaligen Kasernengeländes in Berlin-Lichterfelde, aufgenommen im Jahre 1910 aus einem Zeppelin in 500 Meter Höhe
Von diesem Ensemble ist als repräsentatives Unterkunftsgebäude nur noch das Gebäude 903 erhalten. Während der Zeit des Nationalsozialismus war in dem Komplex die „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ stationiert. Daraus resultieren bis heute die baulich-räumliche Zufahrtssituation an der Finckensteinallee mit den Torhäusern, die Schwimmhalle sowie das dem Eingangsportal gegenüberliegende Gebäude 906. Die durchnummerierten Gebäudebezeichnungen stammen aus der Zeit der Nutzung durch die amerikanischen Streitkräfte von 1945 bis 1994, welche ihrerseits wiederum markante bauliche Spuren hinterließen, wie die Mannschaftsunterkünfte und die „Andrews Chapel“. Seit 1994 wird die Liegenschaft Finckensteinallee 63 durch das Bundesarchiv genutzt.
Lageplan der Gesamtliegenschaft mit dem nach dem bedeutenden Archivar Ernst Posner benannten neuen Magazingebäude in der Mitte sowie den zu sanierenden Altbauten 903 (Mitte rechts) und 906 (ebenfalls Bildmitte)
Stand der Kosten
Kostenprognose inklusive bisheriger Nachträge: rund 76,2 Millionen Euro
Kostenprognose: rund 3 Millionen Euro
Kostenprognose: rund 5 Millionen Euro
In der großen Baumaßnahme und in der Ausstattungsmaßnahme sind die Baunebenkosten der Kostengruppe 700 nicht enthalten. Diese werden aus dem sogenannten Sachverständigentitel finanziert. Die bisherigen Gesamtkosten der Kostengruppe 700 betragen unter Berücksichtigung des 5. Nachtrages zur Entwurfsunterlage-Bau rund 25,6 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme ohne Ausstattung, inklusive Honorarkosten betragen rund 101 Millionen Euro. Die Gesamtkosten inklusive Ausstattung und Honorarkosten betragen rund 106 Millionen Euro.