Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Ergebnisse des Offenen Realisierungswettbewerbs

  • Status ??????
  • Veröffentlichung

1. Preis:
Heinle Wischer und Partner, Ursula Wilms, Architekten, Berlin
mit Heinz W. Hallmann, Landschaftsarchitekt, Aachen

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Das Dokumentationszentrum liegt als klarer kubischer Baukörper in der Nachbarschaft des Gropiusbaus. Er zitiert dessen Grundrissform, nimmt sich aber in der Höhe und Außenwirkung dezidiert zurück. Dennoch entwickelt er Eigenständigkeit und Großzügigkeit.
Grundsätzlich positiv bewertet wird, dass durch die Ablösung des Baukörpers vom Boden trotz der großen Grundrissfläche ein Eindruck von Leichtigkeit entsteht und dass in die umgebende Landschaft nur wenig eingegriffen wird.
Das Freiraumkonzept interpretiert die Situation richtig, der Ausstellungsgraben, die Zellen und die Relikte des Küchenkellers werden angemessen hervorgehoben und in das Wegenetz integriert. (…) Insgesamt stellt die Arbeit trotz einiger Mängel im Detail einen sehr interessanten und angemessenen Beitrag zur Lösung der schwierigen Aufgabe dar."

2. Preis:
Ramsi Kusus, Architekt, Berlin
mit Frank Kiessling, Landschaftsarchitekt, Berlin, JMP Janowski TGA, Regensburg, SSP Sailer Stepan + P., TWP, München, R+R Fuchs, Fassadentechnik, München, Müller-BBM, Akustik/Bauphysik, Berlin

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Der Standort des Dokumentations- und Besucherzentrums ist gut gewählt, da er einerseits die Hauptbesucherströme aus Richtung Martin-Gropius-Bau aufnimmt, andererseits sich gegenüber dem Gesamtgelände an den Rand zurücknimmt. (…)
Durch die materialidentische Ausbildung der Gebäude und Einhausungen wird eine Familie unterschiedlich proportionierter Raumkörper erstellt. (…) Die Anordnung der unterschiedlichen Funktionsbereiche ist gut gelöst, insbesondere wird die Innenorientierung des Cafés mit zugeordnetem Innenhof als richtig erachtet. (…)
Die gleichartige Behandlung der Spuren wie z. B. historischer Bürgersteig, Ausstellungsgraben etc. und ihre Erschließung werden positiv gesehen. (…)
Das Gesamtkonzept bildet eine schlüssige und überzeugende Lösung für die gestellte schwierige Aufgabe, die deutlich innerhalb des finanziellen Rahmens zu realisieren wäre."

3. Preis:
Hadrys Liebe Planungsgemeinschaft, Christoph Hadrys, Jan Liebe, Berlin
mit Herrburg Landschaftsarchitekt, Berlin mit Kappes Scholtz GmbH, Berlin

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Der Entwurf ist städtebaulich recht überzeugend, weil er sich der Bauflucht und dem Martin-Gropius-Bau gegenüber angemessen verhält, in Größe und Lage nicht dominiert. (…) Der außen streng geometrisch und im Detail reduzierte Baukörper hat im Inneren vielfältige hohe, niedrige, breite und schmale Raumfolgen. Die Fassaden sind elegant proportioniert und komponiert. Zum Freiflächenkonzept fehlt nahezu jede Aussage.
Insgesamt ist eine gewisse Konventionalität des Entwurfs nicht zu übersehen."


4. Preis:
Raumfeld Architekten, Dirk Friedrich Sehmsdorf, Architekt, Berlin
mit K1 Landschaftsarchitektur, Axel Klapka, Landschaftsarchitekt, Berlin

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Die Arbeit besticht durch Ihre klare Positionierung auf dem Gelände, bei der sich die Ausstellung im Untergeschoss zum Graben und die Instituts-, Bibliothek- und repräsentativen Funktionen in Hochparterre und Obergeschoss zum Gelände hin orientieren. (…)
Interessant wirkt (…) der Vorschlag des Umgangs mit den ausgegrabenen Fundamenten durch die Anordnung von Wandscheiben, Dächern, Treppen und Böschungen.
Nachteilig wirkt bei dieser Arbeit, wie sich das Gebäude von der Niederkirchnerstraße aus präsentiert: Hinter den Relikten der Berliner Mauer baut sich eine zweite Betonwand auf. (…) Die innere Organisation und die räumlichen Zusammenhänge sind gut gelöst. (…) Insgesamt bleibt festzuhalten, dass sich der prägnanten städtebaulichen Idee Aspekte der Proportion, des Höhenschnitts und der Aufteilung unterordnen mussten."

Ankauf:
Staab Architekten, Volker Staab, Architekt, Berlin mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Nicolai Levin, Berlin

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Die Entwurfsidee des Verfassers, das Dokumentationszentrum sehr eng mit den Bodenrelikten im Ausstellungsgraben entlang der Wilhelmstraße zu verweben, wird als eigenständige, jedoch vom Nutzer als fragwürdige Lösung beurteilt. Die Relikte könnten als Bestandteil des neuen Gebäudes gelesen werden und damit ihre Authentizität teilweise verlieren. (…)
Die Grundrissorganisation überzeugt durch ihre Klarheit und konsequente Sortierung nach Nutzungsbereichen. (…)
Die Zurückhaltung in der Ausprägung des "Schutzbaus" setzt sich konsequent in der Landschaftsgestaltung fort. Die unprätentiösen Maßnahmen im Gelände und der Vegetation werden als adäquat für diesen Ort erachtet."

