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Sanierung
Der Stülerbau West ist Teil eines repräsentativen Ensembles an den Ecken der Schloßstraße zum Spandauer Damm gegenüber dem Schloss Charlottenburg.
Der Stülerbau West in Berlin-Charlottenburg beherbergt das zu den Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) gehörende Museum Berggruen. Unter der Leitung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat IV 4 – wird das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude von Grund auf instandgesetzt.
Ausgangslage
Beide „Stülerbauten“ – der Stülerbau West mit dem Museum Berggruen und der Stülerbau Ost mit der Sammlung Scharf-Gerstenberg – wurden bis 2012 im sogenannten Bauunterhalt lediglich innenräumlich beziehungsweise mit Bezug auf einzelne Ausstellungen durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut. Zum Funktionserhalt des Gebäudes wurden in den letzten 20 Jahren nur die dringlichsten Schäden behoben. Die Instandhaltung der Gebäudehülle lag in der Zuständigkeit des Landes Berlin. Nach der Übernahme der Gebäude durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) im Jahr 2011 mussten in den vergangenen Jahren wiederkehrend Sofortmaßnahmen zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht durchgeführt werden. Um beispielsweise dem Absturz von Gesimsteilen vorzubeugen, wurden zur Sicherung Stahlnetzkonstruktionen angebracht.
Stahlnetze dienen vorläufig als Sicherung der Gesimse.
Aufgrund des umfassenden Sanierungsbedarfs wurde bereits 2015 ein Sanierungskonzept für die Grundsanierung des Stülerbau West erstellt. Ergänzend wurden in den Folgejahren verschiedene Gutachten zur Bausubstanz erarbeitet.
Konzept
Aufgrund des großen Instandhaltungsrückstaus wird der Stülerbau West im Rahmen des Bauvorhabens teilweise bis auf den Rohbau zurückgebaut. Die Sanierung besteht im Wesentlichen aus Maßnahmen zur Erneuerung der technischen Anlagen und der Sanierung der Außenhülle. Die Sanierung im Gebäudeinneren sieht die komplette Erneuerung der technischen Anlagen (Raumlufttechnische Anlagen, Heizungs- und Sanitärtechnik, Elektroinstallationen, Sicherheitstechnik, Blitzschutz und Beleuchtung) mit einer Anpassung der Brandmeldeanlage vor, um einem modernen Museums- und Ausstellungsbetrieb gerecht zu werden.
Die Planungen zur Sanierung der Gebäudehülle betreffen das Dach (Erneuerung der Dachabdichtung mit Dämmung und Entwässerung sowie die Instandsetzung der Kuppeldeckung) und die Fassade (Putz, Fenster, Verglasung der Rotunde) inklusive der Restaurierung der Fassadenschmuckelemente (Gesimse, Friese, Kapitelle, Tympanon, Balustraden, Monopteros). Hinzu kommt die Trockenlegungen der Kelleraußenwände und der Kellersohle (Feuchtesanierung des Kellermauerwerks, neue Sohlplatte).
Zu den Anforderungen der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) zählen zudem die Verbesserung des Servicebereiches für die Besucher und die Optimierung der Abläufe im Gebäude.
Ein wichtiger Aspekt der Grundsanierung wird auch die Optimierung der Barrierefreiheit und Wegeführung sein, zum Beispiel im Eingangsbereich, der hier noch vor Beginn der Sanierungsmaßnahmen zu sehen ist.
Der Haupteingang zum Museum Berggruen verbleibt an der Schloßstraße. Im Erdgeschoss wird der Bereich des Besucherservice mit Kasse, Garderobe und Museumsshop neu geordnet. Eine neue Raumabfolge ermöglicht einen funktionalen Zutritt ins Gebäude und in die Ausstellung. Für die Besucherinnen und Besucher eröffnet sich in Abfolge der Kasse und Garderobe ein beginnender Museumsrundgang in die innenliegende Rotunde und führt von hier aus in die Obergeschosse oder in den Erweiterungsbau.
Bei der umfassenden Grundsanierung wird ein besonderer Fokus sowohl auf die Barrierefreiheit und die Besucherfreundlichkeit als auch auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt.
Nächste Schritte: Baubeginn
Die ersten Bauarbeiten konnten bereits mit notwendigen Voruntersuchungen und Beprobungen begonnen werden.
Aktuell wird die Baustelleneinrichtung erstellt. Zu den ersten Bauarbeiten im Gebäude zählen Abbruch, Rohbau und Erdbau.
Geschichte des Gebäudes
Die aus dem Stülerbau West und dem Stülerbau Ost bestehenden „Stülerbauten“ wurden 1851 bis 1859 nach Entwürfen des Architekten Friedrich August Stüler für die Unterbringung des Regiments der Garde du Corps gegenüber dem Schloss Charlottenburg in Berlin errichtet.
Im Zweiten Weltkrieg brannte der Stülerbau West vollständig aus, wurde in den 1950er-Jahren für das Antikenmuseum wiederaufgebaut und Mitte der 1990er-Jahre als Museum der klassischen Moderne für die Ausstellung „Picasso und seine Zeit – die Sammlung Berggruen“ umgebaut. 2012 wurde das Museum unter der Leitung des BBR um das Gebäude Spandauer Damm 17 erweitert und mit diesem baulich verbunden.
Denkmalschutz
Die Gebäude Stülerbau West mit dem Museum Berggruen, Stülerbau Ost und Marstall mit der Sammlung Scharf-Gerstenberg, das Schloss Charlottenburg sowie das Bröhan Museum stehen als Gesamtensemble unter Denkmalschutz und zählen gemäß Landesdenkmalamt Berlin zum ältesten und wichtigsten Teil Charlottenburgs.