Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Bauprojekt Bundesarchiv – Magazin, Verwaltungsgebäude und Dienstleistungszentrum

Neubau des Ernst-Posner-Baus als Magazingebäude und Umbau der Bestandsgebäude 903 und 906

Die Fotografie zeigt ein Gebäude mit einer Fassade aus rotem Backstein und einem Portikus. Bundesarchiv Berlin Die Liegenschaft in Berlin-Lichterfelde wird seit 1994 vom Bundesarchiv genutzt. Die ersten Gebäude wurden bereits im 19. Jahrhundert errichtet.

Projektdaten

  • Nutzer Bundesarchiv
  • Adresse Finckensteinallee 63, 12205 Berlin, Deutschland
  • Architektur Neubau: Stephan Braunfels Architekten; Umbauten: Maedebach & Redeleit Architekten
  • Wettbewerb Erarbeitung eines Masterplans
  • Projektleitung Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat BB VI 4
  • Gesamtkosten rund 76 Millionen Euro
  • Baubeginn 2007 (1. Bauabschnitt), 2014 (2. Bauabschnitt)
  • Fertigstellung 2009 (1. Bauabschnitt), August 2021 (2. Bauabschnitt)
  • Brutto-Grundfläche rund 49.400 Quadratmeter
  • Nutzungsfläche rund 35.800 Quadratmeter

Projektbeschreibung

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung – Referat BB VI 4 – betreute auf dem Areal des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde den Neubau eines Magazingebäudes, das nach dem Historiker Ernst Posner benannt ist und in dem unter anderem 110 laufende Kilometer Archivgut untergebracht werden, und den Umbau von zwei Bestandsgebäuden. Dieses Gebäude wurde vom Berliner Büro Stephan Braunfels Architekten entworfen, die Umbauten planten Maedebach & Redeleit Architekten.

Das Bundesarchiv ist eine obere Bundesbehörde im Geschäftsbereich der Staatsministerin für Kultur und Medien, die 1952 gegründet wurde. Die Arbeit des Archives basiert seit 1988 auf dem Bundesarchivgesetz. Die Behörde sichert die Überlieferung zentraler Organe des Staates, sofern ihnen bleibender Wert für die Erforschung der deutschen Geschichte, für die Sicherung von Bürgerrechten oder als Informationen für Gesetzgebung, Verwaltung oder Rechtsprechung zukommt.

Neben dem Hauptsitz in Koblenz betreibt das Bundesarchiv aktuell in Deutschland neun weitere Standorte. Die Berliner Dienststellen sollen langfristig am Standort Berlin-Lichterfelde zusammengelegt werden. Mit diesen Bauprojekten wurde ein wichtiger Meilenstein umgesetzt.

Projektverlauf

Die Baumaßnahmen wurden in zwei Abschnitten realisiert. Der 1. Bauabschnitt beinhaltete den Neubau des Magazingebäudes mit Ausbau des Obergeschosses zum Archiv, Teile der Außenanlagen und den Abriss des Gebäudes 904. Der Neubau des Magazingebäudes wurde von Juni 2007 bis November 2009 realisiert.

Eingangsbereich des Bundesarchives

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Die Fotografie zeigt ein Foyer hinter einer Glasfassade und Freitreppen. Eingangsbereich des Bundesarchives Der Eingangsbereich des neuen Ernst-Posner-Baus ist durch seine umlaufende Glasfassade vom Hof aus einsehbar.

Der 2. Bauabschnitt umfasste den Umbau des Gebäudes 903 zum Verwaltungsgebäude und des Gebäudes 906 zum Dienstleistungszentrum mit Öffentlichkeitsbereich sowie den Ausbau des Öffentlichkeitszentrums im Erdgeschoss des Magazingebäudes, die Kunst am Bau und den Abschluss der Außenanlagen. Die Übergabe erfolgte im August 2021.

Projektdetails

Hauptbaumaßnahme

Der Magazinneubau schiebt sich als geschlossener Quader zwischen die Bestandsgebäude und nimmt somit eine Schlüsselposition auf dem Gelände ein. Er bezieht sich harmonisch auf die Gebäudehöhen und -fluchten der Bestandsbauten. Gleichzeitig bietet der Baukörper die Möglichkeit, typologisch eine weitere Entwicklung des Areals anzudeuten. Mit dem zweigeschossigen, verglasten Empfangsbereich bricht das Architektenteam die geschlossene Gebäudehülle auf und öffnet das Gebäude zu seiner Umgebung hin.