Ankauf:
Axel Schultes Architekten, Axel Schultes, Charlotte Frank, Architekt, Berlin
mit Büro Kirsten Thomas, Landschaftsarchitektin, Berlin

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Der Beitrag nimmt zunächst durch seine klare städtebauliche Positionierung an der Wilhelmstraße ein. Es wird ein positives Spannungsverhältnis zum Gropiusbau hergestellt und zugleich ein klarer Raum aufgespannt.
Das Gebäude ist funktional sinnvoll auf drei Obergeschossebenen gegliedert. Die Ausstellungsebene gestattet eine variable Bespielung und eröffnet zugleich Ausblicke auf das Gelände. Die Büros sind funktional eingeteilt und gut belichtet. (…)
Der Anspruch des Verfassers, zurückhaltend und respektvoll mit dem Gelände umzugehen, wird besonders gewürdigt, allerdings ist nicht zu übersehen, dass die Oberflächengestaltung mit Granitstreifen bis zum überdies verbreiterten Ausstellungsgraben diesen Anspruch konterkariert."

Ankauf:
Alexander Moers, Architekt, Berlin, Alex Cazurra Basté, Arq., Barcelona
MDNH, Marie Degos, Architekt + Landschaftsarchitekt, Nicolas Hartung, Architekt, Paris

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Die Positionierung des neuen Baukörpers an der nord-östlichen Ecke des Grundstückes überzeugt. Dadurch wird ein wirkungsvolles Spannungsfeld zwischen dem Martin-Gropius-Bau und dem kompakten, neu gebauten Kubus erzeugt, von dem auch die in Pavillons eingehausten Bodenfunde in ihrer Wahrnehmung profitieren.
Die Orientierung der Eingänge zum Kreuzungsbereich Niederkirchnerstraße erscheint aus diesem Grund plausibel und folgerichtig. Positiv wird bewertet, dass das Haus von jeder Ebene aus und über den Ausstellungsgraben erschlossen werden kann. (…)
Das Freiraumkonzept sieht einen markant geführten Rundweg vor, der es ermöglicht alle Stationen der Ausstellung zu erreichen. Allerdings überzeugt die Wahl der Mittel für die Gestaltung der Freiräume (Heidekraut und Ziegelstein) nicht.
Die Jury würdigt bei dieser Arbeit eher den städtebaulichen Ansatz als das hochbauliche Konzept eines Ausstellungs- und Dokumentationszentrums der Topographie des Terrors."

Ankauf:
Busmann + Haberer Gesellschaft von Architekten mbH, Prof. Peter Busmann, Architekt, Bruno Vennes, Stefan Tebroke, Berlin
mit relais Landschaftsarchitekten, Gero Heck, Marianne Mommsen, Berlin

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Das als Grundstückseinfriedung, öffentliche Ausstellungsfläche und Teil eines Rundweges entwickelte Pult ist ein interessanter Beitrag zur behutsamen Annäherung an das Gelände. Der Steg durch das Robinienwäldchen wird kritisch bewertet, da er eine unnötige Distanz zur Erfahrung des Geländes aufbaut. Der Umgang mit den Freiflächen ist sehr behutsam und entspricht den in der Auslobung formulierten Vorstellungen.
Das Dokumentationszentrum ist städtebaulich sehr gut platziert, das Raumprogramm gut in einen kompakten und schlichten Baukörper übersetzt, der sich sowohl räumlich als auch gestalterisch zurücknimmt. (...)
Kontrovers diskutiert wird die zentrale Lage und der inszenatorische Charakter durch die Verglasung des Bodendenkmals 'Zellenböden'. Die Anordnung der Ausstellungsflächen auf zwei Ebenen wird kritisch bewertet, die innere Transparenz des Gebäudes jedoch als positiv angesehen."

Engere Wahl:
Architekturbüro (lu:p), Grub am Forst, Renee Lorenz, Architekt, Werkgemeinschaft Freiraum, Nürnberg, Franz Hirschmann, Landschaftsrchitekt

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
"Das Projekt wird als stadträumlich interessant eingestuft, da es sich auf die Wilhelmstraße ausrichtet und dadurch den Freiraum respektiert. Vom eigentlichen Haupteingang wird der Blick auf das Gebäude, die Bodendenkmäler und das Dokumentationszentrum gelenkt.
Die Reste der Grenzmauer werden von zwei Ebenen erlebbar. Die anderen Bodenfunde werden über freie Rundwege zugänglich. Die Erschließung des Gebäudes geschieht über das Dach der Ausstellungsbereiche über die im Erdgeschoss liegende Cafeteria. (…)
Die Fassade hat einen eigenständigen Ausdruck ohne nachvollziehbaren Bezug zur innenräumlichen Organisation."

Fotos: Torsten Seidel, Berlin

Diese Seite

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK