Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Anerkennung – 1161

Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft mbH, Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug):

Der Grundgedanke der Arbeit ist die Herstellung eines öffentlichen Bereiches, der die Durchwegung von Ost nach West ermöglicht.

Die Eingriffe in die Bausubstanz des Erdgeschosses respektieren die vorhandene Bausubstanz und versuchen durch neue Nutzungskonzepte dem Raum eine neue Qualität zu geben, wobei festzustellen ist, dass die ehemalige Kataloghalle mit dem Einfügen der Schließfächer in seiner funktionalen Qualität optimierungsfähig erscheint.

Der zentral gelegene Raum der Mitte bedarf einer funktionalen Zuordnung. Die Aufteilung dieses Raumes in einen inneren und äußeren Bereich erschließt sich dem Preisgericht nicht.
Das ehemalige im Ostteil gelegene Großraumbüro wird freigeräumt, erhält zwei eingestellte Veranstaltungsräume, deren räumliche Zuordnung eher zufällig erscheint. Die Arbeitsplätze im Großraumbüro nutzen die verfügbaren Arbeitsflächen durch ihre lockere Anordnung nur beschränkt aus. Funktionale Arbeitsbereiche für Benutzergruppen in verschiedenen Größen wären hier erwünscht.

Der Zugang vom östlichen Eingang zum Hauptfoyer ist nicht eindeutig in der Wegeführung. Die angebotenen Arbeitsplätze im Großraumbüro werden dadurch in ihrer Nutzbarkeit gemindert.

Die Lage der Zugangskontrolle im 1. Obergeschoss ist gut platziert, die Wege des Nutzers sind hier funktionell klar gelöst. Positiv bewertet wird vom Preisgericht die Einbeziehung der vorhandenen Treppe zwischen Großraumbüro und Ostfoyer. Die vorgeschlagenen Funktionen im 1. Obergeschoss sind angemessen, bedürfen aber einer gestalterischen Ausarbeitung.
Bei den angebotenen neuen Eingängen wird eine dem Gebäude angemessene Gestaltung vermisst, die gleichwertige Ausbildung der Eingänge entspricht nicht der örtlichen Situation. Der Nutzer betritt über einen Windfang das Großraumbüro und nicht das Foyer.

Die Cafeteria mit Bezug zum Lesegarten und Kulturforum und die Anordnung des Buchshops und der Garderoben werden positiv bewertet.

Insgesamt ein interessanter Lösungsvorschlag im Hinblick auf die Öffnung des Foyers nach Osten. Eine eindeutige architektonische Haltung in der Auseinandersetzung mit dem Bestand und den vorhandenen Materialien werden vermisst.

Beurteilung der Denkmalpflege:

Der Entwurf verfolgt im Wesentlichen einen Substanz bewahrenden Ansatz und belässt die bauzeitlichen Raumgefüge und –bezüge. Die Hinzufügungen im Dietrich-Bonhoeffer-Saal und die Erneuerung der Wand zur ehemaligen Cafeteria werden kritisch bewertet. Der östliche Eingang wird in einem denkmalverträglichen Maß verändert. Die unkonkrete Darstellung von Oberflächen, Materialien und Details lässt keine Einschätzung zur Sensibilität des Verfassers im Umgang mit dem Denkmal zu.

Kontakt

Birgit Jacke-Ziegert
Referat A 2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau, Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin

Dokumenttyp: Kontaktinformationen

Zum Thema

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus 2, Potsdamer Straße Dokumenttyp Wettbewerb

Im September 2019 wurde der Architektenwettbewerb für die Grundinstandsetzung des Hauses der Staatsbibliothek zu Berlin am Kulturforum entschieden. In dem vom BBR geleiteten Verfahren konnte sich die gmp Generalplanungsgesellschaft mit ihrem Entwurf durchsetzen. Die nach Plänen von Hans Scharoun errichtete Staatsbibliothek zu Berlin soll von Grund auf instandgesetzt werden.

Wettbewerbstyp: Planungswettbewerb Status: Abgeschlossen Ort: Berlin

Diese Seite