Der Ernst-Posner-Bau dient als Haupteingang des Bundesarchives und bietet auch einen barrierefreien Zugang. Von dort gelangt man in die Gebäude 903 und 906, die umfangreich baulich und energetisch saniert wurden. Außerdem sind beide Bauten nun barrierefrei zugänglich. Das Gebäude 903 wird nun für Verwaltungszwecke genutzt.

Gebäude 903 des Bundesarchives

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Die Fotografie zeigt die Fassade eines Gebäudes aus rotem Backstein. Gebäude 903 des Bundesarchives Das Gebäude 903 wurde im Zuge der Sanierung zum Verwaltungsbereich des Bundesarchives umgebaut.

Das Gebäude 906 wurde als öffentliches Dienstleistungszentrum mit Lesesälen und Mediensichtung saniert.

Gebäude 906 des Bundesarchives

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Die Fotografie zeigt ein Gebäude mit roter Steinfassade und Portikus. Gebäude 906 des Bundesarchives Punktuelle Innendämmung, neue LED-Technik und eine Photovoltaikanlage reduzieren den Energieverbrauch des Gebäudes 906.

Maßnahmen aus dem Energieeinsparprogramm

Im Rahmen des Energiesparprogrammes Bundesliegenschaften wurden die Gebäude 903 und 906 energetisch saniert. Diese beiden Maßnahmen und der Neubau sind auf der Ebene des Haushaltes eigenständig und voneinander unabhängig. Technisch sind sie allerdings eng miteinander verbunden wurden teilweise parallel ausgeführt.

Geschichte des Standortes Berlin-Lichterfelde

Der Standort durchlebte von der Zeit des Kaiserreiches bis heute eine wechselvolle Geschichte und wurde bis zum Fall des Eisernen Vorhangs überwiegend militärisch genutzt. Im 19. Jahrhundert standen auf dem etwa 23 Hektar großen Gelände über 20 Gebäude der preußischen Hauptkadettenanstalt.

Von diesem Ensemble ist als repräsentatives Unterkunftsgebäude nur noch das Gebäude 903 erhalten. Während der Zeit des Nationalsozialismus war in dem Komplex die „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ stationiert. Daraus resultieren bis heute die baulich-räumliche Zufahrtssituation an der Finckensteinallee mit den Torhäusern, die Schwimmhalle sowie das dem Eingangsportal gegenüberliegende Gebäude 906. Die durchnummerierten Gebäudebezeichnungen stammen aus der Zeit der Nutzung durch die amerikanischen Streitkräfte von 1945 bis 1994, welche ihrerseits wiederum markante bauliche Spuren hinterließen, wie die Mannschaftsunterkünfte und die „Andrews Chapel“. Seit 1994 wird die Liegenschaft Finckensteinallee 63 durch das Bundesarchiv genutzt.

Lageplan der Gesamtliegenschaft des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde Bundesarchiv Berlin Lageplan der Gesamtliegenschaft mit dem nach dem bedeutenden Archivar Ernst Posner benannten neuen Magazingebäude in der Mitte sowie den zu sanierenden Altbauten 903 (Mitte rechts) und 906 (ebenfalls Bildmitte)

Stand der Kosten

Neubau Magazingebäude und Umbauten Bestandsgebäude

Kostenprognose inklusive bisheriger Nachträge: rund 76,2 Millionen Euro

Energetische Sanierung

Kostenprognose: rund 3 Millionen Euro

Ausstattung

Kostenprognose: rund 5 Millionen Euro

In der großen Baumaßnahme und in der Ausstattungsmaßnahme sind die Baunebenkosten der Kostengruppe 700 nicht enthalten. Diese werden aus dem sogenannten Sachverständigentitel finanziert. Die bisherigen Gesamtkosten der Kostengruppe 700 betragen unter Berücksichtigung des 5. Nachtrages zur Entwurfsunterlage-Bau rund 25,6 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme ohne Ausstattung, inklusive Honorarkosten betragen rund 101 Millionen Euro. Die Gesamtkosten inklusive Ausstattung und Honorarkosten betragen rund 106 Millionen Euro.

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