Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

2. Preis – Tarnzahl 1170

David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug):

Der Leitgedanke des Entwurfs, den Scharounschen Raumfluss und seine Bestimmung wieder in den Vordergrund zu heben, ist gut nachvollziehbar.

Wo ursprüngliche Nutzungen noch sinnvoll sind, wurden sie belassen und möglichst gemäß bauzeitlicher Gestaltung aufgewertet. Die hierfür eingesetzten raumgestalterischen Mittel sind angemessen und effektiv. Dies ist im Umgang mit dem Denkmal sehr positiv zu bewerten. Sämtliche neuen Eingriffe in die Originalsubstanz sind möglichst gering gehalten und vom Materialeinsatz reduziert konzipiert. Diese Haltung entspricht der Scharounschen Eleganz.

Die Ausformulierung der neuen Eingangssituation ist sehr bescheiden, aber wieder mit geringen Eingriffen deutlich zum Ausdruck gebracht.

Die Anordnung und Gestaltung der Zugangskontrolle aus Glaswänden im Erdgeschoss wirkt räumlich trennend.

Die Erfüllung der technischen und funktionalen Nutzungsanforderungen ist sehr gut mit geringen Eingriffen gelungen. Eine Ausnahme stellt die Funktionsüberlagerung im Dietrich-Bonhoeffer-Saal dar. Diese wird in Frage gestellt. Die funktionale Zonierung des freigewordenen Osttraktes im Erdgeschoss ist mit öffentlichen Arbeitsplätzen für die Besucher und der Cafeteria am neuen Osteingang gut gewählt. Dabei wurde jedoch die Lage der Cafeteria zum Osten auch kritisch betrachtet.

Intelligent gelöst ist die Längsanordnung von dienenden Nebenräumen an der vorhandenen Flurzone im Rücken der Leihstelle. Gleichzeitig wird der südliche Bereich des Westfoyers durch die Einrichtung von Gruppen und Einzelarbeitsplätzen mit einer neuen Bestimmung belebt. Bedenken bestehen jedoch bezüglich des potenziellen Geräuschpegels dieser Nutzung. Die Innenarchitektur stützt sich hauptsächlich auf die vorhandene Raumstruktur und Gestaltung und ist somit extrem nachhaltig.

Die Barrierefreiheit ist klug und einfach gelöst.

Beurteilung der Denkmalpflege:

Der Entwurf überzeugt durch eine respektvolle Bewertung des Bestands und setzt die notwendigen funktionalen Eingriffe im Sinne der ursprünglichen Entwurfsidee substanzschonend um. Durch die differenzierte Herangehensweise bilden neue Lösungen und Rückgriffe auf bauzeitliche Ansätze eine gelungene Symbiose. Der östliche Eingang wird im Wesentlichen denkmalverträglich verändert. Der Wettbewerbsbeitrag zeugt von einer hohen Sensibilität des Verfassers im Umgang mit dem Denkmal.

Kontakt

Birgit Jacke-Ziegert
Referat A 2 – Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsbau, Landschafts- und Innenarchitektur, Kunst am Bau
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin

Dokumenttyp: Kontaktinformationen

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